Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

U-Haft ohne Anklage Türkisches Gericht weist Deniz Yücels Klage auf Schadensersatz ab

Der Korrespondent verbrachte ein Jahr lang im türkischen Gefängnis – ohne Anklage. Eine Forderung auf Schadensersatz wurde nun jedoch abgewiesen.
Kommentieren
Türkei: Gericht weist Deniz Yücels Klage auf Schadensersatz ab Quelle: dpa
Deniz Yücel

Der „Welt“-Journalist fordert von der Türkei eine Entschädigungszahlung von rund 400.000 Euro.

(Foto: dpa)

Istanbul, BerlinEin türkisches Gericht hat die Klage des deutschen „Welt“-Reporters Deniz Yücel auf Schadenersatz nach einjähriger U-Haft abgewiesen. Das Gericht habe keinen Grund für seine Entscheidung genannt, sagte Yücels Anwalt Veysel Ok der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Yücel werde sie innerhalb einer Woche anfechten. „Wir sind fest entschlossen, diesen Fall so weit zu tragen wie möglich – auch zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.“ Yücel selbst meldete sich zunächst nicht zu Wort.

Der Reporter, dessen einjährige Inhaftierung ohne Anklageschrift die deutsch-türkischen Beziehungen im vergangenen Jahr schwer belastet hatte, hatte die türkische Regierung Ende August auf 2,98 Millionen Lira Entschädigung (etwa 400.000 Euro) verklagt. Die Summe setzte sich zusammen aus Entschädigungen für Verdienstausfälle und Anwaltskosten sowie Schmerzensgeld wegen Freiheitsberaubung.

Yücel hätte für seine Arbeit als Journalist nicht einmal festgenommen werden dürfen, sagte Anwalt Ok damals. „Die Regierung und das Gericht müssen einen Preis zahlen für diese Ungerechtigkeit.“ In der Klageschrift, die der dpa vorliegt, heißt es, Yücel sei unter „unmenschlichen Bedingungen“ festgehalten worden. Er saß zum Beispiel lange in Einzelhaft. Dies werde ein Präzedenzfall für andere „unterdrückte Journalisten“, sagte Ok am Dienstag.

Im Februar war Yücel aus der U-Haft im Gefängnis Silivri bei Istanbul freigelassen worden und durfte ausreisen. Gleichzeitig wurde Anklage erhoben; das Verfahren geht weiter. Der Vorwurf lautet unter anderem auf „Propaganda für eine Terrororganisation“.

Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft. Derzeit sitzen nach offiziellen Angaben noch fünf weitere Deutsche „aus politischen Gründen“ in Haft. Vor einem Staatsbesuch von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Deutschland Ende der Woche zeigte die Türkei teilweise Entgegenkommen. Vergangene Woche war ein Deutscher aus der Haft freigekommen. Zwei bei der Einreise festgehaltene und der Terrorpropaganda beschuldigte Deutsche waren in den vergangenen Tagen schnell wieder freigelassen worden.

Brexit 2019
  • dpa
Startseite

Mehr zu: U-Haft ohne Anklage - Türkisches Gericht weist Deniz Yücels Klage auf Schadensersatz ab

0 Kommentare zu "U-Haft ohne Anklage: Türkisches Gericht weist Deniz Yücels Klage auf Schadensersatz ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.