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Ukraine-Krise Putins Kumpel kommen nicht ans Geld

Die EU-Staaten haben sich in der Ukraine-Krise auf weitere Sanktionen gegen Russland geeinigt. Offenbar sollen die Maßnahmen gezielt Putins Machtzirkel treffen. Zuvor gab es eine Telefonkonferenz mit US-Präsident Obama.
Update: 29.07.2014 - 07:15 Uhr 19 Kommentare
Im Zentrum der EU-Sanktionen: Russlands Staatschef Wladimir Putin und sein Machtzirkel. Quelle: AFP

Im Zentrum der EU-Sanktionen: Russlands Staatschef Wladimir Putin und sein Machtzirkel.

(Foto: AFP)

BrüsselDie 28 EU-Staaten weiten in der Ukraine-Krise die Sanktionen gegen Russland aus. Die Botschafter der 28 EU-Staaten beschlossen am Montag in Brüssel eine Liste mit Namen von weiteren Personen und Organisationen, gegen die Einreiseverbote und Kontensperrungen verhängt werden. Das berichteten EU-Diplomaten. Vor der Sitzung hatten EU-Kreise erwartet, dass es sich dabei um den inneren Kreis rund um den russischen Präsidenten Wladimir Putin handeln soll. Die Namen werden aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Bislang hat die EU Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen 87 Personen sowie 18 Organisationen und Unternehmen verhängt.

Zugleich einigten sich die Botschafter laut Diplomaten auch auf ein Handels- und Investitionsverbot für die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim sowie die Stadt Sewastopol. So sind etwa Investitionen, aber auch der Export von Ausrüstung für die Infrastruktur und die Bereiche Telekommunikation, Energie, Öl und Gas verboten, berichteten Diplomaten.

Am Dienstag wollen die EU-Botschafter erstmals Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschließen. Die EU will Russland mit den Sanktionen zwingen, die Unterstützung für die Aufständischen in der Ostukraine aufzugeben.

Die Entscheidung der Botschafter vom Montag soll in den kommenden Tagen abgeschlossen werden und am Mittwoch im EU-Amtsblatt erscheinen. Es geht dabei um „Personen und Einrichtungen, die russische Entscheider materiell oder finanziell unterstützen, die für die Annexion der Krim und die Destabilisierung der Ostukraine verantwortlich sind“. So hatten es die EU-Außenminister in der vergangenen Woche vorgegeben.

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten am Montag zusammen mit weiteren europäischen Staats- und Regierungschefs in einer Telefonkonferenz über die Ukraine-Krise beraten. Es habe Einvernehmen darüber bestanden, dass Russland durch Sanktionen gedrängt werden solle, die Ukraine nicht weiter zu destabilisieren und einen diplomatischen Weg aus der Krise einzuschlagen, teilte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Abend in Berlin mit.

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19 Kommentare zu "Ukraine-Krise: Putins Kumpel kommen nicht ans Geld"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wird aktuell nicht passieren. Die Russen brauchen Zeit, um das Gas nach China umzuleiten. Aber beschlossen ist es schon.

    Aktuell kann es nicht passieren, weil über die Hälfte der russischen Steuereinnahmen aus dem Energiegeschäft kommen.

    Ich wollte nicht wissen wie groß der Zahlungsausfall für unsere Politiker und Anverwandte wäre, wenn Russland tatsächlich die Zahlungen einstellen würde.

    Können Sie sich vorstellen, dass der Altkanzler Schröder, SPD, fortan leer ausginge? Der Topf ist reichlich gefüllt und er wird zum Überdruss auch noch aus Deutschland üppig gespeist.

  • @ Detlef Jäger

    Putin beobachtet wie das amerikanische 1% unbequeme Länder destabilisieren. Irak. Libyen. Syrien. Nun die Ukraine.

    Es kann nicht im Interesse Russlands sein wie in Polen zukünftig auch in der Ukraine den atomaren "Schutzschild" mit dem Friedensnobelpreisträger am roten Knopf zu haben.

    Mal sehen ob die Pläne der amerikanischen Think Tanks aufgehen. In den 80ern konnte man den Ostblock über Neuverschuldung tot rüsten. Aber auch die Russen und Chinesen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Mit BRICS und der westlichen Gesamtverschuldung sind ein paar neue Variablen im Spiel.

  • Sie können 30% Erdöl und Erdgas nicht so einfach "ersetzten" durch Lieferungen von "woandersher".

    Sie sind ein Träumer und Phantast, veehrter Herr Wolter.

  • @ Norbert Wolter

    Putin kann sein Gas auch an Chinesen und Japaner verkaufen. Die Japaner benötigen dringend Ersatz für ihren inzwischen fehlenden Nuklearstrom. Es dauert noch Jahre bis die USA ihr Fracking-Gas als Flüssig-Gas nach Asien verschiffen können. Bis die Verladestationen für dann doppelt so teures amerikanisches Flüssig-Gas an der Atlantikküste fertig sind ist russisches Gas unverzichtbar.

