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Umbruch in Libyen Die Absichten sind gut - die Aussichten nicht

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Was können die Libyer vom Westen erwarten?

Wenn das, was ein Rebellenkämpfer aus Aschdabija über seine näheren Zukunftspläne sagt, für eine breitere Stimmung im Land spricht, dann darf sich Europa von Herzen eingeladen fühlen, Libyen als sein neues großes Staatsaufbauprojekt zu begreifen. Nach dem Sieg über Gadhafi, erklärte der junge Mann einem Reporter, wolle er als Erstes ein Schaf kaufen und es zu Ehren von Nicolas Sarkozy schlachten. Derlei Sympathiebekundungen dürften im Élysée gemischte Gefühle auslösen. Denn die Neigung, noch mehr Soldaten zu mobilisieren, und seien es Friedenstruppen, ist begrenzt.

Selbst der in Libyen militärisch so ambitionierte französische Staatspräsident würde mit Bodentruppen die Grenze der erlaubten politischen Abenteuerlust überschreiten. In Frankreich herrscht Wahlkampf, und das Letzte, was Sarkozy braucht, ist eine Intervention, deren Ausgang völlig ungewiss wäre. Von Amerika ist ohnehin kaum zu erwarten, dass es in absehbarer Zukunft noch einmal Soldaten in ein muslimisches Land schicken wird.

In Washington, London und Paris bemühen sich die Staatskanzleien deshalb darum, den Führern der Rebellen deutlich zu machen, wie gefährlich es wäre, wenn ihre Allianz zerfiele, bevor in Libyen Ruhe einkehrt. Die Botschaft lautet: Reißt euch zusammen. Helft euch selbst. Rechnet nicht mit militärischer Unterstützung aus Europa.

Zwar wollen EU und UN noch in dieser Woche beraten, wie sie den Übergangsprozess unterstützen können, aber um mehr als Geld und humanitäre Hilfe dürfte es nicht gehen. Das wissen die Rebellen. Da hilft auch kein Opferschaf. Ein Vertreter der Rebellen in Brüssel ist sich über die Herausforderung im Klaren. »Die Priorität für den NTC«, sagt er, »ist es jetzt, Führung zu zeigen.«

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4 Kommentare zu "Umbruch in Libyen: Die Absichten sind gut - die Aussichten nicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn man jetzt nicht aufpaßt,werden sich ganz schnell 20 Millionen Chinesen anbieten den Müll wegzuräumen und nebenbei in kürzester Zeit die Infrastruktur wiederherzustellen.Das ganze für Appel und,n Ei,natürlich inklusive Vorverträge für die lukrativen Sachen.
    Die Lybier haben ja vorher wohl auch nichts elber gemacht,was nach Arbeit aussah.

  • schoener Artikel, in Frankfurt am Schreibtisch geschrieben. Natuerlich muessen die Warfalla eingebunden werden, die haben nicht nur den Sicherheitsapparat gebildet - vor allem stellen sie mit 1,5 Millionen Stammesangehoerigen 20-25% der Bevoelkerung. Da kommt ueberhaupt Nichts so, wie es Euch die NATO-Propaganda unterjubeln will. Einigermassen unzensiert schreibt schon jetzt Lorenzo Cremonesi im italienischen CdS, die rebs metzeln jetzt vorrangig Schwarzafrikaner nieder - da besteht kein Risiko der Blutrache - und klauen, was es zu klauen gibt. Dann lassen sich noch die Gelder verteilen, die jetzt aus den USA und Europa fliessen - und dann ist Schluss und Alles wird wie bisher, nur halt ohne Ghedaffi. Das ist eine Stammesgesellschaft und die Bedeutung der einzelnen Staemme ist unangetastet geblieben, zumal die Warfalla und alle Wuestenstaemme des Fezzan nicht am Konflikt teilgenommen haben. Zu Idris's Zeiten hat es schon einmal Parteien gegeben, die wieder aufgeloest wurden, weil sie sich nur die Koepfe eingeschlagen haben. Die grossen Staemme bestimmen, aber binden auch die kleinen ein. Die Nato hat jetzt Partei ergriffen fuer die ultra-traditionelle Bewegung aus Benghasi, aber die Senussi sind nur ca. 40-45.000; ohne NATO-Bomben laufen die schnell nach Benghasi zurueck.

  • Offenbar sind es Demokraten, die plündernd wie eine Vandalenhorde durch Tripolis ziehen, das kann ja gar nicht anders sein... Müssen sich halt noch etwas abreagieren.
    Kleinere Ausrutscher, bei denen verwundete Soldaten im Krankenhaus massakriert wurden und Erschießungen querbeet seien ihnen verziehen, denn es sind ja lupenreine Demokraten, denen mit diesem Artikel Absolution erteilt wird....
    Selbstverständlich ist Deutschland jetzt eingeladen, sich am Staatsaufbau zu beteiligen... vorzugsweise mit bewährter Scheckbuchdiplomatie.

  • "Offenbar sind es Demokraten." Wirklich? Schöne Demokraten, fangen gleich mit Erschiessungen an. Es ging doch nur ums Öl was die Chinesen nicht bekommen sollten. Aber das wollen wir doch nicht hören!

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