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Ukraine Das Epizentrum des Widerstands

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„Lemberg ist eine revolutionäre Stadt“

„Die Stadtverwaltung in Lemberg arbeitet im Sinne des Bürgers“, erklärt Anatoliy Romanyuk, „damit unterscheidet sie sich von vielen anderen in der Ukraine“. Viele Teile des Landes, vor allem im Osten, sind noch stark sowjetisch geprägt. Die Nähe zu Russland ist vor allem geografisch und sprachlich gegeben. Und doch waren in den vergangenen Monaten auch Menschen aus Charkiw oder Donezk auf dem Maidan in Kiew. Zahlenmäßig waren sie in der Minderheit, weil sie damit nicht selten ihren Job riskiert haben. Dabei sind viele Ostukrainer ebenfalls unzufrieden mit Viktor Janukowitsch. Das Problem: Ihre Proteste wurden meist ziemlich schnell und ziemlich brutal niedergeknüppelt. Die Menschen im Westen der Ukraine – mit ihrem Revoluzzer-Gen – ließen sich im Gegensatz dazu nicht entmutigen. Sie haben immer weiter für einen Systemwechsel gekämpft, und vor allem für eine Perspektive.

Doch wie sieht die Perspektive aus? In Lemberg sagen die Menschen: Wir waren nicht drei, vier oder fünf Mal auf dem Maidan in Kiew, damit jetzt wieder Julia Timoschenko an die Macht kommt. Für viele ist sie ein Relikt aus vergangener Zeit. „Jetzt geht es darum, einen echten Neuanfang zu wagen“, meint der Journalist und Schriftsteller Taras Voznyak. Der künftige Präsident müsse das Land einen und nicht versuchen, es künstlich zu spalten. Dabei attestiert er Box-Weltmeister Vitali Klitschko und auch Schokoladenkönig Petro Poroschenko die besten Chancen. Dass in den vergangenen Tagen im ganzen Land Lenin-Statuen abgebaut wurden, sieht er als wichtiges Zeichen dafür, dass die Sowjet-Ära endlich vorüber sei. Symbolpolitik schlägt in diesem Fall Realpolitik.

Auch Nataliya Pipa wollte ein Zeichen setzen, indem sie zum Boykott aufgerufen hat: Lebensmittel, die von Abgeordneten der Janukowitsch-Partei hergestellt wurden, sollten künftig ignoriert werden. In der Innenstadt verteilte die Aktivistin Flugblätter, auf denen die Marken der einzelnen Lebensmittel abgebildet waren. Darunter Käse genauso wie Tee, Wurst und Schokolade. „Der wirtschaftliche Faktor ist bedeutend –  wenn wir den Banditen weh tun wollen, müssen wir das beim Umsatz tun“, sagt die 30-Jährige. Der Boykott zeigt bereits erste Auswirkungen, denn manche Lebensmittel lassen sich einfach nicht mehr verkaufen. Deshalb wirbt man nun mit Dumpingpreisen.

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„Die Menschen haben keine Angst mehr“
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4 Kommentare zu "Ukraine: Das Epizentrum des Widerstands"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • >>eine solche Menge von bewaffneten und gewaltbereiten "Demonstranten", wie sie, von weither herangeschafft, den Maidan bevölkerten,<<

    Wie eine Frau in einem Spiegel Forum berichtet, die selbst zu der Demonstrationszeit vor Ort war, wurden die Demonstranten von überall her in Bussen heran gefahren.
    Sie bekamen dafür 100 $ pro Person und wer eine Waffe mitbrachte, bekam 50$ mehr, auch jene, die sich in die vordersten Reihen begaben.....

  • Ich finde es interessant, dass Putin nicht die Gunst der Stunde nutzt, um die Ostukraine einschließlich der Krim zu besetzen. Man hätte mit Sevastopol dann endlich wieder einen ordentlichen Hafen am Schwarzen Meer und man könnte sich auch besser gegen die islamische Einflussnahme durch die südlichen Republiken Usbekistan, Tadschikistan wappnen. Der ukrainischen Bevölkerung wäre es unter der Hegemonie Russlands sowieso besser ergangen, weil Russland das Land mit Milliarden an Hilfen und Energielieferungen unterstützt, während die bankrotten Europäer nur mit IWF Krediten winken, die die arme ukrainischen Bevölkerung auf Jahre versklaven wird. Also bis zum Dnepjr könnte sich Russland problemlos nach Westen ausdehnen. Wäre für alle besser.

  • Wenn die Ukrainer genauso selbstbewusst protestieren, wenn sie merken, was die EU so alles bieted bzw nicht bieted, dann nur rein mit ihnen. Davon könnten die anderen "Europäer" lernen.

    Aber am meisten könnten "die Europäer" lernen, wenn man die Ukraine pleite gehen lässt.

    Ich wette hundertausende Deutsche würden freiwillig helfen, wenn in der Ukraine jemand verhungern sollte vor lauter Mitgefühl. Die Deutschen in erster "Front", weil sie gutmütige Menschen sind. Vollgepackte Autos würden in die Ukraine fahren.. usw...
    Aber es dreht sich dummerweise nicht um Menschen in erster Linie, das wissen wir doch - alle, oder?







  • Ich denke, eine solche Menge von bewaffneten und gewaltbereiten "Demonstranten", wie sie, von weither herangeschafft, den Maidan bevölkerten, hätte sich z.B. in Washington gar nicht bilden können. Schon das erste renitente Grüppchen ware vermutlich von schwerbewaffneten Polizisten und Elitekämpfern niedergemacht und als "Terroristen" auf Jahrzehnte eingesperrt worden. Wehe ihnen, wenn auch nur ein einziger Polizist zu Schaden gekommen wäre! (Zur Erinnerung ein Vorgang aus dem vergangenen Jahr: Eine junge Autofahrerin mit Kleinkind auf dem Rücksitz ist von Polizei durch Washingtoner Straßen gejagt worden; als sie, von einer Straßensperre gestoppt, aus dem Wagen stieg, ist sie von dort auf der Lauer liegenden vermummten Scharfschützen erschossen worden!) Weder unsere Politiker noch unsere Medien würden wagen, die dortigen Opfer von Staatsgewalt als heldenhafte "Revoluzzer" zu feiern und ihnen etwa den US-Präsidenten als "Massenmörder" gegenüberzustellen! Im Gegenteil, selbst die vielen Opfer mörderischer US-Drohnen sind ihnen kein Anlass, den Verantwortlichen im Weißen Haus an den Pranger zu stellen. Ist dieses Messen mit zweierlei Maßstäben nicht typisch für die Art und Weise, wie Politik und Medien uns lenken? Wir sind daran so sehr gewöhnt, dass die meisten es nicht einmal wahrnehmen.