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Ukraine Das ewige Sorgenkind Europas weckt neue Zweifel

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Nur begrenzte Spielräume für Besserungen

Die Ukraine hat neben dem Krieg auch wirtschaftlich schlimme Zeiten durchlebt. Noch 2015 war die Wirtschaftsleistung binnen eines Jahres um zehn Prozent abgesackt, ein Jahr zuvor waren es auch schon fast sieben Prozent Minus. Dabei halbierten sich die Exporte zwischen 2013 und 2016 auf 36 Milliarden Euro. Der Außenhandel mit Russland, dem bis dato dominierenden Handelspartner, brach von ehemals fast 50 Milliarden Dollar auf knapp neun Milliarden Dollar ein und konnte auch durch eher langsame Steigerungen mit den EU-Ländern nicht wettgemacht werden. Ein Drittel der Banken musste nach 2014 geschlossen werden. Die Inflation lag zeitweise bei 60 Prozent.

Inzwischen sieht es wieder besser aus. Das gilt auch ganz besonders für den Handel zwischen Deutschland und der Ukraine. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stiegen die deutschen Exporte in das Land mit 23,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, und auch die Lieferungen aus der Ukraine kletterten um 17 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Allerdings: Von früheren Rekordhöhen – wie Ausfuhren von 5,8 Milliarden Euro im Jahre 2012 – ist man noch weit entfernt. Die deutschen Investitionen in der Ukraine verharren trotz der Fortschritte bei gerade 75 Millionen Euro im Jahr 2016.

Das Vertrauen bei Investoren im Ausland ist jedenfalls noch nicht zurückgekehrt und dürfte das angesichts wachsender neuer Zweifel wohl kaum tun. „Die Auslandsinvestitionen befinden sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau – dies macht deutlich, wie wichtig weitere Reformen sind“, sagt Gucci. Und der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms, bemängelt: „Das Reformtempo ist erlahmt und zu niedrig.“

Solange sich daran nichts ändert, dürfte der Raum für weitere Verbesserungen begrenzt bleiben. Und auch die Perspektiven der Ukraine in Europa bleiben begrenzt. Beim letzten Osteuropa-Gipfel der EU Ende November war der Tenor jedenfalls eindeutig: die EU öffnet der Ukraine vorerst nicht die Tür für einen EU-Beitritt. Grundlage der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bleibt vorerst ein Assoziierungsabkommen, das im November 2013 ein wesentlicher Auslöser für die politischen Umwälzungen in dem Land war.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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