Türkischstämmige Einwanderer Ohne Pflichten gelingt Integration nicht

Eine Studie zu türkischen Einwanderern in Europa zeigt, dass die Identifikation mit der alten Heimat und dem Islam sehr stark bleibt. Schwächer ist die Verbindung zum Enwanderungsland, besonders die in Deutschland lebenden Migranten verzeichnen hier niedrige Werte. Wissenschaftler empfehlen eine Integrationspolitik, die Perspektiven mit Pflichten verknüpft.
  • Ferdinand Knauß
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Wörterbücher in einer Grundschulklasse. Eine neue Studie empfiehlt, für eine gelungene Integration Einwanderer zum Erlernen der Landessprache zu verpflichten. Quelle: dpa

Wörterbücher in einer Grundschulklasse. Eine neue Studie empfiehlt, für eine gelungene Integration Einwanderer zum Erlernen der Landessprache zu verpflichten.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Eine Integrationspolitik ist am ehesten erfolgversprechend, wenn sie zugleich Einwanderern eine Perspektive der Teilhabe an Rechten bietet, aber auch die Pflicht auferlegt, Sprache, Rechtsnormen und auch einheimische Sitten anzunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Soziologen Evelyn Ersanilli und Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Grundlage dafür ist eine Befragung von insgesamt 1 000 türkischstämmigen Einwohnern, die in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich geboren oder vor 1976 eingewandert sind.

Bekenntnis zum Türkentum

Die Tendenz zur ethnischen Abkoppelung war unter den befragten türkischen Einwanderern in allen drei Ländern gleich deutlich. Obwohl sie vor über 30 Jahren die Türkei verlassen hatten, beziehungsweise dort gar nicht geboren wurden, lag ihr Bekenntnis zum eigenen Türkentum auf einer Skala von 1 (gar nicht) bis 5 (voll und ganz) im Schnitt bei 4,5.

Die Identifikation mit dem Einwanderungsland lag durchschnittlich nur bei 2,6. Unter den in Deutschland lebenden Türken ist sie noch geringer als bei denen in Frankreich und den Niederlanden.

Die Identifikation mit dem Islam ist insgesamt sogar noch höher als die mit der Türkei. Allerdings gibt es hier Unterschiede: Die Türken in den Niederlanden bekannten sich stärker zum Islam als die in Frankreich und Deutschland. Ersanilli und Koopmans sehen darin eine Folge der Multikulti-Politik der Niederlande.

Deutsche Staatsbürgerschaft als Belohnung

Die Integrationspolitik der Einwanderungsländer hat eine individuelle und eine kulturelle Dimension. Einzelne Einwanderer können in Frankreich und den Niederlanden schon nach fünf Jahren Staatsbürger werden und ihre bisherige Nationalität beibehalten, in Deutschland erst nach acht Jahren. Hier wird die exklusive Staatsbürgerschaft eher als Belohnung für eine erfolgreiche Integrationsleistung aufgefasst und nicht als Voraussetzung dafür.

Auf kultureller Ebene setzen Integrationsstrategien entweder mehr auf Assimilation oder auf Vorstellungen von Multikultur. Die Niederlande tendieren – trotz einiger Verschärfungen – dazu, Einwanderern kulturelle Eigenheiten zu gewähren. Auch Lehrerinnen und Beamte dürfen dort Kopftuch tragen.

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11 Kommentare zu "Türkischstämmige Einwanderer: Ohne Pflichten gelingt Integration nicht"

