Ukraine-Krise Putin ist am Zug

In der deutsch-französischen Initiative in der Ukraine-Krise richtet sich die Hoffnung nun auf Russland. Präsident Poroschenko ist optimistisch, dass Merkel und Hollande bei Putin einen Waffenstillstand erwirken können.
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Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande (rechts) am Donnerstag in Kiew mit dem ukranischen Präsidenten petro Poroschenko. Quelle: Reuters
Dreierpakt

Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande (rechts) am Donnerstag in Kiew mit dem ukranischen Präsidenten petro Poroschenko.

(Foto: Reuters)

Berlin/MoskauDeutschland, Frankreich und die Ukraine haben Russland zu einer friedlichen Lösung des blutigen Konflikts in der Region Donbass aufgerufen. Das teilte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko nach einem gut fünfstündigen Treffen in Kiew mit Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef François Hollande in der Nacht zum Freitag mit. Alle drei hätten sich für eine Umsetzung des Minsker Abkommens ausgesprochen, das unter anderem eine Feuerpause zwischen Militär und prorussischen Separatisten sowie den Abzug schwerer Waffen vorsieht. An diesem Freitag werden Merkel und Hollande bei Kremlchef Wladimir Putin in Moskau erwartet.
„Alle wollen den Frieden und gehen davon aus, dass Russland ihn auch will“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert dnach dem Treffen von Merkel und Hollande mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Kiew. Dieser teilte anschließend mit, er betrachte die deutsch-französische Initiative hoffnungsvoll. Im Osten der Ukraine sind seit April mehr als 5400 Menschen getötet worden. Zuletzt hatte sich die Lage dort verschlimmert.

Seibert sagte, die Politiker hätten in Kiew umfassend und konstruktiv über die Lösung des Konflikts beraten. Ausgangspunkt für die neue Initiative sei das Friedensabkommen von Minsk. Einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach die Initiative den Separatisten ein viel größeres Territorium als bisher vorgesehen zugestehe, hatte die Bundesregierung dementiert.

Im September hatten sich die Konfliktparteien in Minsk auf einen Aktionsplan geeinigt. Darin ist unter anderem ein Waffenstillstand vereinbart, gegen den seit Monaten sowohl prorussische Separatisten als auch ukrainische Truppen in den umkämpften Gebieten verstoßen. Mehrere Anläufe für Verhandlungen der Kontaktgruppe, an der auch Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie Russlands beteiligt sind, waren seit Dezember gescheitert. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bezeichnete die Situation zuletzt als „brandgefährlich“. Trotz aller Bemühungen wird die Verhandlungslage in deutschen Regierungskreisen weiter als schwierig eingeschätzt.

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18 Kommentare zu "Ukraine-Krise: Putin ist am Zug"

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  • Reihenfolge...erst war Kerry in Kiew, dann (!) Merkel und Hollande. 1+1=3... Ja, naiv, wer da noch Hoffnung hat auf eine friedliche Lösung. - Aber eines glaub ich schon, den EU-Politikern geh´n langsam die Muffen, denn sie ahnen, das es den USA gar kein Problem ist,wenn Europa hops geht. (Ein unbequemer Konkurrent weniger!) - Wir sitzen auf dem Pulverfass, das Jazenjuk und Poroschenko auf Befehl der USA in Aktion brachten. Fakt ist, die USA unterschätzen Russland! Und das wird für sie (und für uns) zum Problem!

  • Merkel und Hollande müssen den USA klar machen, dass diese die Friedenverhandlungen nicht hintertreiben dürfen, denn das ist ganz sicher deren Absicht. - Man muss ihnen sagen, dass die Freundschaft zwischen USA und Europa gekündigt wird, wenn die USA weiterhin gegen die EU und Russland agieren !! - Ich befürchte jedoch, dass Beide keinen Ar... in der Hose haben werden um sich wirklich durch zu setzen !?!?

