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Ukraine Das Epizentrum des Widerstands

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„Die Menschen haben keine Angst mehr“

Viktor Janukowitsch flieht im Helikopter

„Lemberg ist eine revolutionäre Stadt, weil wir keine Angst haben, unsere Meinung offen zu sagen“, meint Nataliya Pipa. Und vor allem werden Kritik oder Anregungen von Bürgermeister Andriy Sadowyy ernstgenommen. Deshalb ist er bereits seit acht Jahren an der Spitze der Stadtverwaltung. Er verkörpert einen neuen Typus Politiker – nah am Volk, unprätentiös, pragmatisch. Sollte die Ukraine in Zukunft tatsächlich einen Westkurs einschlagen, könnte er zum Vorbild für viele andere Städte in der Ukraine werden. „Wir haben keine romantischen Vorstellungen mehr wie nach der Orangenen Revolution“, sagt Nataliya Pipa, „wir wissen, dass wir uns nicht auf die Politik verlassen können und das wir selber einen Beitrag zum Umbruch des Landes leisten müssen – aber ich bin mir sicher, die meisten sind dazu bereit.“

Der Journalist Taras Voznyak ergänzt: „Die Menschen haben keine Angst mehr, das ist eigentlich der wichtigste Verdienst dieser Revolution.“ Und dass das Land drohe in zwei Teile zu zerfallen, sei russische Propaganda. „Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die Menschen auf der Krim so leben wollen wie die in Transnistrien oder Abchasien!“ Fakt ist, das Land steht vor einem Staatsbankrott. Fakt ist auch, dass viele Menschen für die Idee von Europa gestorben sind. Darunter waren kluge, gebildete Männer – mit dem Revoluzzer-Gen. Die Erinnerung an sie wird die eigenen Ansprüche nach oben schrauben. Den Ukrainern ist klar, dies ist erst der Anfang. Aber: Dieses Mal will man alles dafür tun, es richtig zu machen. Lemberg wird mit seiner westlichen Tradition sicher eine wichtige Vorreiterrolle einnehmen.

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4 Kommentare zu "Ukraine: Das Epizentrum des Widerstands"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • >>eine solche Menge von bewaffneten und gewaltbereiten "Demonstranten", wie sie, von weither herangeschafft, den Maidan bevölkerten,<<

    Wie eine Frau in einem Spiegel Forum berichtet, die selbst zu der Demonstrationszeit vor Ort war, wurden die Demonstranten von überall her in Bussen heran gefahren.
    Sie bekamen dafür 100 $ pro Person und wer eine Waffe mitbrachte, bekam 50$ mehr, auch jene, die sich in die vordersten Reihen begaben.....

  • Ich finde es interessant, dass Putin nicht die Gunst der Stunde nutzt, um die Ostukraine einschließlich der Krim zu besetzen. Man hätte mit Sevastopol dann endlich wieder einen ordentlichen Hafen am Schwarzen Meer und man könnte sich auch besser gegen die islamische Einflussnahme durch die südlichen Republiken Usbekistan, Tadschikistan wappnen. Der ukrainischen Bevölkerung wäre es unter der Hegemonie Russlands sowieso besser ergangen, weil Russland das Land mit Milliarden an Hilfen und Energielieferungen unterstützt, während die bankrotten Europäer nur mit IWF Krediten winken, die die arme ukrainischen Bevölkerung auf Jahre versklaven wird. Also bis zum Dnepjr könnte sich Russland problemlos nach Westen ausdehnen. Wäre für alle besser.

  • Wenn die Ukrainer genauso selbstbewusst protestieren, wenn sie merken, was die EU so alles bieted bzw nicht bieted, dann nur rein mit ihnen. Davon könnten die anderen "Europäer" lernen.

    Aber am meisten könnten "die Europäer" lernen, wenn man die Ukraine pleite gehen lässt.

    Ich wette hundertausende Deutsche würden freiwillig helfen, wenn in der Ukraine jemand verhungern sollte vor lauter Mitgefühl. Die Deutschen in erster "Front", weil sie gutmütige Menschen sind. Vollgepackte Autos würden in die Ukraine fahren.. usw...
    Aber es dreht sich dummerweise nicht um Menschen in erster Linie, das wissen wir doch - alle, oder?







  • Ich denke, eine solche Menge von bewaffneten und gewaltbereiten "Demonstranten", wie sie, von weither herangeschafft, den Maidan bevölkerten, hätte sich z.B. in Washington gar nicht bilden können. Schon das erste renitente Grüppchen ware vermutlich von schwerbewaffneten Polizisten und Elitekämpfern niedergemacht und als "Terroristen" auf Jahrzehnte eingesperrt worden. Wehe ihnen, wenn auch nur ein einziger Polizist zu Schaden gekommen wäre! (Zur Erinnerung ein Vorgang aus dem vergangenen Jahr: Eine junge Autofahrerin mit Kleinkind auf dem Rücksitz ist von Polizei durch Washingtoner Straßen gejagt worden; als sie, von einer Straßensperre gestoppt, aus dem Wagen stieg, ist sie von dort auf der Lauer liegenden vermummten Scharfschützen erschossen worden!) Weder unsere Politiker noch unsere Medien würden wagen, die dortigen Opfer von Staatsgewalt als heldenhafte "Revoluzzer" zu feiern und ihnen etwa den US-Präsidenten als "Massenmörder" gegenüberzustellen! Im Gegenteil, selbst die vielen Opfer mörderischer US-Drohnen sind ihnen kein Anlass, den Verantwortlichen im Weißen Haus an den Pranger zu stellen. Ist dieses Messen mit zweierlei Maßstäben nicht typisch für die Art und Weise, wie Politik und Medien uns lenken? Wir sind daran so sehr gewöhnt, dass die meisten es nicht einmal wahrnehmen.