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  • @inge Pawelschick

    dein Kommentar ist so hart es auch klingen mag wirklich ein bild deiner asozialen Einstellung wahrscheinlich hat es auch mit deiner etnischen Herkunft zu tun (Pawelschick). Natürlich kannst du hier irgendwelchen Dreck erzählen vergisst aber was deine eigene Herkunft ist. Wahrscheinlich hatte dein Großvater irgendwann mal einen deutschen Schäferhund in Russland oder polen oder woher du auch sonst stammen magst und jetzt heißt es ich bin deutscher oder was? Für mich seid ihr alle Rucksack deutsche. Die Türken haben hier ihr leben mit Arbeit verbracht und ihr Leben selbst in die Hand genommen. Leider kann ich das aber nicht über die Russen erzählen. Die nämlich bekommen vom deutschen Staat Subventionen und Unterstützungen jeglicher Art um sich hier niederlassen zu können. Also verzähl hier nicht irgendwelche Geschichten über Nationen die einen erheblichen beitrag dazu geleistet haben den deutschen Staat wieder aufzubauen. Da sind auch meine vorfahren beteiligt daran gewesen. Wo waren denn deine vorfahren früher als diese Abkommen stattgefunden haben? Hier war nie die rede von Ostblockländern( deine Herkunft) deshalb finde ich deine Aussage als eine Frechheit allerhöchsten grades von etwas zu reden mit der du dich in keinster weise in Verbindung bringen solltest. Du bist nun mal keine Deutsche und wirst es auch nie sein. So wie alle anderen auch die sich als deutsche ausgeben aber in Wahrheit russen oder polen oder sonst so einer Volksgruppe angehören.

  • @ Mutlu (8)
    „Wir sind Kinder Deutschlands. Wir gehören dazu.“

    Das ist das Problem, das die meisten ihrer Landsleute anders sehen, sie grenzen sich sehr bewußt ab und beschweren sich auch noch darüber, daß sie dadurch keine Anerkennung und Akzeptanz finden.

    „Das heist aber nicht das wir unsere Herkunft und Religion verleumden müssen.“

    Das verlangt auch niemand von ihnen, nur stößt es sauer auf, wenn Teile ihrer Volksgruppe mithilfe des türkischen Staates in D einen Staat im Staate einrichten will.

    „ich finde es jedoch ziemlich dumm, Kinder zu Zitieren die die Situation der Migranten darstellen würden.“

    Ein deutsches Sprichwort sagt: „Kinder und Narren sagen die Wahrheit“. „Des Kaisers neue Kleider“ ist ein Lehrstück dazu.

    Diese Frage wurde im Gemeinschaftskundeunterricht allgemein gestellt. Die einzigen, die nur aus wirtschaftlichen Gründen gekommen sind und dies auch so darstellten, waren Türken.
    Die Situation „der Migranten“ spiegelt diese Frage nicht wieder, denn andere Zuwanderer kommen eben nicht aus diesen Gründen. Dies wirft ein besonderes Licht auf die intentionen der türkischen Zuwanderer, auch wenn es ihnen nicht paßt. Denn mit dem begriff „Migranten“ werden im allgemeinen Sprachgebrauch ausschließlich Türken und die Schwierigkeiten mit ihnen und durch sie in Verbindung gebracht.

  • @ inge Pawelschik (9)

    Zu ergänzen ist, daß sich die Anwerbungen ausländischer Arbeitskräfte von beginn an nur auf europäische Länder bezog. Erst nachdem die Türkische Regierung über diplomatische Kanäle Druck auf die bundesregierung gemacht hatte, wurde ein Anwerbebüro in istanbul eingerichtet. Darüber das der Natopartner Griechenland Arbeitskräfte nach D schicken durfte, der Natopartner TR aber nicht, macht klar woher der diplomatische Druck kam.

  • @Mutlu: immer das gleiche Märchen von der Anwerbung der Türken! Und "aufgebaut haben die Türken" auch nichts, denn 1961, zum Zeitpunkt der Verträge, war schon alles aufgebaut!! Wikipedia schreibt dazu:im Jahre 1961 schloß die Türkei mit der bundesrepublik Deutschland ein Anwerbeabkommen (Anwerbeabkommen zwischen der bundesrepublik Deutschland und der Türkei) zur Anwerbung türkischer Arbeitskräfte. Die initiative zu diesem Abkommen ging hierbei von der Türkei aus. Dem Abkommen vorausgegangen waren bereits Anwerbevereinbarungen mit italien (1955), Spanien und Griechenland (1960). Die Republik Türkei verband mit diesem Abkommen mehrere Ziele. Zum einen wollte sie mit diesem Abkommen ihr Außenhandelsdefizit (Heimatüberweisungen zur Verbesserung der Zahlungsbilanz) reduzieren und zum anderen sollten die sozialen und ökonomischen Probleme in der Türkei abgemildert werden. Zunächst war nicht daran gedacht, dass die als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitskräfte dauerhaft in Deutschland bleiben sollten. im Laufe der folgenden Jahre zogen Frauen und Kinder nach. Und noch was,@ Mutlu, die meisten Türken sind erst NACH dem Anwerbestopp gekommen, als es schon keine Arbeit mehr zu vergeben gab.
    Persönlich empfinde ich es als Frechheit, dass eine fremde Nation (Türkei) eine andere (Deutschland) seit Jahrzehnten mit ihrem bevölkerungsüberschuss heimsucht!


