Ukraine-Krieg: Putin dreht Bulgaren den Gashahn zu – doch in Sofia finden sie kluge Antworten
Weil sich die Konzernschwester Bulgargaz geweigert hatte, russische Gaslieferungen in Rubel zu bezahlen, stellte Moskau die Versorgung ein.
Foto: ReutersAthen. Stell dir vor, Russland dreht das Gas ab, aber keiner merkt es. So ist es derzeit in Bulgarien. Am 27. April stellte der russische Staatskonzern Gazprom seine Erdgaslieferungen an Bulgarien ein, weil sich die bulgarische Bulgargaz weigerte, die Rechnungen in Rubel zu bezahlen.
Doch obwohl Bulgarien bis dahin 90 Prozent seines Gases aus Russland bezog, macht sich der Lieferstopp für die privaten Haushalte und die gewerblichen Abnehmer nicht bemerkbar. Versorgungsengpässe oder Rationierungen gibt es nicht. Die Kunden von Bulgargaz können sogar hoffen, in Zukunft niedrigere Gasrechnungen zu bekommen.
Als der bulgarische Regierungschef Kiril Petkow diese Woche von einem Arbeitsbesuch in Washington nach Sofia zurückkehrte, brachte er eine gute Nachricht mit: Schon im Juni soll Bulgarien die erste Lieferung von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus den USA bekommen – zu Preisen, die etwas unter denen von Gazprom liegen, wie Petkow nach seinem Gespräch mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris berichtete.
Das amerikanische Gas soll Bulgarien über LNG-Terminals in Griechenland und der Türkei erreichen. Ein langfristiger LNG-Liefervertrag mit einer US-Gesellschaft soll zu Preisen weit unter denen der ersten Lieferungen geschlossen werden, kündigte Petkow an.