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Überbelegtes Gefängnis in Griechenland Zwei Tote bei Häftlingsstreit

Eigentlich ist das Gefängnis in der griechischen Stadt Korydallos für 800 Insassen ausgelegt. Derzeit sind rund 2000 Menschen dort inhaftiert. Ein Streit zwischen Häftlingen forderte nun zwei Tote und mehrere Verletzte.
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Zwei pakistanische Insassen starben am Sonntag bei Unruhen im Gefängnis der griechischen Stadt Korydallos in der Nähe von Athen. 21 weitere Häftlinge wurden verletzt. Quelle: ap
Gefängnis in Korydallos

Zwei pakistanische Insassen starben am Sonntag bei Unruhen im Gefängnis der griechischen Stadt Korydallos in der Nähe von Athen. 21 weitere Häftlinge wurden verletzt.

(Foto: ap)

AthenIn einem überfüllten griechischen Gefängnis sind bei einem Kampf zwischen Häftlingen zwei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Bei den Todesopfern im Gefängnis von Korydallos bei Athen handele es sich um zwei Pakistaner, teilte das griechische Justizministerium mit. Ressortchef Nikos Paraskevopoulos bezeichnete den Vorfall als Folge von Personalmangel und Überbelegung des Gefängnisses. Das Ministerium leitete am Montag eine Untersuchung ein.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte es im Gefängnis von Korydallos seit Sonntagnachmittag Spannungen zwischen zwei Gruppen von Insassen unterschiedlicher Nationalitäten gegeben. Häftlinge aus Albanien und arabischen Ländern lieferten sich demnach eine Auseinandersetzung mit pakistanischen Häftlingen. Als die Häftlinge nach dem Abendessen in ihre Zellen zurückkehren sollten, griffen sich die beiden Gruppen den Angaben zufolge mit selbst gebauten Stichwaffen an.

Zwei Pakistaner wurden laut Justizministerium getötet und 21 weitere Häftlinge verletzt. Drei von ihnen wurden am Montag noch auf der Krankenstation der Haftanstalt behandelt. Wie das Justizministerium am Montag mitteilte, war der Auslöser des Streits weiter unklar. Eine „sorgfältige“ Untersuchung des Vorfalls sei eingeleitet worden.

Ein Polizist, der in der Haftanstalt arbeitet, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Lage sei offenbar wieder unter Kontrolle. Die Gefängnisleitung sei mit Vertretern des Justizministeriums zusammengetroffen, um den Vorfall zu erörtern, fügte Sakis Totolides hinzu. Aus Ermittlerkreisen hieß es, die Häftlinge seien nach dem Vorfall durchsucht und dann zurück in ihre Zellen gebracht worden. Am Montag war die Lage in der Haftanstalt ruhig, wie aus Justizkreisen verlautete.

Justizminister Paraskevopoulos brachte bei einem Besuch des Gefängnisses am Sonntagabend seine „Trauer über den Verlust von Menschen“ zum Ausdruck. „Leider sind diese Probleme das Resultat der Überbelegung der Gefängnisse und des Personalmangels“, sagte der Minister. Er verwies auf ein kürzlich verabschiedetes Gesetz der neuen linksgeführten Regierung, wonach die Situation in den Haftanstalten des Landes verbessert werden soll. Zudem sollen mehr elektronische Fußfesseln eingesetzt werden, um bestimmte Häftlinge in den Hausarrest schicken zu können und so die Gefängnisse zu entlasten.

In Korydallos sind derzeit rund 2000 Häftlinge untergebracht, obwohl das größte Gefängnis des Landes eigentlich nur für 800 Insassen ausgelegt ist. In der Anstalt sitzen sehr unterschiedliche Straftäter ein - Kriminelle, Anarchisten sowie korrupte Politiker. Der Vorsitzende der Gewerkschaft des Gefängnispersonals, Spyros Karakitsos, kritisierte, die Lage in den griechischen Gefängnissen sei „außer Kontrolle“.

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  • afp
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