  • Wir leben schon seit über 40 Jahren hier in Deuschland. Wir sind nicht von Schmuglern nach hier gebracht worden.Wir wurden damals geworben und gebeten zu kommen. Wir haben dieses Land mit aufgebaut. Wir werden hier bestimmt nicht bevorzugt behandelt.
    Wir sind Kinder Deutschlands. Wir gehören dazu. Das heist aber nicht das wir unsere Herkunft und Religion verleumden müssen. ich lebe gerne hier. ich habe mir hier eine Existenz aufgebaut. Diese kann ich nicht packen und in die Türkei ziehen.

    @Yahel: ich finde es jedoch ziemlich dumm, Kinder zu Zitieren die die Situation der Migranten darstellen würden.

  • @ piano man (6)

    „Die Verantwortung für eine misslungene integration wird von den Migranten grundsätzlich NiE bei sich gesehen, sondern wie selbstverständlich nur bei der aufnehmenden Gesellschaft.“

    Richtig, diese Einstellung wird ihnen auch von der Politik erleichtert, denn viele Politiker sind der Meinung daß „wir sie integrieren müssen.“ Das bedeutet, nicht die müssen sich bewegen, sondern wir.

    Genau das gleiche bei der Religionsfreiheit. Hier reiten sich die zahlreichen Muslimverbände den Hintern auf dem Art. 4 GG wund und werden auch noch vom bVerfG in dieser Auffassung bestärkt. Keine andere Religionsgruppe genießt hier in D derartige Privilegien und den katholischen bayern wird das Kreuz verboten.

    „ich bin der festen Überzeugung, dass man die eigene Verantwortlichkeit auch gar nicht sehen will.“

    Eine integrationshelferin hat das so auf den Punkt gebracht: Die Leute kommen nach Deutschland und haben in ihrem bisherigen Leben keinerlei Verantwortung übernehmen müssen, sie sind überwiegend nicht einmal in der Lage selbständig zu denken.

    „Geht es den Migranten überhaupt um integration, oder nicht vielmehr um islamisierung?“

    Einer der zahlreichen türkischen Schüler meiner Frau sagte auf die Frage, weshalb die Eltern nach D gekommen sind: „Wir wollen euer Geld damit wir hier leben können und von euch in Ruhe gelassen werden.“
    Von Teilnahme an der Gesellschaft war nie die Rede.
    Hier muß man sicher auch zwischen den verschiedenen Strömungen der Muslime unterscheiden. Die für mich aggressivste Gruppe ist die der türkischen Muslime, die Mitglieder der Ditib sind. Für mich ist diese Gruppe die, die sich am offensivsten gegen eine integration stellt. Alles Gerede für eine integration der Mitglieder zu sorgen, halte ich für augenwischerei.

    „Die gelungene integration fast aller anderen ethnischen bzw. religiösen Gruppen funktioniert doch auch.“

    in meiner Heimatstadt gibt es eine kleine „Kolonie“ junger Chinesen, die z.Zt in einem ehemaligen Studentenheim wohnen. Am Freitag war ein Teil dieser jungen Leute zum Mittag im Restaurant unserer chinesischen Freundin. Untereinander sprachen sie chinesisch, unsere Freundin sprach sie in deutsch an und nahm die bestellungen in deutsch entgegen.

  • @ yahel, Anne D.

    Die Verantwortung für eine misslungene integration wird von den Migranten grundsätzlich NiE bei sich gesehen, sondern wie selbstverständlich nur bei der aufnehmenden Gesellschaft. ich bin der festen Überzeugung, dass man die eigene Verantwortlichkeit auch gar nicht sehen will.

