Ukraine-Krise Kiew und Moskau einigen sich nur auf Feuerpause

Erst meldet die Ukraine, die Präsidenten Poroschenko und Putin hätten eine stabile Waffenruhe in der Ostukraine vereinbart. Dann widerspricht Moskau und Kiew korrigiert ebenfalls. Barack Obama zeigt sich skeptisch.
Update: 03.09.2014 - 12:14 Uhr 46 Kommentare
Poroschenko (l.) und Putin (Archivbild): „weitgehend einig“. Quelle: dpa

Poroschenko (l.) und Putin (Archivbild): „weitgehend einig“.

(Foto: dpa)

KiewDie permanente Waffenruhe, die Kiew am Morgen verkündet hatte, ist offenbar nur eine Feuerpause. Nachdem Russland laut der russischen Nachrichtenagentur RIA der ukrainischen Darstellung von einer permanenten Waffenruhe widerprochen hatte, milderte auch die ukrainische Präsidialverwaltung ihre Mitteilung zur Waffenruhe im Konfliktgebiet Donbass mit einer Korrektur deutlich ab.

Die Behörde strich den Zusatz „dauerhaft“ und informierte nur noch über ein vereinbartes „Regime der Feuerpause“, wie am Mittwoch auf der Internetseite des Präsidentenamtes zu sehen war. Die entsprechende Vereinbarung hätten die Präsidenten Wladimir Putin und Petro Poroschenko in einem Telefonat erzielt, hieß es am Mittwoch. Russland ließ mitteilen, man könne keine Waffenruhe aushandeln, weil man keine Partei im Konflikt sei.

Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte am Morgen erklärt, die Präsidenten beider Seiten seien sich über die möglichen Auswege aus der Krise „weitgehend einig“. In ihrem Gespräch hätten beide über notwendige erste Schritte zur Beendigung des Blutvergießens im Südosten beraten

Bei den Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Streitkräften waren in den vergangenen fünf Monaten nach Uno-Angaben fast 2600 Menschen getötet worden. Auf welche konkreten Schritte sich Putin und Poroschenko verständigten, blieb zunächst offen.

Beim Treffen zwischen Putin und Poroschenko am vergangenen Dienstag im weißrussischen Minsk hatte es noch keine spürbaren Fortschritte gegeben. Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen sogar noch zugespitzt. Insbesondere wirft die ukrainische Regierung Moskau vor, immer mehr Soldaten in die Region zu schicken, um die prorussischen Separatisten im Kampf gegen die Regierungstruppen zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

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46 Kommentare zu "Ukraine-Krise: Kiew und Moskau einigen sich nur auf Feuerpause"

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  • @Jakob Thomsen (Weißenfels)
    Sie erklären mir welche demokratische Legitimation der Maidan in Kiew hatte eine gewählte Regierung weg zu putschen und ich erkläre Ihnen welche Legitimation die führenden Kräfte der Neurussen haben im Auftrag aller Neurussen zu handeln.
    Okay, ich fange an:
    Müssten die Führungskräfte der Neurussen nicht und wären sie nicht gezwungen, den nach Neurussland hinein getragenen Krieg abzuwehren, hätten die vermutlich schon Wahlen abhalten lassen, so wie sie das Referendum, durchgeführt vor den militärischen Strafaktionen aus Kiew, aus dem sie ihre Legitimation zur Verteidigung von Neurussland ziehen, abgehalten haben.

    So, ich bitte um Ihre Erklärung!!!

    Ihre selektive Wahrnehmung und Geplapper in dem Forum ist nicht nur unseriös und plattester “Kindergarten“, es kann tatsächlich nur ideologisch deformierte Menschen ohne vorhandenes Denkvermögen überzeugen. Das ist so als ob Sie Frösche vom quaken überzeugen und zum Mitmachen animieren! QUAK

  • „Eine Regierung, die auf ihr eigenes Volk schießt, hat jede Legitimität verloren!“

    Für unsere Herrschaften, insbesondere Frau Merkel, kann man das etwas umdeuten: "Eine Regierung, die gegen ihr eigenes Volk handelt, hat jede Legitimität verloren."

    Insofern: Bitte um unverzüglichen Rücktritt, Frau Merkel, Herr Gabriel, Frau v.d. Leyen,... !
    Ach ja, Herrn Gauck bitte gleich mitnehmen.

  • "Polarist" finde ich gar nicht schlecht. Obwohl ich gerne zugebe manchmal auch zu polarisieren aber nicht um des Polarisieren willens sondern um extremen Dualisten, die glauben die Welt in "Gut" und "Böse" aufteilen zu können, etwas entgegenzu stellen, das doch wohl etwas
    realitätsangenäherter ist.

    "Polaristen" die dazu auch noch Bellizisten und Konfliktverschärfer sind haben allerdings bei mir nur sehr begrenzte Sympatiewerte, weil sie das Spiel das auf dieser Welt gespielt wird nur unzulänglich begreifen. lol

  • "Schlage zur Wortfindung Polaristen vor."

    Ich nicht. Das würde etwa bedeuten, Unterstützer demokratischer Strukturen in die Nähe von Autokraten und Despoten zu rücken. Das ist sicherlich nicht richtig. Damit würden wichtige Unterschiede verwischt.

