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Ukraine Mindestlohn in Kiew unter dem Niveau von Accra

1218 Griwna im Monat, umgerechnet 42,90 Dollar – so wenig bekommt momentan ein Arbeiter in der Ukraine, wenn ihm der Mindestlohn gezahlt wird. Menschen in Ghana verdienen mehr, Schuld ist die Abwertung der Währung.
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Die Landeswährung Griwna hat massiv abgewertet – der Mindestlohn ist dadurch in Armutsstaaten in Afrika zum Teil höher als in der Ukraine. Quelle: Reuters
Wechselkurse in Kiew

Die Landeswährung Griwna hat massiv abgewertet – der Mindestlohn ist dadurch in Armutsstaaten in Afrika zum Teil höher als in der Ukraine.

(Foto: Reuters)

KiewNach einem massiven Wertverlust der Landeswährung Griwna ist der Mindestlohn in der krisengeschüttelten Ukraine unter den Wert von Armutsstaaten etwa in Afrika oder Asien gefallen. Ein Arbeiter in der Ukraine habe derzeit noch Anspruch auf umgerechnet 42,90 US-Dollar (1218 Griwna) im Monat, berichtete der Fernsehsender Ukraina.

Zum Vergleich: Menschen in Bangladesch, Ghana oder Sambia verdienen mit 46,60 US-Dollar derzeit statistisch mehr als die Einwohner des zweitgrößten Landes in Europa. Die Ukraine wird derzeit von einem Krieg gegen prorussische Separatisten im Ostteil ausgezehrt. Kritiker beklagen auch ausufernde Korruption und schleppende Reformen in Kiew.

Seit dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch nach prowestlichen Massenprotesten vor einem Jahr hat die Landeswährung über 70 Prozent an Wert verloren. Zu Sowjetzeiten galt die Ukraine als eine der wohlhabendsten Regionen der dann 1991 zerfallenen UdSSR. Das Land war damals vor allem ein Zentrum des Maschinenbaus und eine Kornkammer.

Die ukrainische Zentralbank stemmt sich derweil gegen die drastische Abwertung der Griwna. Banken dürfen in dieser Woche keine ausländischen Währungen mehr für ihre Kunden kaufen, kündigte sie am Mittwoch in Kiew an. Außerdem dürfen die Banken lediglich Devisen im Wert von maximal 0,5 Prozent ihres Kernkapitals für sich selbst erwerben.

Die Währung hat allein an den vergangenen beiden Handelstagen etwa 13 Prozent ihres Wertes verloren. Ursache der Abwertung ist der brüchige Waffenstillstand im Osten des Landes. Die Zentralbank hat nur begrenzte Mittel, um selbst am Devisenmarkt einzugreifen: Ihre ausländischen Devisenreserven belaufen sich auf nur noch 6,42 Milliarden Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro).

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  • dpa
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11 Kommentare zu "Ukraine: Mindestlohn in Kiew unter dem Niveau von Accra"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Vittorio Queri

    Das Ziel war nicht die Ukraine, man wollte, und jetzt schon gar nicht, die Ukraine in die EU zu lassen.
    Die EU brauchte weitere Abnehmermärkte, somit sollte die Ukraine von Russland „abgekoppelt“ werden. Es sollte durch sanften Regimewechsel passieren, durch die leeren Versprächen (ich bekommt die gleichen Gehälter und Renten, wie die Europäer; könnt ungehindert in EU reisen usw.).
    Dies wurde ja im Prinzip vollbracht! Erinnern wir uns an 21.02.2014, wo durch Unterstützung unseres Steinmeiers und den französischen und polnischen Außenminister, ein Abkommen zwischen Janukowitsch und Maidan-Aufständischen abgeschlossen wurde. Dadurch war der „friedlicher“ Umsturz vollbracht! Doch dies brächte die Pläne der USA durcheinander und die ließen die Situation eskalieren. Den der Sturz musste gewaltsam vollbracht werden!

