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Umbruch in Libyen Die Absichten sind gut - die Aussichten nicht

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Was für einen Staat übernehmen die Revolutionäre?

Anders als in Syrien oder im Irak hat sich in Libyen nie ein starkes Parteiensystem ausgebildet. Stattdessen entstand ein Geflecht von Loyalitätsbeziehungen, das sich vor allem entlang von Stammeszugehörigkeiten ausbildete. Es gibt, neben der Rebellenbewegung, keine politischen Institutionen und Organisationen. Es gibt keine unabhängige Justiz. Es gibt keine Erfahrung mit politischer Teilhabe nach 42 Jahren Willkürherrschaft.

Und es gibt, außer den Milizen der Rebellen und Gadhafis weitgehend geschlagenen Truppen, keine Sicherheitskräfte. Was es hingegen reichlich gibt, sind Waffen, unbeglichene Unrechts-Rechnungen, revolutionäre Euphorie, alte Stammesgemeinschaften und neue Kampfesbrüderschaften. Eine explosive Mischung.

Zudem ist der Ölreichtum des Landes ungleich verteilt. Die meisten Quellen liegen im Osten. Sollte die starke Stellung des Zentralstaats abgebaut werden und sollten die drei Provinzen Cyrenaica, Fezzan und Tripolitania größere Autonomie beanspruchen, könnten Verteilungskämpfe ausbrechen.

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4 Kommentare zu "Umbruch in Libyen: Die Absichten sind gut - die Aussichten nicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn man jetzt nicht aufpaßt,werden sich ganz schnell 20 Millionen Chinesen anbieten den Müll wegzuräumen und nebenbei in kürzester Zeit die Infrastruktur wiederherzustellen.Das ganze für Appel und,n Ei,natürlich inklusive Vorverträge für die lukrativen Sachen.
    Die Lybier haben ja vorher wohl auch nichts elber gemacht,was nach Arbeit aussah.

  • schoener Artikel, in Frankfurt am Schreibtisch geschrieben. Natuerlich muessen die Warfalla eingebunden werden, die haben nicht nur den Sicherheitsapparat gebildet - vor allem stellen sie mit 1,5 Millionen Stammesangehoerigen 20-25% der Bevoelkerung. Da kommt ueberhaupt Nichts so, wie es Euch die NATO-Propaganda unterjubeln will. Einigermassen unzensiert schreibt schon jetzt Lorenzo Cremonesi im italienischen CdS, die rebs metzeln jetzt vorrangig Schwarzafrikaner nieder - da besteht kein Risiko der Blutrache - und klauen, was es zu klauen gibt. Dann lassen sich noch die Gelder verteilen, die jetzt aus den USA und Europa fliessen - und dann ist Schluss und Alles wird wie bisher, nur halt ohne Ghedaffi. Das ist eine Stammesgesellschaft und die Bedeutung der einzelnen Staemme ist unangetastet geblieben, zumal die Warfalla und alle Wuestenstaemme des Fezzan nicht am Konflikt teilgenommen haben. Zu Idris's Zeiten hat es schon einmal Parteien gegeben, die wieder aufgeloest wurden, weil sie sich nur die Koepfe eingeschlagen haben. Die grossen Staemme bestimmen, aber binden auch die kleinen ein. Die Nato hat jetzt Partei ergriffen fuer die ultra-traditionelle Bewegung aus Benghasi, aber die Senussi sind nur ca. 40-45.000; ohne NATO-Bomben laufen die schnell nach Benghasi zurueck.

  • Offenbar sind es Demokraten, die plündernd wie eine Vandalenhorde durch Tripolis ziehen, das kann ja gar nicht anders sein... Müssen sich halt noch etwas abreagieren.
    Kleinere Ausrutscher, bei denen verwundete Soldaten im Krankenhaus massakriert wurden und Erschießungen querbeet seien ihnen verziehen, denn es sind ja lupenreine Demokraten, denen mit diesem Artikel Absolution erteilt wird....
    Selbstverständlich ist Deutschland jetzt eingeladen, sich am Staatsaufbau zu beteiligen... vorzugsweise mit bewährter Scheckbuchdiplomatie.

  • "Offenbar sind es Demokraten." Wirklich? Schöne Demokraten, fangen gleich mit Erschiessungen an. Es ging doch nur ums Öl was die Chinesen nicht bekommen sollten. Aber das wollen wir doch nicht hören!

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