Ukraine-Krieg: Russland droht dem Westen mit heftigen Gegensanktionen – und dürfte einen hohen Preis zahlen
Der angedrohte Gasboykott ist nur eine der Gegensanktionen, die der Kreml vorbereitet hat.
Foto: ReutersBerlin. Immer wütender reagiert Russland auf die Sanktionen des Westens, die die Wirtschaft des Landes hart treffen. „Russlands Reaktion wird schnell, überlegt und empfindlich für diejenigen sein, die sie betrifft“, zitiert die russische Nachrichtenagentur RIA den Leiter der Abteilung für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Außenministerium, Dmitri Biritschewski, an diesem Mittwoch. Gerade erst verhängte die Regierung ein Exportverbot für in Russland befindliche Medizintechnik und Medikamente.
Auch der wichtige Rohstoffsektor gerät in den Fokus. Der für Energiefragen zuständige Vizepremier Alexander Nowak hat damit gedroht, die Gaslieferungen aus Russland zu stoppen: Russland habe „das Recht, spiegelbildlich auf die Sanktionen zu reagieren und ein Embargo zu erlassen auf die Durchleitung des Gases durch die Pipeline Nord Stream 1“. Auch andere Maßnahmen, die westliche Unternehmen treffen sollen, wurden verabschiedet oder sind in Vorbereitung.
Nord Stream 1 ist seit 2011 in Betrieb und ist laut Nowak momentan bis zu 100 Prozent ausgelastet. 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas werden jährlich durch die Pipeline gepumpt. Die Leitung gehört zu 51 Prozent dem staatlich kontrollierten russischen Gasriesen Gazprom und zu 49 Prozent den deutschen Konzernen Wintershall Dea und Eon sowie der niederländischen Gasunie und dem französischen Energieunternehmen Engie. Die durch Sanktionen gestoppte parallele Pipeline Nord Stream 2 gehört Gazprom allein.