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Überraschendes Angebot Nordkorea schlägt Südkorea Ende militärischer Provokationen vor

In den vergangenen Tagen provozierte Nordkorea mit Raketentests, jetzt kommen versöhnliche Worte aus Pjöngjang: Man sei bereit, eine Art Abkommen zu schließen, um Provokationen ein Ende zu setzen.
30.06.2014 - 10:49 Uhr Kommentieren
Kim Jong-un beobachtet einen Raketenstart. Angesichts solcher Bilder kommt das Angebot an Südkorea überraschend. Quelle: dpa

Kim Jong-un beobachtet einen Raketenstart. Angesichts solcher Bilder kommt das Angebot an Südkorea überraschend.

(Foto: dpa)

Seoul Unmittelbar nach mehreren Raketenstarts hat die nordkoreanische Führung Südkorea überraschend ein Ende der militärischen und verbalen Provokationen vorgeschlagen. Pjöngjang sei bereit, eine entsprechende Vereinbarung zu treffen und ab Freitag umzusetzen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag unter Berufung auf die Nationale Verteidigungskommission, die höchste militärische Instanz in Nordkorea. Zugleich hieß es, zwei festgenommenen US-Touristen solle der Prozess gemacht werden.

Den KCNA-Angaben zufolge soll es bei einer möglichen Vereinbarung vor allem um ein Ende der Provokationen an den Seegrenzen gehen. Südkorea solle ein für August geplantes neues Manöver gemeinsam mit den USA absagen, hieß es. Damit könne auch ein harmonischer Verlauf der Asienspiele im September und Oktober gewährleistet werden. Das Sportgroßereignis soll in der Stadt Incheon im Nordwesten Südkoreas stattfinden.

Nord- und Südkorea befinden sich formal im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Am Sonntag feuerte Nordkorea zwei Scud-Raketen mit einer Reichweite bis zu 500 Kilometern ab, die vor der Küste im Meer landeten. Am Donnerstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben erfolgreich eine neue ferngelenkte Rakete getestet.

Am Donnerstag und Freitag wird Chinas Staatschef Xi Jinping zu einem Besuch in Südkorea erwartet. Anschließend reist er nach Nordkorea. China ist der wichtigste Verbündete des kommunistischen Nordkoreas, doch mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass Peking mit der konfrontativen Politik Pjöngjangs nicht einverstanden ist. Seit seinem Amtsantritt reiste Xi bislang nicht nach Pjöngjang.

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    KCNA berichtete am Montag zudem, zwei festgenommenen US-Touristen solle der Prozess gemacht werden. Den Häftlingen Matthew Todd Miller und Jeffrey Edward Fole würden "feindselige Akte" zur Last gelegt. Fowle wurde nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo Mitte Mai festgenommen, weil er in einem Hotel eine Bibel zurückließ. Der 24-jährige Miller wurde im April festgenommen, als er nach der Einreise nach Nordkorea Asyl beantragte.

    Die US-Regierung riet im Mai in einer neuen Reisewarnung ihren Bürgern von Aufenthalten in dem kommunistischen Land ab, weil dort selbst bei geführten Reisen die Gefahr einer willkürlichen Festnahme bestehe. Die USA haben keine diplomatische Vertretung in Pjöngjang, die US-Interessen werde von der schwedischen Botschaft wahrgenommen.

    • afp
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