Turbulente Woche Griechenland in Streikstarre

Während die Entscheidung über das Sparpaket in Athen immer näher rückt, drohen Streiks das Land lahmzulegen. Schon am Montag stand einiges still – doch es geht noch mehr. So richtig wird es am Dienstag losgehen.
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Streik der griechischen Bankangestellten in Athen am 24. Oktober. Quelle: dpa

Streik der griechischen Bankangestellten in Athen am 24. Oktober.

(Foto: dpa)

AthenAus Protest gegen ein neues Sparpaket in Höhe von 13,5 Milliarden haben in Griechenland umfangreiche Streiks begonnen. Weder Radio noch Fernsehen sendeten Nachrichten, weil Journalisten ihre Arbeit niedergelegt hatten. Tausende Menschen kamen zu spät zur Arbeit, weil beispielsweise in Athen weder U-Bahnen noch Straßenbahnen und Stadtbahn fuhren. Auch die Taxifahrer streiken für 24 Stunden. Die Krankenhausärzte behandeln nur Notfälle. Auch die Mitarbeiter der Müllabfuhr legten ihre Arbeit nieder.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Streiks dann voraussichtlich das gesamte öffentliche Leben lahmlegen. Dann wollen auch die Bankangestellten, die Seeleute, die Bahngewerkschaft und die Busfahrer sowie die Staatsbediensteten und die Lehrer streiken.

Am Dienstag wird es wegen eines Fluglotsenstreiks zwischen 09.00 Uhr und 12.00 Uhr (MEZ) zu erheblichen Verspätungen und einigen Annullierungen im Flugverkehr kommen.

Die Proteste sollen am Mittwochabend mit einer Demonstration vor dem Parlamentsgebäude in Athen ihren Höhepunkt erreichen. Am späten Mittwochabend soll nämlich das neue Sparprogramm vom Parlament gebilligt werden.

 
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17 Kommentare zu "Turbulente Woche: Griechenland in Streikstarre"

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  • @ Delinix
    Schade, dass ich Ihnen hier widersprechen muss. Ihre anderen Kommentare trafen weitgehend meine Zustimmung. Ich denke nämlich, der Euro sollte erhalten bleiben. Sicherlich nicht um jeden Preis und genau genommen, ist dass was passiert auch keine Euro-Rettungspolitik. Es ist doch vielmehr Politikerrettungspolitik und damit vielleicht doch Friedenspolitik. Was würde denn passieren, wenn man die Banken mit ihren uneinbringlichen Forderungen abwickelt? Sparer würden ihre Einlagen oder Rentenansprüche verlieren, Unternehmer einen Teil ihrer Kapitalbasis. Die Politiker und Banker würden vielleicht endlich mal auf die Fresse kriegen, was den Deutschen eh keiner zutraut.
    Aber das Geld wird doch gar nicht gebraucht, nicht zum Leben, dann wäre es nicht fürs Sparen übrig, nicht für Investitionen, dann wäre es sinnvoller gebunden. Meinetwegen zur Alterssicherung, aber dann sollte es schon pfiffiger angelgt werden, als dass man den Konsum anderer damit finanziert. Oder denken Sie etwa, dass Oma ihrem Enkel ein Auto kauft, um das Geld inklusive Zinsen zurückzubekommen? Wenn sie Glück hat, fährt der Enkel sie mal damit zum Arzt. Am liebsten wäre es der Oma, wenn der Enkel ihr altes Auto nimmt, das sie eh nicht mehr fahren kann und damit er nicht murrt, weil es kein chicer Flitzer ist und viel zu viel säuft, bekommt er noch ein paar Euros dazu. So ähnlich hat es doch Deutschland gemacht: Kauft unseren Schrott und wir geben euch das Geld dafür. Es war zwar das Geld der anderen, aber die haben es gerade nicht gebraucht und waren auch noch zu blöd, darauf aufzupassen.
    Wenn dann die Verluste mit der Abwicklung der Banken endlich realisiert sind, würden alle wieder merken, dass man für Wohlstand doch selbst arbeiten muss, dass man sich dafür nützlichere Fähigkeiten aneignen muss, als Geld zu zählen, dass es nicht das gleiche ist, ob man Geld in der Hand oder auf dem Konto hat und dass es nicht genügt, wenn Oma fleißig und sparsam war.

  • Wie man an ihrem Kommentar sehen kann, funktioniert das Griechen-Bashing doch wunderbar.

    Und jetzt bitte nicht das Argument, dass die Griechen viel zu hohe Löhne hatten. Ja, sicher, im nachhinen gesehen ist das so. Aber: Auch sie hätten massiven Lohnerhöhungen für die eigene Figur gerne zugestimmt und nicht einen Gedanken daran verschwendet, ob das Geld vielleicht irgend wann einmal irgend wo fehlen könnte.

    Die Griechen leiden genau so unter den Fehlentscheidungen der Politiker wie alle anderen Bürger auch.

  • @merxdunix
    @nikos36
    Wenn Sie fertig sind mit Ihrer literarischen Diskussion, dann könnten Sie ja mal selbst etwas auf die Beine stellen, damit sich etwas ändert.
    Denn der blanke Austausch von oppositionellen Gedanken ist zwar ganz nett, aber er bringt eben leider nichts.
    Malen Sie doch mal an den Bund der der Steuerzahler. Die setzen sich als eine der ganz wenigen Institutionen gegen die Euro-Rettungspolitik ein. Sie sind allesamt auf UNSERER Seite.
    Ich denke, wir sind inzwischen viele und es lohnt sich, alle zusammen zu bringen auf Demos bundesweit. Uns fehlt aber einer, der uns organisiert.

