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Ukrainische Wirtschaft Im „Würgegriff des Krieges“

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Der „Würgegriff des Kriegs“
Der Airport des Todes
Alte Pracht
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Der Flughafen von Donezk im Osten der Ukraine zu Zeiten der Fußball-Europameisterschaft 2012: Der Airport war der modernste seiner Art in der Ukraine. Ein Prunkstück aus Glas und Beton, bezahlt vom Geld der Oligarchen. Doch selbst die konnten das schmucke Flughafengebäude nicht schützen...

(Foto: ap)
In Schutt und Asche
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Davon ist nichts übriggeblieben: Offene Leitungen und Rohre liegen zwischen Schutt und Asche im zerstörten Terminalgebäude des Donezker Airports. Die Szenerie zeugt von schwerem Beschuss und Luftangriffen. Im und um den Flughafen starben besonders viele Menschen. Als strategisches Ziel wurden die Kämpfe zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten hier besonders erbittert geführt.

(Foto: ap)
Sperrgebiet Touristeninformation
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Das Innere des Flughafens: Im Airport selbst kam es zum Häuserkampf zwischen den Separatisten und von Kiew entsandten Soldaten. Das Bild beweist: Die Kämpfer machten vor nichts halt. Die Zerstörung ist absolut. Auch die Touristeninformation im Terminal liegt in Trümmern.

(Foto: dpa)
Tower am Flughafen Donezk
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Der Kontrollturm des Flughafens war ebenfalls der modernste seiner Art im Land. Der Flughafen war für internationale Flüge ausgelegt und beförderte zu Zeiten der EM 2012 regelmäßig Fußballfans aus ganz Europa und die einheimischen Fans stets zu den Auswärtsspielen ihrer Mannschaft, dem Donezker Klub Schachtjor.

(Foto: ap)
Komplette Zerstörung
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Vom Tower ist heute kaum etwas übrig: Ein Satellitenbild des ukrainischen Militärs offenbart die massive Zerstörung des Kontrollturms vor den Toren der Industriestadt.

(Foto: Reuters)
Zerschossenes Hinweissschild
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Englische Verkehrsschilder erinnern an die Zeit, als der Flughafen nicht immer Kriegsgebiet war: Der Flughafen wurde nach dem Komponisten Sergei Prokofjew benannt und beförderte pro Stunde 700 Passagiere. Das Liniennetz umfasste Destinationen hauptsächlich in den Staaten der GUS, in Mitteleuropa, in Ferienregionen in Übersee und im Nahen Osten...

(Foto: AFP)
Flugzeuge in Donezk
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Bild aus besseren Zeiten: Der Flughafen spielte bis zu Beginn des Krieges eine wichtige Rolle im zivilen Luftverkehr des Landes. Fluglinien wie Aerosvit, Armavia, Austrian Airlines, Donbassaero, Lufthansa, Pegasus Airlines, Transaero, Turkish Airlines, Ukraine International Airlines, Wizzair (unter anderem nach Dortmund) sowie UTAir flogen den Flughafen an.

(Foto: ap)

Bankchefin Valentina Gontarewa zeigt trotzdem demonstrativen Optimismus. „Wenn wir den Panikfaktor beseitigen, werden die Zahlen wieder dahin zurückkehren, wo sie hingehören“, sagt sie. Gontarewa prophezeit eine „Wiedererstarkung der Griwna“, sollte sich der „Würgegriff des Krieges“ im Osten erst lösen. Wenige in Kiew denken aber, dass die heftig umstrittene Bankchefin dann noch im Amt ist.

Angekreidet wird Gontarewa vor allem eine Anhebung des Leitzins von 14 auf 19,5 Prozent. Kredite sind nur noch mit mehr als 20 Prozent, teilweise 30 Prozent Zinsen erhältlich. Dies drohe, die kriselnde Konjunktur vollends abzuwürgen, fürchten Experten.

Im letzten Quartal 2014 schrumpfte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,2 Prozent. Auch die Gasrechnungen aus Russland zahlte die Ukraine erst stets auf den letzten Drücker. Immer wieder droht Moskau dem wichtigen Transitland mit einem Lieferstopp, der auch die EU trifft.

Der starke Wertverlust der Griwna ließ das Durchschnittseinkommen in der Ukraine mittlerweile auf umgerechnet 130 Euro abstürzen. Und Rentner fragen sich, wie sie mit 50 Euro im Monat über die Runden kommen sollen. Jazenjuk verbreitet aber Optimismus: „2016 beginnt die ukrainische Wirtschaft, zu wachsen“, meint der Regierungschef.

Zwölf Monate ist Jazenjuk nun im Amt - es sollte eigentlich ein Jahr der Reformen und eines wirtschaftlichen Neubeginns werden. Denn bereits unter dem gestürzten Präsidenten Janukowitsch glitt die Ex-Sowjetrepublik in eine massive Krise ab. Das Tagesgeschäft konnte der Staatschef oft nur mit Milliarden aus Moskau finanzieren.

Vorangebracht hat die neue Regierung nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern aber wenig - im Gegenteil. In vielen Betrieben stehen Massenentlassungen an. So will Energieminister Wladimir Demtschischin 12 von 35 staatlichen Kohlegruben schließen. Bisher verhält sich die Bevölkerung geduldig, obwohl Medien immer häufiger über Hamsterkäufe berichten.

So ruhig müsse es nicht bleiben, warnt der Politologe Andrej Solotarjow. „Sollten die Leute sehen, dass die Regierung ihnen kleine Löffel anbietet, während sie selbst mit großen Löffeln isst, werden sie auf die Straße gehen.“

  • dpa
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