    Und haben die USA eigentlich eine wunderbare Situation, um es weiter anzuheizen! Und zwar:
    - die Bevölkerung in der Ukraine befindet sich am Rande der Armut, somit versucht man die Aggression der Menschen umzulenken
    - man schafft einen äußeren gemeinsamen Feindbild, siehe „Böser Putin“, „Russische Aggression“ – und unsere Medien tragen einen entscheidenden Teil dazu. Den dadurch kann man das größte Elend verdecken (ihr seid Arm, weil der böse Putin …, die Preise sind um 300% gestiegen, weil der Russe kein Gas liefert, usw.)
    - und man liefert Waffen – worüber aktuell USA laut nachdenken, bzw. schon aktiv tun (man habe nach der Rückeroberung der Debalzewo amerikanische Radiolokationsanlage beschlagnahmt, mehrere Hundert M16 und verschiedene Maschinengewehrs, Nachtsichtgeräte, kanadische Schutzhelme, Schutzwesten, …)

    Und schon hat man eine hungrige und bis auf Zähne bewaffnete Armee, die nur ein Ziel hat, den Peiniger (Putin, Russland) zur Rechenschaft zu bringen.
    Und wenn es schief läuft, dann müssen die Anderen, die Europäer die Sch…ße ausbaden. GB wird dann schon längst die EU verlassen haben.

    Willkommen in die Realität!!!

  • @ john smidt richtig. europa ist ideologisiert sozialistisch . wir beschwören den weltfrieden, völkerfreundaschaft und die solidarität - gegen rassissmus usw. jeder tag ist ein gedenktag überall werden für minderheiten denkmäler gebaut- wie in besten zeiten. unseren spitzenpolitikern ist das alles sehr vertraut.

  • warum braucht man überhaupt einen mindestlohn ? Glauben sie der wird eingehalten und durchgehend kontrolliert. ein völlig überflüssiger artikel-

  • Ach wenn die EZB EU-Diktatur bei Griechenland so großzügig mit zins- und tilgungsfreien Krediten ist, dann kann diese EU-EURO Diktatur bestimmt auch noch das Ukrainische Volk durchfüttern.

  • Hat mal jemand darüber nachgedacht, dass junge Menschen mit der richtigen Ausbildung in deutschen Unternehmen schon beim Mindestloch 68 Euro oder
    77,50 Dollar am Tag verdienen können? Der Mindestlohn in den Vereinigten Staaten wurde auf 10,25 Dollar je Stunde angehoben. Das sind 82 Dollar am Tag oder 71,90 Euro. Wann werden viele Millionen Westukrainer das Land nach Westen verlassen? Denkt mal darüber nach, wenn das Assotiationsabkommen mit der EU in kraft tritt.

  • >> 1218 Griwna im Monat, umgerechnet 42,90 Dollar – so wenig bekommt momentan ein Arbeiter in der Ukraine >>

    Nach Adam Riese sind 1200 Griwna mit einem Kurs von 40 .........wer sagt es denn, nur 30 $ !!!!

    Schon wieder lügt die Lügenpresse , was das Zeug hält !

    Die Bilanz der MAIDANIERTEN in der Ukraine fällt nach einem Jahr vernichtend aus :

    - Mindestlohn liegt bei 30 $

    - Renten liegen bei 25 $

    - Durchschnittsgehälter liegen bei 150 $

    - Die Staatsverschuldung hat die 100 % Grenze überschritten
    ( nach Überschreiten der 60 % - Grenze dürften die internationalen
    Geldinstitutionen den Ukrainern eigentlich KEINE Kredite mehr vergeben )

    - 5 Mio. Menschen sind als Flüchtlinge und Fachkräfte aus-und abgewandert

    - Die Krim und der Donbass sind verloren

    - Das Land befindet sich weiterhin im Bürgerkrieg und wird von der Junta
    regiert

    In einem Jahr diese Zustände dem eigenen Lande aufzuzwingen schaffen nicht mal die blutrünstigsten Eroberer, was die Ukrainische Junta vollzogen hat !

    Die Ukraine gibt es nicht mehr ! De Facto und De Jura !

  • Stimme ich voll und ganz zu, alles Firedensprojekte. Man will ja "WELTFRIEDEN" und Paradies für alle!

