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Ukraine-Krise Der Gas-Schock

Gas, Wasser, Strom: Die Versorger in der Ukraine drehen an der Preisschraube – auch, um die Energiepreise auf Marktniveau zu bringen. Doch die Kiewer haben genug und einen Galgen aufgestellt – mit deutlicher Botschaft.
16.05.2015 - 16:32 Uhr 2 Kommentare
Derzeit kennen die Preise der ukrainischen Versorger nur eine Richtung: nach oben. Quelle: Reuters
Höhenflug beim Gaspreis

Derzeit kennen die Preise der ukrainischen Versorger nur eine Richtung: nach oben.

(Foto: Reuters)

Kiew Böses Erwachen für viele Kiewer: In der vergangenen Woche haben die ukrainischen Energieversorger die Rechnungen für April verschickt – und die Gaspreise um 40 Prozent angehoben. Experten sagen, die Tarife seien um das drei- bis sechsfache überteuert. Bei den Bürgern wächst der Frust vor Abzocke und die Wut wegen der Tatenlosigkeit der Regierung.

In der Ukraine kennen die Preise nur eine Richtung: nach oben. Nach mehreren Erhöhungen im zweistelligen Prozentbereich 2014 haben die kommunalen Versorgungsbetriebe die Tarife zum Frühjahr nochmal kräftig angehoben: Wasser plus 55 Prozent, Elektrizität plus 67 Prozent und Gas plus 40 Prozent. Weitere Erhöhungen sind angekündigt. Die Firmen begründen den Anstieg damit, dass ausländische Geldgeber wie der Internationale Währungsfonds (IWF) die Betriebe zu solchen Maßnahmen zwängen.

Zwischen der ukrainischen Regierung und den internationalen Geldgebern dagegen herrscht aber Einigkeit darüber, dass die Gaspreise im Land bislang deutlich zu niedrig waren und die Ukraine entsprechend die geringste Energieeffizienz Europas aufweist. Mit dem IWF sei deshalb vereinbart worden, die Energiepreise innerhalb von zwei Jahren auf Marktniveau zu bringen, sagt der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin.

Für Energie-Experten wie Valentin Semljanski gibt es jedoch ganz andere Gründe für die explodierende Gaspreise: „Die Tarife sind sehr überteuert, weil die Firmen verdienen wollen“, sagt er im ukrainischen Fernsehen. Im vergangenen Jahr ist der Gasverbrauch sowohl bei den Privatkunden als auch bei den Großkunden aus der Industrie stark zurückgegangen, das hat vor allem wirtschaftliche Gründe.

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    Das BIP sank 2014 um 6,8 Prozent, in diesem Jahr rechnet die Europäische Bank für Wiederaufbau (EBRD) sogar mit einem Minus von 7,5 Prozent. „Die Energiefirmen wollen trotzdem Kasse machen und zwar auf dem Rücken der Privatkunden“, so Semljanskis Folgerung.

    Vor allem in den ukrainischen Großstädten wehren sich nun immer mehr Bürger gegen die steigenden Preise. In Charkiw, Dnipropetrowsk und in Kiew, kam es in dieser Woche zu en Protestformen. Vor der Metrostation Kretschatik, gegenüber dem Bürgermeisteramt in der Kiewer Innenstadt hatten Anatoli Baschlowka und seine Mitstreiter einen Galgen in Form eines Gasrohres aufgebaut.

    „Mich haben die Tarife umgebracht“
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    2 Kommentare zu "Ukraine-Krise: Der Gas-Schock"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ja ,so sind sie halt,die westlichen "Werte".

    • Muss man noch darauf hinweisen, dass die ukrainische Wirtschaft nicht um 6,8 oder 7,5 Prozent gesunken ist, sondern um 17,6 Prozent. Handelsblatt vom 13. Mai 2015.

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