    Aber wir reden hier nicht nur um ein paar Euro mehr. Sollte Russland die EU-Sanktionen mit Ware gegen Ware beantworten müssen wir uns in 3 Monaten entscheiden wieviel EE-Wende und "kalt" uns die Ukraine als amerikanischer Vasallen-Staat finanziert durch EU-Subventionen wert ist.

    Mal sehen womit man in F heizt wenn aus Russland kein Uran mehr geliefert wird. In der Ukraine wird spätestens im Herbst die Stimmung kippen wenn der Ofen kalt bleibt. Deswegen hat man noch ganz schnell die Neuwahlen angesetzt.

  • Wie Sie richtig beschreiben, liegt es nicht im Interesse Russlands die Zusammenarbeit mit der EU zu beenden auch nicht im Interesse der meisten EU-Staaten.

    Nichtsdetotrotz kann es sich ein Staat wie Russland, das sich als Großmacht sieht, nicht erlauben, Pressionen ausgesetzt zu sein, wie sie jetzt vollzogen werden, ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen, alleine schon aus Gründen der Selbstachtung und seiner internationalen Stellung und Gewichtung als Atommacht und ständiges Mitglied des UN-Sichrheitsrates.

    Europa kann nicht erwarten von Russland Energie geliefert zu bekommen für "umsonst", wenn Gelder aus diesen Lieferungen für Russland gesperrt werden.

  • @ Norbert Wolter

    Sie sollten Medien gegenüber etwas skeptischer sein. Vielleicht kann die Springer-Presse zukünftig auch die Namen der Milliardäre nennen statt nur nebulöse Andeutungen zu machen.

    Wenn Staaten gegen Personen Einreiseverbote verhängen hilft auch der Pass nichts.

    Dann muss man sich als sanktionierter einfach fragen was man in dem Land wollte von dem man sanktioniert wurde. Wenn man die reichen Russen in Paris und New York nicht mehr will sollten diese eben asiatische oder südamerikanische Länder besuchen.

    Die Waren aus den USA oder der EU bekommt man über Asien. Die meisten Güter kommen sowieso von dort.

  • Herr Putin wird auf Druck von Wirtschaftssanktionen innenpolitisch soviel Druck bekommen das er entweder selbst zurücktritt oder zurückgetreten wird .Es sei denn,er ist klug genug einzusehen dem schwachsinnigen Treiben ein Ende zu bereiten bei dem letzten Endes Moskau der große Verlierer
    sein wird.

  • Nur ein Hinweis auf die Faktenlage:

    Nach eigenen Angaben unternimmt die Regierung in Kiew zur Zeit den Versuch, die Absturzstelle mit Waffengewalt zurückzuerobern. Damit verhindert sie bis auf den heutigen Tag, dass die unabhängigen internationalen Forensiker, die die Absturzursache untersuchen sollen, zur Absturzstelle gelangen und ihre Arbeit aufnehmen können.

    Selbst unsere Bundesregierung, die bisher alle Aktionen der Machthaber in Kiew vorbehaltlos unterstützt hat, hat gestern durch die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz Kritik an diesem Verhalten der Regierung in Kiew geäußert.

    Geleichzeitig beschließt die EU schärfere Sanktionen gegen Russland (keineswegs gegen Kiew, wohlgemerkt!).

    Das alles sind Fakten , die von niemandem bestritten werden.

    Ich überlasse es dem Leser, sich angesichts dieser unstrittigen Fakten ein eigenes Urteil über die Sinnhaftigkeit und Legitimität der neuen EU-Sanktionen zu bilden.

  • Das Gashahngesabbel erzeugt doch nur noch eingeschlafene Füße, liebe Leute. Supermann Wladi, als Überflieger eines Landes, welches zutiefst unter der holländischen Krankheit, als auch unter Kapitalabflüssen zu leiden hat, soll ruhig den Gashahn zudrehen. Erstens haben die restlichen Oligarchen keine Einnahmen mehr, dürfen nicht in den Westen ihre Kohle genießen, weitere Kapitalabflüsse, die Devisenreserven schmelzen wie Schnee in der Sonne und dann wird Supermann Wladi feststellen, dass er nur von einer Menge heißer Luft getragen wurde. In dieser Lage werden auch die von den gleichgeschalteten russischen Volksempfängern manipulierten einfachen Menschen vielleicht doch nicht mehr so bereitwillig ihrem Supermann zujubeln, wenn man für seine wertlosen Rubel nichts mehr kaufen kann. Kalter Winter in Dtld? So abhängig sind wir auch nicht vom Gas. Der Preis wird steigen, um seine Bude zu wärmen, aber diesen Preis bin ich angesichts der 298 Toten und Putins Passivität bereit zu zahlen.

  • Schauen Sie sich einfach mal an, welche Transatlantischen Think Tank Mitglieder, Vorstände, Aufsichtsräte, usw. in den Medien wie Die Welt, Die Zeit, TAZ, FAZ, usw. vertreten sind. Ein Tip für eine tolle Übersicht, wurde bei der ZDF Sendung "Die Anstalt" suchen sie mal bei YouTube nach "Die Anstalt" und "Qualitätsjournalismus" lief am 29.04.2014, dann können Sie sich mal die Zusammenhänge zwischen Berichterstattung und z.B. Transatlantikbrücke anschauen.

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