  • Ursache und Wirkung? - Wenn eine arrogante Mehrheit (WESTUKRAINER) in einem Staat ihrer kopfzahlstarken Minderheit (OSTUKRAINER) die Muttersprache verbieten will, führt das zu schlimmen Entwicklungen! - Dass ein beachtlicher Teil der Ukrainer Sympathien für uns im Westen empfindet ehrt uns. Gerade wir Deutsche sind auch damit gemeint, obwohl wir auf Ihrem Territorium Panzerschlachten gegen die Rote Armee geführt haben. Rote Armee ? Das waren immer auch Russen und Ukrainer zusammen. - Und jetzt prallen sie in zwei Lager geteilt tötend aufeinander. Das hängt viel mit Verführung zusammen. Medien? - Statt in Waffen und Munition zu investieren, sollten die Ukrainer Ost wie West sich in der Schweiz umschauen, wie 4 Volksgruppen mit 4 Sprachen friedlich zusammenarbeiten! - Allerdings haben die Westukrainer den Ostukrainern Schmach, Schande und TOD angetan, was jetzt natürlich jede Einigung TOTAL erschwert !!!

  • Bin der gleichen Meinung! Egal, wie es kommt, hat Russland Nachteile. Es stellt sich nur die Frage, wie schlimm wird es sein!?
    Wir die Situation jetzt „entschärft“, wird Russland dem Donbass unterstützend / aufbauend unter die Hände greifen müssen. Infrastrukturmaßnahmen, Wiederaufbau der Häuser, monetäre Unterstützung, humanitäre Güter (wie sie es auch jetzt machen), usw. Es ist auch eine der Gründe, warum die ukrainische Armee das Gebiet in Grund und Boden schießt, damit die Kosten für die Wiederausbau sehr hoch sind.

    ABER, die Sache ist für die USA nicht vom Tisch! Sie werden die ukrainische Armee in den kommenden Jahren militärisch hochputschen! Die Menschen selbst werden knapp über deren Überlebensgrenze gehalten, für alle Schwierigkeiten und den katastrophalen Lebensstandard wird wieder Russland beschuldigt (z.B.: Putin verhindert euer Europatraum!).
    Somit wird aus diesem Konflikt, eine dauerhafte Auseinandersetzung! Leider! Ukraine ist nur ein Bauer, auf dem Schachbrett der US-Amerikaner. Und auch wir werden gegen Russland ausgespielt. Den die zielen auch auf uns (Europa)! Hoffentlich ist es unseren Marionetten oben klar!

  • Es hätte alles so einfach sein können, wenn ... ... ja wenn man sich an bestehende Vereinbarungen gehalten hätte. Dieser Schwachsinn, daß das Baltikum und die anderen ehemaligen Ostblockstaaten alle den sehnlichsten Wunsch hatten, NATO-Mitglieder zu werden, weil sie Angst vor "Dem Russen" haben, ist Dank Springer, Bertelsmann und deutschen Regierungen feste unumstößliche Konstante im Geschichtsverständnis des Blöd-Zeitungslesers. Zuerst einmal, die Ostblockstaaten hätten weiterhin als Pufferzone zwischen Russland (und seinem ehemaligen wie auch neuen Interessenbereich) und dem Yankee-gelenkten Europa bleiben müssen - es wäre uns und den betroffenen Bevölkerungen vieles erspart geblieben. Und obwohl ich nur in Teilen mit der Linken sympathisiere, so muß ich doch eine recht passende Einlassung von Katja Kipping aus der gestrigen Illner-Show heranziehen, die auch zu allen anderen Konfliktgebieten in Osteuropa perfekt paßt. Das Handelsblatt publiziert: ... Insofern war Kippings Hinweis, daß die Stimmung in der Ukraine bei weitem nicht so eindeutig sei, wie das bei souveränen Entscheidungen nun mal eigentlich nötig wäre, wertvoll. : "In der Ukraine wird die politische Landschaft durch einige wenige Oligarchen bestimmt." Deren Ziel sei es vor allem, an öffentliche Aufträge zu kommen. "Und ein Teil die Oligarchen fährt ökonomisch besser, wenn er Wirtschaftsbeziehungen zu Russland hat. Der andere, wenn er Handelsbeziehungen zur EU hat." So einfach ist das mit der Spaltung. Diese Erkenntnis/Aussage von Frau Kipping ist ja nun nicht neu. Frau Gabriele Krone-Schmalz hatte das bereits bei ihrer Analyse zum Ukraine-Konflikt und der Ohrfeige für die deutschen Medien sehr treffend dargelegt. Sie sprach schon damals, daß allen Beteiligten in der EU klar gewesen sein muß, daß das Assoziierungsabkommen in seiner damaligen und heutigen Form die Ukraine zerreißen wird. Was wir in der Ukraine nun sehen, sind Ursache und Wirkung. EU und USA tragen alleinige Schuld und werden