    Ich denke, die Situation zeigt deutlich, dass den Strippenzieher in den USA, Ukraine komplett egal sind. Alles dient dazu das Land auszunehmen, neues Kriesenherd mitten in Europa anheizen und die hier lebenden Menschen gegeneinander zu stoßen.

    Die USA sind am Ende ihres Wegs angekommen. Deren Schuldenberg kratzt an 60.000 Mrd. $ (es gibt nicht mal so viele Produkte auf der ganzen Welt), die Diskrepanz zwischen reich und arm wird immer größer. Es bleibt denen nur zwei Auswege, weltweiter Krieg (am besten mit Händen Dritter) oder man meldet Bankrott an. Und unsere Gauckler und Merkler rechneten höchstwahrscheinlich, dass sie bei der ersten Variante besser davon kommen würden. Wäre sehr KURZSICHTIG!!!
    Ich hoffe, dass sie durch deren Kosten- Nutzenanalyse, zu einem anderen Ergebnis kommen und alles Notwendige tun, um endlich eigenen Weg zu gehen, als den USA hinterherzulaufen!

  • Nachtrag: Offenbar hat auch Putin Hoffnung. Das läßt sich daran erkennen, daß er es bisher unterlassen hat, von Frankreich Schadenersatz für das bestellte und zum großen Teil bezahlte, aber nicht gelieferte Kriegsschiff zu verlangen. Er hätte ja alles Recht dazu.

    Ich denke, eine mögliche Schadenersatzforderung wäre ein Indikator. Wenn Rußland diesen Schritt ginge, wäre klar, daß es jede Hoffnung auf die Vernunft Kontinentaleuropas aufgebeben hat. Bisher ist das noch nicht der Fall. Unverbesserlicher Optimist, der ich bin, hoffe auch ich daher weiter.

  • Sehr geehrte Frau Trauen,

    in der Analyse haben Sie m.E. recht. Dennoch gibt es keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben. Ich denke, es gibt Hoffnung daß die US-Administration in der Ukraine in einer Sackgasse gelandet ist, so daß es dann am Ende auch für die Menschen in der Ukraine wieder Silberstreifen am Horizont geben kann.

    Offenbar vollziehen sich hinter den Kulissen zur Zeit dramatische Entwicklungen. Ich weise auf folgende Dinge hin:

    Nachdem die EU unter Führung von Frau Merkel bisher den US-Kurs der Kriegstreiberei unterstützt hatte, scheint sich in jüngster Vergangenheit eine bemerkenswerte Änderung zu vollziehen.

    Beobachtungen:

    1. Gegen die ausdrückliche Kritik der USA (Frau Nuland auf der Sicherheitskonferenz in München) haben Deutschland und Frankreich in Minsk das Gespräch und einen Weg zu einer friedlichen Lösung gesucht.

    2. Deutlich haben sich die Kontientaleuropäer gegen die US-Pläne, Waffen an die Junta in Kiew zu liefern, ausgesprochen.

    3. Nachdem England erklärt hat, daß es Soldaten als "Ausbilder" in die Ukraine schicken will, hat Frankreich umgehend erklärt, daß es keine derartigen Pläne hat.

    Das sind m.E. drei deutliche Indizien. Offenbar sind die Kontinentaleuropäer entschlossen, sich vom auf Krieg und Konfliktanheizung abzielenden Kurs der angelsächsischen Achse London/Washington abzusetzen. Daher steckt vermutlich, daß sie kalte Füße bekommen haben und eingesehen haben, daß ein möglicher Krieg vor allem ihre Länder zu Schlachtfeldern machen dürfte, während England und erst Recht die USA weit vom Schuß sein werden.

    Es wird sich zeigen, ob Kontinentaleuropa den eingeschlagenen Kurs behält. Es wird sich zeigen, ob die kontinentaleuropäischen Regierungen endlich vor allem die Interessen ihrer eigenen Länder beachten und nicht die globalen Schachspielinteressen der USA.

    Sicher ist noch nichts. Aber es besteht Hoffnung.

  • Alles Friedensprojekte, kann doch nicht sein, daß die uns Jahrzehnte lang verar..t
    haben.

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