Ukraine-Krise Poroschenko schlägt internationale Friedensmission vor

Herber Rückschlag für die Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt: Trotz vereinbarter Waffenruhe nehmen prorussische Separatisten Debalzewe ein. Präsident Poroschenko schlägt eine internationale Friedensmission vor.
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Präsident Petro Poroschenko spricht mit ukrainischen Kämpfern: Beim Abzug von Soldaten aus der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo sind mindestens sechs Militärangehörige getötet. Quelle: dpa
Ukraine-Krise

Präsident Petro Poroschenko spricht mit ukrainischen Kämpfern: Beim Abzug von Soldaten aus der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo sind mindestens sechs Militärangehörige getötet.

(Foto: dpa)

Kiew Zur Lösung der Krise im Donbass hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine mögliche internationale Mission im Krisengebiet vorgeschlagen. „Ich rege an, die Einladung einer Uno-Friedensmission zu diskutieren, die gemäß einem Mandat des Weltsicherheitsrats handeln wird - das für uns beste Format ist eine Polizeimission der Europäischen Union“, sagte der prowestliche Staatschef bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am Mittwochabend in Kiew. Das Gremium habe Poroschenko für entsprechende Gespräche mit den Vereinten Nationen und der EU grünes Licht gegeben, sagte der Sekretär des Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow.

Blauhelmsoldaten wie sie sonst mit UN-Mandat weltweit vielerorts im Einsatz sind, seien nicht gemeint. Solche Vorschläge aus Moskau hatte die Regierung in Kiew bereits zuvor abgelehnt. Sie befürchtet, dass dies ein Dauerzustand werden könnte. Moskau wiederum hatte Vorbehalte gegen eine EU-Mission geäußert, weil die EU parteiisch in dem Konflikt sei.

Poroschenko sagte, er habe vergangene Woche in Minsk bereits mit Kanzlerin Angela Merkel sowie den Präsidenten von Russland und Frankreich, Wladimir Putin und François Hollande, über eine mögliche internationale Mission gesprochen. „Falls der Sicherheitsrat zustimmt, beginnen wir Gespräche“, betonte er.

Beim Abzug von rund 2500 Regierungssoldaten aus der strategisch wichtigen Stadt Debalzewe seien mindestens sechs Militärangehörige von Separatisten getötet und mehr als 100 verletzt worden, sagte Poroschenko. Er warf den prorussischen Aufständischen vor, die vereinbarte Waffenruhe von Beginn an bewusst verletzt zu haben.

Der Rückzug der ukrainischen Truppen hatte den Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses offen gehalten. Poroschenko kritisierte Russland scharf. „Die ganze Welt hat gesehen, dass Russland seine Verpflichtungen nicht einhält“, sagte er bei einem Treffen mit Regierungssoldaten im Unruhegebiet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte Russland erneut. Zugleich warb sie aber für eine Rückkehr Moskaus zu einer Partnerschaft mit der EU.

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28 Kommentare zu "Ukraine-Krise: Poroschenko schlägt internationale Friedensmission vor"

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  • @ Herr Lord DraCool

    >> Geniessen Sie unsere, westeuropäische Meinungsfreiheit >>

    Hinter Ihrer Fassade Ihnen ein ukrainischer Junta-Sprössling zu vermuten, der zufällig in den Westen gelangt ist und die Meinungsfreiheit geniesst.

    Schauen Sie mal in die Talk-Shows im Russischen TV rein....dann erkennen Sie was Meinungsfreiheit ist.

    Armseliges Propagandawürstchen.

  • Sehr witzig. Wieder die Anleitung aus Moskau "Ganz oben müssen Ihre Posten sein"? Sehr geehrte Herren Walter Gerhartz und Vittorio Queri (oder wer auch immer sich dahinter verbirgt, vielleicht ist das die gleiche Person), was sehen Sie aus dem Fenster? Welches Sobor? Welche russische Nachrichten zitieren Sie gerade? Ist egal. Geniessen Sie unsere, westeuropäische Meinungsfreiheit. In Eurem Russland gibt es das nicht. Zur Sache... Jetzt wenn die "Separatisten" schon freie Versorgungswege haben, können sie ihre Truppen umgruppieren und für eine weitere Offensive vorbereiten. Damit sie weitere ukrainische Städte "befreien" und weiter diesen Zermürbunskrieg führen können. Also, den Satz "Der Rückzug der ukrainischen Truppen hatte den Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses offen gehalten" würde ich als eher naiv einschätzen. Die Ruhe wird maximal wenige Tage dauern, bis der Nachschub aus Russland eintrifft. Danach wird es weitere Kämpfe geben. Selbstverständlich, alles von Kiev geschuldet, wie sonnst...

  • @Vittorio Queri SEHR RICHTIG !!!!! DIE USA HETZEN NATÜRLICH DIE JUNTA AUF DIES ZU TUN !!

  • ...Mich persönlich würde interessieren, wieso ist den russichen Trolls gerade HB so wichtig. Von oben nach unten, USA, CIA, Nazi, Bandera, hallo Jungs, priviet! Das ist kein RT24! An solche Sachen glauben nur Russen, und nicht mal das - diejenige die ich persönlich kenne sind eher geschämt von dem ganzen aggresiven Propaganda und wagen nicht, in der Offentlichkeit diese Sachen so anzusprechen, mit diesem Wortschatz. Sie spüren selber, wie falsch das ist. Naja, aber dem bezahlt halt keiner dafür, sie dürfen eigene Meinung haben und werden nicht verschwinden wenn sie an dem verrückten KGBisten nicht zweifellos glauben.

