Übergangsregierung Ägypten stimmt für eine neue Verfassung

Die Ägypter stimmen offenbar mit einer großer Mehrheit für die neue Verfassung. Das Referendum soll nach den Worten von Interimspräsident Adli Mansur den Weg für baldige Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereiten.
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Eine Ägypterin wirft ihren Wahlzettel ein. Ägypten habe sich mit großer Mehrheit für die neue Verfassung entschieden, berichten ägyptische Medien. Zahlen nennen sie nicht. Quelle: dpa

Eine Ägypterin wirft ihren Wahlzettel ein. Ägypten habe sich mit großer Mehrheit für die neue Verfassung entschieden, berichten ägyptische Medien. Zahlen nennen sie nicht.

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KairoBei der Volksabstimmung über eine neue Verfassung in Ägypten haben die Wähler staatlichen Medien zufolge den umstrittenen Text mit überwältigender Mehrheit gebilligt. Die Zustimmung liege laut ersten Hochrechnungen bei mindestens 90 Prozent, hieß es am Donnerstag. Am Abend war in einer Erklärung der Präsidentschaft ohne konkrete Angaben von einer "hohen Wahlbeteiligung" die Rede. Das amtliche Ergebnis wird bis spätestens Samstagabend erwartet.

In der Erklärung der Präsidentschaft hieß es, die „hohe Wahlbeteiligung“ bedeute eine „Absage an den Terrorismus“ und eine Zustimmung zu „Wirtschaftsentwicklung und Stabilität“. Die staatliche Tageszeitung „Al-Achbar“ titelte: „Die Menschen sagen ja.“ Auch die Zeitung „Al-Ahram“ berichtete über hohe Zustimmungswerte. Beide Blätter nannten allerdings keine Zahlen.

Ein Armeesprecher dankte den „Massen“ von Wählern, die sich am Dienstag und Mittwoch an der „heroischen Schlacht des Referendums“ beteiligt hätten. Die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung erhofft sich von einer hohen Wahlbeteiligung eine Stärkung ihrer Legitimität. Die Volksbefragung gilt zudem als wichtiger Stimmungstest für Armeechef Abdel Fattah al-Sisi. Der Vizeregierungschef und Verteidigungsminister ist seit der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee im Juli Ägyptens starker Mann. Al-Sisi kündigte bereits an, bei der Präsidentschaftswahl zu kandidieren, wenn „das Volk dies will“.

Das Referendum soll nach den Worten von Interimspräsident Adli Mansur den Weg für baldige Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereiten und so ein halbes Jahr nach Mursis Sturz die „Rückkehr zur politischen Normalität“ ermöglichen. Mursis Anhänger, die zum Boykott des Referendums aufgerufen hatten, sprachen am Donnerstag erneut von einer „Maskerade“ und riefen zu weiteren Protestdemonstrationen auf.

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