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Ukraine-Affäre Die zwielichtigen Verbindungen der Gasfirma Burisma

Die Firma im Zentrum der Ukraine-Affäre gehört einem Russland-nahen Oligarchen. Im Aufsichtsrat war Hunter Biden nicht die einzige interessante Figur.
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Der Besitzer von Burisma war Minister in Russland-nahen Regierungen. Quelle: Wikipedia
Mykola Slotschewski

Der Besitzer von Burisma war Minister in Russland-nahen Regierungen.

(Foto: Wikipedia)

Berlin Wenn gegen US-Präsident Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wird, dann hat dies viel mit der ukrainischen Firma Burisma zu tun. Dort war Hunter Biden, der Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden, rund fünf Jahre lang im Aufsichtsrat. 50.000 Euro pro Monat soll er bekommen haben. Kurz bevor sein Vater im August seine Kandidatur verkündete, trat er zurück.

Im Aufsichtsrat des nach eigenen Angaben „führenden privaten Erdgasproduzenten“ in der Ukraine sitzen weitere Prominente: der frühere Präsident Polens, Aleksander Kwasniewski, der frühere Investmentbanker Alen Apter als Aufsichtsratschef und der frühere CIA-Antiterrorchef Josef Cofer Black. Außerdem sitzen mehrere Zyprer im Board.

Offiziell ist das Unternehmen in der zyprischen Stadt Limassol registriert – ein typisches Offshore-Konstrukt wie es viele ukrainische Oligarchen betreiben. Es gehört wohl zum Reich von Mykola Slotschewski. Dieser war Minister in der Ära der Russland-treuen Präsidenten Leonid Kutschma und Viktor Janukowitsch, die beide mit heftigen Korruptionsvorwürfen konfrontiert sind. Burisma steht damit für die alte, eng an Russland gebundene Ukraine.

Janukowitsch war im Februar 2014 abgesetzt worden. Zwei Monate später wurde Hunter Biden in den Burisma-Aufsichtsrat berufen. In Russland wird immer wieder behauptet, die Maidan-Revolution, die Janukowitsch das Amt kostete, sei vom Westen initiiert gewesen. Die Berufung Bidens dient dabei als Beweis: Sie sei eine Art Bezahlung.

Parallel zur Berufung Bidens waren in Großbritannien Korruptionsermittlungen gegen Slotschewski eröffnet worden. Im Januar 2015 wurden diese allerdings eingestellt und Burismas eingefrorene Konten wieder freigegeben. Der damalige US-Botschafter in Kiew warf der Ukraine vor, entscheidende Dokumente zurückgehalten zu haben. Deswegen seien die Ermittlungen gegen Slotschewski nicht erfolgreich gewesen. Dieser habe zum Aufbau seiner Firma 23 Millionen Dollar ukrainische Steuereinnahmen nach Zypern geschleust.

Jahrelang tobte der Streit darüber und mehrere, inzwischen abgesetzte, Generalstaatsanwälte wurden der bewussten Untätigkeit beschuldigt. Zuletzt hatte der am 29. August abgelöste Generalstaatsanwalt Juri Luzenko allerdings gesagt, Hunter Biden haben sich in der Causa Burisma nichts zu Schulden kommen lassen. Klar ist nur, welche Position Biden inne hatte.

Bei Burisma war er zuständig für die „Leitung der Rechtsabteilung der Holding und für die Vertretung des Unternehmens bei internationalen Organisationen“.

Mehr: Das sind die wichtigsten Akteure der Ukraine-Affäre.

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1 Kommentar zu "Ukraine-Affäre: Die zwielichtigen Verbindungen der Gasfirma Burisma"

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  • Leider eine sehr verkürzte Geschichte im Vergleich zu anderen Quellen.
    Dabei hat Ukraine ein eine wichtige Rolle wegen der komplexen Gemengelage, von Donbass, Russland, Visa, Arbeitsmigration bis NATO.

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