  • Der nächste Krisenherd wird Ungarn sein. Man braucht doch bloß zu verfolgen, in welchen Land erst demonstriert wird und dann der gesteuerte Putsch, wie in der Ukraine, Irak, Syrien etc. erfolgt. Jetzt wollen die USA mit der sogenannten schnellen Eingreiftruppe 30.000 Mann (vermutlich bezahlte Mörder/Söldner Ihren Landeroberungskrieg gewinnen. Sorros/Bilderberger…etc. brauchen kostenlos Land, viel Land…!Brückenkopf der USA sind nicht nur die Ukraine, das ist schon lange auch Deutschland. Hier sind 80.000 GIs stationiert und Raketenabschussbasen mit Atomsprengköpfen. Wir brauchen eine neutrale Regierung, die sich mit Ihrem Volk beschäftigt und nicht Anweisungen von Kriegsverbrechern entgegen nimmt und diese ausführt! Dafür sollen 2500 Soldaten aus Deutschland eingesetzt werden!!

  • Angenommen es kommt zu Friedesgesprächen. Was ist denn mit den geplanten US-Waffenlieferungen? Ich kann mir so gar nicht vorstellen, dass sich die Amis mit einem “sorry to late” abspeisen lassen. - Aber egal wie es ausgeht, die USA haben die meisten ihrer Ziele erreicht. - Zusammenarbeit zwischen EU und Russland verhindert, Ukraine als möglichen Brückenstaat destabilisiert und mehr als das halbe Land einkassiert, Russland wirtschaftlich angeschlagen und einen neuen kalten Krieg installiert. Das wäre aber sicherlich noch nicht das geopolitische Endspiel der USA. - Es fragt sich, wo es weiter geht. Ich befürchte der nächste Krisenherd ist schon in Vorbereitung…

  • Ein Friedensvertrag/Waffenstillstandsvertrag ist nur schon notwendig, um das Leid der unschuldigen Zivilbevölkerung endlich zu beenden! Welche Forderungen hat Putin an die EU/USA bzw. die Ukraine zu stellen: 1) die Rolle der USA/EU im ganzen Konflikt sind aufzuklären (s. dazu z.B. die Bestätigung von Obama im Gespräch mit F. Zakaria bezüglich der Rolle der USA beim Putsch) 2) alle Daten betr. MH17 sind unverzüglich und lückenlos offenzulegen 3) wer waren die Maidan-Scharfschützen – das Verspechen von Merkel vor dem Bundestag betr. Aufklärung harrt noch immer der Antwort 4) wer waren die Urheber des Massakers von Odessa? 5) sind tatsächlich Maidan-Aktivisten lange vor dem Maidan in polnischen Militär-Camps ausgebildet worden? Auf diese Offenlegungen haben a l l e Menschen ein Anrecht!

  • Wer fordert endlich, dass Poroschenko und Co. endlich den Einsatz von Vernichtungswaffen auf die Ostukrainer beendet ?? - Hätte damals Janukowitsch auf die eigenen Bürger schießen lassen, wäre der Teufel los gewesen und der Westen hätte ihn einen Völkermörder genannt. - Poroschenko ist aber der erkorene Mann der USA und der darf das natürlich !?!?!?

  • Die Traumtänzerin Frau Murksel hat noch zu beginn der Sanktionen gegen Russland verbreitet, dass diese für die Deutsche Wirtschaft keine AUswirkungen haben werde. - Seit einigen Tagen kann man in der Wirtschaftpresse lesen, dass es für die Deutsche Wirtschaft geradezu katastrophale Auswirkungen haben wird. - Das zeigt doch deutlich was man von solch QUALIFIZIERTEN KRÄFTEN an der Spitze unseres Landes halten muss....nämlich GARNICHTS !!!!

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