    Den anderen Menschen fällt es schließlich auch auf, das da eine völlig irre Diskrepanz ist zwischen dem mehrfachen Verschleudern von Milliarden Euros auf der einen Seite und dem gönnerhaften Knausern mit anschließender Selbstbeweihräucherung z.B. in Sachen Praxisgebühr gibt. Besonders übel wird mir, wenn ich daran denke, dass der Überschuss der Krankenkassen ja den Bürgern gehört und nicht den Parteien, die jetzt so großzügig mit fremden Geld umgehen und so tun als gehöre es ihnen.
    Glauben Sie mir, wir sind bestimmt VIELE.
    Wer möchte denn in einem Land leben, das zwar andere Länder fortlaufend subventioniert, aber sich selbst seine Alten nicht mehr leisten kann und sie gnadenlos ins Ausland exportiert!
    Wenden Sie sich ALLE an den Bund der Steuerzahler, damit er uns ALLE organisiert! Ich werde es auch tun.

  • @ Smokie2012
    Ich habe, glaub' ich, den Fehler gefunden. Es muss heißen: Streik! Mich! Reich!
    Stimmts?

  • @ Nikos36
    Sie sagen es, was unsere Politiker betrifft, haben wir tatsächlich nur eine Stimme auf dem Papier und das Papier heißt Stimmzettel. Was nützen aber alle Unmutsbekundungen, wenn man am Wahltag das Kreuzchen doch wieder an der gewohnten Stelle macht. Und wenn wir zwischen den Wahlen keine Beachtung finden, dann liegt es vielleicht auch daran, dass es mit der Selbstachtung nicht weit her ist. Wer schmeißt schon seinen Job hin, weil er mit dem was der Chef tut nicht einverstanden ist? Wer räumt sein Spar- oder Rentenkonto ab, obwohl die Bankster das Geld gegen ihn verwenden? Wer verweigert Konsum, weil die darauf entrichteten Steuern verschwendet werden? Wer verzichtet auf Wohlstand, um nicht davon abhängig zu sein?
    Kann man denn erwarten, mit seinem Gemeckere ernst genommen zu werden, wenn man doch jeden Tag selbst dazu beiträgt, dass sich nichts ändert?!

  • Das würde es in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht geben.

    "Gottseidank, dass auch in den Vereinigten Staaten über unseren Köpfen Drohnen kreisen? Aus welchem Grund? Warum werden auch die kleinsten Polizeikräfte in den entlegensten Regionen mit gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet? Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen. In kleinen blütenweißen Ortschaften nördlich von Atlanta im US-Bundesstaat Georgia verfügen die Gemeinden mit teilweise sehr luxuriösen Anwesen über praktisch paramilitärische Polizeikräfte mit gepanzerten Fahrzeugen und automatischen Waffen. Überall sind Sondereinsatzkommandos in Tarnanzügen zu sehen. Was hat
    das alles zu bedeuten? In diesen kleinen fast ländlichen Regionen wird niemand jemals einen Terroristen zu Gesicht bekommen, und es wird auch keine Geiselnahme stattfinden. Dennoch sind alle bis an die Zähne bewaffnet. Sie sind so stark bewaffnet, dass sie unverzüglich zu Kampfeinsätzen gegen das Dritte Reich oder die Rote Armee geschickt werden könnten."

  • @merxdunix: Ich habe mitnichten george.orwell widersprochen. Klar hat er Recht. Vielleicht habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt. In den letzten Jahren kommt es einen so vor, als würde man nur dann beachtet werden, wenn man etwas besonders schlimmes anstellt. Als Normalo-Bürger habe ich zwar das Recht auf freie Meinung, auch Unmutsbeteuerungen, jedoch Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Maße. Ich sehe nur, das fast überall in Europa das Volk was zu sagen hat, aber niemand hört eigentlich so richtig darauf. Damit sind die Entscheidungsträger gemeint. Ich fürchte, wenn die Abgabe von Souveränität an Brüssel so richtig in Fahrt kommt, dann haben wir nur noch eine Stimme auf dem Papier, nach dem Motto.....Schön, dass wir darüber gesprochen haben.

  • @ Nikos36
    Na – heute schon resigniert? Klar haben wir eine Stimme, aber eben nur eine von etlichen Millionen. Das ist immer noch unendlich viel mehr als keine Stimme, sagt aber noch nichts darüber aus, ob man auch eine Meinung hat und dafür eintritt. Sie können sich ja vor den Bundestag stellen, nur treffen Sie da keinen, der Ihnen zuhört. Die sind alle zu mandatsfernen Vorträgen und Nebentätigkeiten. Es gibt aber hoffentlich mindestens einen, der Ihnen zuhört – Sie selbst und mit ein bisschen Glück Ihre Freunde, Nachbarn oder Kollegen.
    george.orwell hat also Recht, wenn er die Sklaverei als Ziel der aktuellen Politik ausmacht. Die beschränkt sich auch nicht auf die Griechen, die sind nur als nächstes dran. Ob sie sich das gefallen, ist eine andere Frage. Bei den Deutschen hat’s funktioniert.

  • Es ist schon erstaunlich welchen Wirbel man durch Nichtstun verursachen kann und man fragt sich auch, warum erst richtig ’was losgehen soll, obwohl keiner mehr arbeitet :).
    Vielleicht haben die Griechen ja schon längst begriffen, dass alle Arbeit nichts bringt, wenn man es zulässt, dass andere das Erreichte zunichte machen oder sogar gegen einen verwenden. Vielleicht lernen ja endlich mal auch die Deutschen etwas daraus.

  • Wir dürfen doch gar nicht allein entscheiden. Oder glauben Sie, dass wir hier in D eine Stimme haben? ( ich meine uns alle als Bürger ).

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