    Welchen Schluss muss man daraus ziehen? Geht es den Migranten überhaupt um integration, oder nicht vielmehr um islamisierung?

    ich kann beim besten Willen keine anderen Motive als letzteres mehr erkennen.

    Die gelungene integration fast aller anderen ethnischen bzw. religiösen Gruppen funktioniert doch auch.

  • Eine integrationspolitik, die diesen Namen verdient, orientiert sich zuallererst einmal am tatsächlichen Einwanderungsbedarf des Landes und kümmert sich dabei vorrangig um das Wohl des Aufnahmevolkes und nicht das der Zuwanderer.

  • ich hätte gern etwas zu der Anfrage von Herrn Menemenci gesagt, doch jetzt sehe ich, dass dazu schon alles gesagt wurde. Vielen Dank.

  • Hallo Herr Menemenci,
    "-- Diese Tatsache ist so simpel und doch so unbequem, dass sie in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts kaum einer so deutlich ausspricht.---"
    doch ,dass wird hier ständig ausgesprochen...aber warum könnte das so sein? ist das "gefühlt" so oder real so? mir tut das leid ,wenn sie das so empfinden/ erleben.Vermutlich gehören Sie nicht zu der Gruppe von denen ich jetzt schreiben werde.

    Was glauben Sie warum eine hessiche Wohnbaugesellschaft beschlossen hat ihre Häuser nicht mehr "ethnisch gemischt" zu vermieten? Diskriminierung oder negative Erfahrungen? ich war völlig unbedarft sehr multi-kulti...bis ich in meinem Wohnblock/Stadt überwiegend negative Erfahrungen gemacht habe. Hausordnung ? Mülltrennung? Rücksichtnahme? überwiegend FREMDWÖRTER! von Kindern hört man ...halt die Fresse...und schlimmeres ,was ich hier nicht wiedergeben kann.
    Liegen sie mal frischoperiert im Krankenhaus und die bettnachbarin ist eine Türkin( ob mit oder ohne deutschem Pass)...und dann ist besuchszeit...10Leute mit Kind und Kegel,lautstark.( das sind nur 2 bereiche die ich hier anspreche)
    Natürlich sind nicht alle so...aber diejenigen die wir so hier erleben...nehmen wie selbstvertändlich,unhinterfragt an,dass iHRE Kultur für uns eine bEREiCHERUNG ist.Teilweise erleben wir hier einen "KULTURSCHOCK"...und der wird nicht von JEDEM verdaut. So wie Sie das darstellen ,ist das zu vereinfacht... entspricht nicht der ganzen Realität. ich kann mit einer Frau die nur mangelhaft deutsch spricht nicht über Schwierigkeiten reden,da entstehen nur Mißvertändnisse,die auch teilweise aus der völlig anderen Kultur/Tradition/Werte herrühren. Nonverbale Signale werden völlig anders interpretiert...(von beiden Seiten) ich nenne das das Hund-Katzen-Syndrom.Viele von uns haben bis zum abwinken Tolranz gezeigt, was von den meisten als Schwäche ausgelegt wurde und zur Folge hatte,dass immer noch mehr gefordert wurde.
    Meine Toleranzgrenze ist erreicht( und nicht nur meine) jetzt sollte mal etwas von der "Andere Seite kommen".Jede Kultur hat auch "ungeschriebene" Gesetze,kennen Sie die ? Haben Sie sich für die interessiert? Mein Sohn ist beruflich öfters in China,seitens der Firma wurden ihm auch die chinesichen kulturellen besonderheiten und NO go`s beigebracht,da er dort Mitarbeiter einweisen muß.Wenn Türken MEHR interesse an unseren Kultur zeigen würden,würde das auch viel besser klappen... Ja und die eigene reflektieren und kritsch hinterfragen...so wie das Frau Kelek und viele andere getan haben.Sich angstfrei öffnen,sich für die Kultur des gewählten Landes interessieren,an Vereinsleben teilnehmen, sich ehrenamtlich engagieren,sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen..und vor allem sich nicht in die eigenen Vereine/Verbände zurückziehen! integration ist kein Wunschkonzert.. das heißt auch Anstrengung, wer von Hamburg nach bayern zieht... weiß das :-) (ich liebe und kenne beide Gegenden/Menschen )

    mfG
    Anne D.


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