  • @ Herr Walter Gerhartz

    >> Warum fordert Kiew erst jetzt eine internationale Friedenstruppe, und warum gerade eine der EU ???? >>

    Das läßt sich sehr schnell durchschauen. Ist die EU militärisch erstmal vor Ort, ist sie auch sehr schnell Konfliktteilnehmer.

    Eine kleine Provokation der Junta , im Namen von Aufständischen aus Novorossia,

    z.B. Sprengung einer kleinen Französischen Einheit, und der NATO Verteidigungsfall tritt sofort ein.

    Somit wäre Europa mitten im Krieg !

    Das ist die Absicht der Junta !

    Die Junta strauchelt und weiß nicht mehr, was zu machen ist.

    Ohne Beistand von Aussen ist sie hinfällig !

    Und die Herrchen aus USA sind zu weit weg und können auch nur gackern !

  • Sehr geehrter Herr Walter Gerhartz, schreien müssen Sie nicht. Und hätten Sie nicht die "Bandera-Nazis" erwähnt, dann würde ich möglicherweise noch versuchen, Ihre hmmmm wie soll ich dann nennen... Äußerungen? wegzudiskutieren. Aber mit diesen Begriffen disqualifizieren Sie sich selber aus jeder Diskussion westlich von Donbas. Aber zum Thema: die Stimme des Westens wird immer schwächer, und kein Wunder. Da bleibt immer weniger und weniger Raum fürs Gespräch, immer klarer wird es, es gibt keine (außer) militärische Lösung. Leider.

  • Warum fordert Kiew erst jetzt eine internationale Friedenstruppe, und warum gerade eine der EU ???? Gebraucht wird eine unter Auftrag der Vereinten Nationen agierende internationale Friedenstruppe. In Sinne des Friedens wäre eine Beteiligung Russlands sinnvoll. Noch wichtiger ist, das in Kiew eingesehen wird, das die von den Bomben und Raketen zerstörten Gebiete sich nicht mehr unter eine zentrale Regierung unter ordnen werden. Das bedeutet das die in Minsk abgestimmten Schritte auch von Kiew eingehalten werden müssen. Dazu ist eine Anerkennung der Separatisten als Gesprächspartner notwendig. Das wird nur dann gelingen wenn die extremen Nationalisten in Kiew entmachtet werden. Dazu wird es vermutlich nicht kommen, es sei denn die EU und USA üben Druck auf das Kiewer Regime aus.

  • Wer sind die immer wieder gescholtenen SEPARATISTEN IN DER UKRAINE ? - Diese Separatisten sind Männer Frauen und Kinder Russicher Herkunft (Ostukrainer), die man nach dem Maidan-Putsch von den Bandera-Nazis zur Verfolgung frei gegeben hatte. Man hat ihre Sprache verboten, man hat sie gschlagen und seit Monaten werden sie von der Ukrainischen Armee systematisch ausgebombt und getötet....Männer, Frauen und KINDER !!! - Dann auch noch die Renten und das Gas gesperrt . - Deshalb wollen diese Menschen nicht mehr mit den Westukrainern zusammen leben, was angesichts diese schrecklichen Diskrimnierung und Verfolgung doch wohl verständlich ist !! - All dieses Treiben wird von den USA und der EU unterstützt und es muss auch gesagt werden, dass die Kiewer Regierung sich ganz wesentlich aus NAZIS zusammensetzt...ganz voran Jazenuk. - Die Behauptung des Westens, dass Russland die Ostukrainer mit Waffen unterstützt, hat vor einigen Tagen ein Ukrainscher General selbst widerlegt...er sagte: "ES GIBT KEINE RUSSISCHEN SOLDATEN IN DER OSTUKRAINE." - Es geht also dem Westen nur darum Russland dazu zu erpressen (Putin wird als Schreckensherrscher aufgebaut), dass diese ihren Wertvollen Bodenschätze billigst an den Westen abtreten, der damit natürlich ordentlich Kasse machen will.....für die Russen bleibt dann nur das Existenzminimum ...SO SIEHT DAS AUS !!

  • Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will eine UN-Mission, um den Frieden in der Ukraine herzustellen. Doch anders als Russland will die Ukraine keine Blauhelme, sondern eine Polizeimission der EU. Die Kosten für einen solchen Einsatz sind unbekannt. Russland lehnt EU-Polizisten in der Ukraine ab, weil Moskau die Auffassung vertritt, dass die EU in dem Konflikt nicht neutral agiere. SEHR RICHTIG DAS MOSKAU ABLEHNT !!!!

  • Sehr geehrter Her Walter Gerhartz, da kann ich nur zustimmen - niemand in Deutschland will für die Ukraine sterben. Deutschland findet sich sehr gut ab mit dem Ivan und macht gute Geschäfte mit ihnen. Stimmt. Das es sich um Geschäfte handelt die anderen Staaten schaden mit denen theoretisch (d.h. offiziel) Deutschland verbündet ist, naja, das ist wohl eine völlig andere Sache. Aber verzeihen Sie, wenn Sie mich mit einem solchen brutalen Egoismus nicht beeindrucken. Die Menschen können es besser als nur an sich selbst zu denken. Es gibt Sachen wie Freiheit, Frieden (nicht für jeden Preis!), es gibt Mitgefühl und Bereitschaft, den anderen zu helfen, einfach so. Das sind die Werte die Sie vielleicht nicht verstehen. Ich verstehe Ihr Egoismus. Aber stolz darauf, nein, das dürfen Sie nicht sein.

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