    Ein Putinist ist und bleibt ein Unterstützer oder Apologet von Putins Doktrin.

  • @netshadow
    "Ganz streng genommen hat die Regierung die Pflicht die staatliche Ordnung wieder herzustellen."

    Ja, jetzt wo es zu spät ist, kann man es nur noch tief bedauern, dass die rechtmäßige Janukowitsch-Regierung im Februar diesen Jahres nicht den gewaltbereiten Pöbel auf dem Maidan festsetzen ließ!
    Hätte, hätte – Fahrradkette!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-warnt-janukowitsch-vor-gewalt-in-der-ukraine-a-945155.html

    Einige leiden tatsächlich immer wieder heftig am punktuellen Alzheimer-Syndrom. Was sagte unsere Kanzlerin noch im Februar in Meseburg?!

    „Meseberg - Mit deutlichen Worten hat Kanzlerin Merkel auf die Situation in der Ukraine reagiert. Die Kanzlerin warnte Präsident Wiktor Janukowitsch nach der Koalitionsklausur in Meseberg vor einer gewaltsamen Niederschlagung der Oppositionsproteste. "Wir erwarten von der ukrainischen Regierung, dass sie die demokratischen Freiheiten - insbesondere die Möglichkeit zu friedlichen Demonstrationen - sichert, dass sie Leben schützt, dass Gewaltanwendung nicht stattfindet", sagte Merkel. "Wir sind aufs Äußerste besorgt und empört darüber, in welcher Art und Weise Gesetze durchgepeitscht wurden, die diese Grundfreiheiten in Frage stellen."

    Ach so, das sagte diese tolle und aufrichtige Kämpferin für Humanität und Menschenrechte ebenfalls in Richtung Janukowitsch:

    „Eine Regierung, die auf ihr eigenes Volk schießt, hat jede Legitimität verloren!“

  • Putin ist in der Tat nicht Hitler, aber sein Vorgehen und seine Gefährdungspotenzial erinnern an Hitler.

    Putin würde vermutlich keine Juden in KZ ermorden, aber seine Taktiken zum Landraub und Destabilisation, seine "Russisches Blut und Boden Lehre" unterscheiden sich nicht wirklich von Hitler.

  • @netshadow

    Es handelt sich bei Soros "Investitionen" nicht um Investitionen in Industrieanlagen oder Infrastruktur sondern in Medien, Stiftungen u.s.w. zur Steuerung der öffentlichen Meinung.

    Gegen "normale" Investitionen ist natürlich wenig einzuwenden, wenn der Investor von einem wirtschaftlichen Erfolg überzeugt ist.

    Soros will Meinungen und Politik kaufen und das ist schon eine etwas andere Dimension.

  • Ein Argument ist dann beispielsweise gut, wenn es vollständig, folgerichtig und konsistent (bzw. die Annahmen konsistent sind ) ist. Ein Argument ist schlecht oder entkräftet, wenn sich aus ihm Widersprüche ergeben, die Annahmen schon widersprüchlich oder unvollständig sind. Und bei den putinistischen "Argumenten" ist es wirklich sehr einfach, diese zu widerlegen - dafür muss sich wirklich niemand anstrengen.

    Eines der blödesten Entgegnungsversuche besteht übrigens darin, Fremdworte wie "Obskurantismus" zu benutzen, wenn man sie gar nicht verstanden hat. Ich glaube jeder merkt, dass hier bestimmte Kenntnisse nicht vorhanden sind;)

  • Putin ist nicht zu trauen!
    Was er vor einer Stunde sagt, ist in der nächsten Stunde Makulatur!

    Mit so einem Gegenüber ist es sehr schwer zu einem Ziel zu kommen!

    Schlimm, wenn man solche Minderwertigkeitskomplexe hat und auf diese Art seine Stärke zeigen muss!

    Vor noch nicht all zu langer Zeit gab es in Russland große Demonstrationen gegen Putin, schon vergessen?

    Das ist alles weg, die Menschen klammern sich an einen Diktator und kuschen!

  • Ein weiteres wirklich schlechtes Argument ist - wie leider immer - das eigene Fehlverhalten - nämlich den Überfall auf ein souveränes Land, mit dem Fehlverhalten eines anderen Landes begründen zu wollen: Beides ist falsch - und man muss *beides* ächten.

    Es ist aber auch so: Wenn die USA im Unrecht sind, haben die Russen nicht automatisch recht. *Beide* können falsch liegen.

    Einer der schlimmste Denkfehler, den ich hier im Forum lese ist, der Wechsel in der Argumentationslinie: Mal wird so argumentiert, als sei Russlands Politik "gerechtfertigt", zwei Beiträge weiter behauptet die selbe Person dann "Russland sei nicht involviert". Wenn man stringent argumentieren möchte, kann nicht beides gelten: Entweder Russland ist nicht involviert, dann gibt's auch nichts zu relativieren, oder Russland ist involviert, dann bricht aber die "Putin ist Opfer"-Argumentation zusammen - mit der Folge, dass Putin ein gefährlicher Despot ist, der gestoppt werden muss.

    Das Problem ist aber: Putin unterstützt nachweislich die Separatisten - er gibt es sogar selbst zu... das macht ihn zur Kriegsführenden Partei.

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