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Uiguren Türkei ruft China zur Schließung von Internierungslagern auf

Mehr als eine Millionen muslimische Uiguren werden in Umerziehungslagern festgehalten. Die Türkei ruft die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.
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Die chinesische Regierung wirft der muslimischen Volksgruppe Separatismus und religiösen Extremismus vor. Quelle: dpa
Uiguren in Xinjiang

Die chinesische Regierung wirft der muslimischen Volksgruppe Separatismus und religiösen Extremismus vor.

(Foto: dpa)

IstanbulDie Türkei fordert China auf, seine Internierungslager für muslimische Uiguren zu schließen. Wie Angehörige der Minderheit in der Volksrepublik behandelt würden, sei zutiefst „beschämend für die Menschheit“, rügte Außenamtssprecher Hami Aksoy in einer Erklärung vom Samstag. Es sei „kein Geheimnis mehr“, dass China mehr als eine Million Uiguren willkürlich in „Konzentrationslagern“ interniert habe.

Die muslimische Bevölkerung habe mit Druck und „systematischer Assimilierung“ im Westen der Volksrepublik zu kämpfen. Chinas Behörden haben zuletzt ihr Vorgehen gegen Uiguren noch einmal verschärft, erste Druckmaßnahmen waren bereits nach blutigen Unruhen im Jahr 2009 ergriffen worden. Zahlreiche Uiguren sind geflohen, davon viele in die Türkei.

Ankara habe Peking seine Position schon „auf allen Ebenen“ deutlich gemacht und darauf gedrungen, dass die Haftanstalten geschlossen und Menschenrechte geachtet würden, erklärte Aksoy. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte China einst „Genozid“ vorgeworfen, seitdem jedoch die diplomatischen und ökonomischen Beziehungen zu Peking vertieft.

Chinas Botschaft in Ankara verwehrte sich der Kritik. Aksoys Kommentare seien nicht zu akzeptieren, schrieb sie auf ihrer Webseite. Die Regierung in Peking spricht von notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, um gegen islamistische Aufständische vorzugehen und den Frieden in der Unruheregion Xinjiang wiederherzustellen.

Die Regierung in Ankara rief die internationale Gemeinschaft und UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum Handeln auf. In den Lagern sowie in Gefängnissen seien willkürlich festgehaltene Uiguren Folter und politischer Gehirnwäsche ausgesetzt.

Kürzlich war der uigurische Dichter und Musiker Abdurehim Heyit in der Haft gestorben. Der Lautenspieler war wegen eines Liedes zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Einige Beobachter hatten die Festnahme als Hinweis darauf verstanden, dass die Volksrepublik stärker gegen uigurische Intellektuelle und Kulturschaffende vorgeht, um Sprache und Identität der Volksgruppe auszulöschen.

Ein UN-Menschenrechtsgremium hatte im vergangenen Jahr berichtet, mehr als eine Million Angehörige des Uiguren-Volkes würden in chinesischen Einrichtungen festgehalten, die geheimen Internierungslagern ähnelten. Die Uiguren sind ein muslimisches Turkvolk, das insbesondere in Xinjiang lebt. Dort sind bei Unruhen in den vergangenen Jahren Hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Nach steigendem Druck von außen hatten die chinesischen Behörden die Existenz von Umerziehungslagern eingeräumt. Wie viele Uiguren dort inhaftiert sind und wie lange sie festgehalten werden, wird offiziell nicht mitgeteilt.

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