Umfrage Die Hälfte der Briten will ein neues Brexit-Referendum

May sucht noch immer nach einem Deal mit der EU. Sollten die Austrittsverhandlungen ohne Einigung enden, will die Hälfte der Briten ein neues Referendum.
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Umfrage: Die Hälfte der Briten will ein neues Brexit-Referendum Quelle: AFP
Brexit

Im Juni 2016 hatten sich 51,9 Prozent der Briten für einen Austritt aus der EU ausgesprochen, 48,1 Prozent waren dagegen.

(Foto: AFP)

New YorkDie Zeit läuft langsam aus für Großbritanniens Premierministerin Theresa May, einen Scheidungsdeal mit der Europäischen Union zu finden. Doch die Befürchtungen, dass die Austrittsverhandlungen ohne Ergebnis enden, wachsen zunehmend. Sollte dies tatsächlich eintreten, fordert die Hälfte der Briten (50 Prozent) einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge ein neues Brexit-Referendum. Die Befragung wurde im Auftrag der Gruppe „People's Vote“ erhoben.

Selbst die Premierministerin soll sich auf ein Scheitern der Verhandlungen einstellen. In einem Brief an ihre Kollegen der konservativen Partei schrieb May am Mittwoch: „Unsere Verhandlungen über eine zukünftige Beziehung sind in eine Sackgasse geraten.“

Im Juni 2016 hatten 51,9 Prozent der Briten in einem Referendum für einen Austritt aus der EU gestimmt, 48,1 Prozent waren dagegen. Die veröffentlichten Daten vom Freitag zeigen dagegen, dass heute die Mehrheit der britischen Wähler in der EU bleiben würde: 53 Prozent würden für einen Verbleib stimmen, während 47 Prozent für den Brexit stimmen würden.

Und damit nicht genug. Sollte May scheitern, eine Einigung mit der EU zu erzielen, würde die Zustimmung für den Verbleib sogar noch ansteigen. In diesem Szenario würden 56 Prozent für den Verbleib im europäischen Staatenverbund stimmen, während 44 Prozent einen Solo-Weg einschlagen bevorzugen würden.

Zum Vergleich: Im Dezember des vergangen Jahres befürworteten lediglich 33 Prozent ein zweites Referendum, 42 Prozent der Briten hielten dies für keine gute Idee.

Der Labour-Abgeordnete Chuka Umunna sagte zu den Ergebnissen der Umfrage: „Egal, ob die Leute nun vor zwei Jahren für den Austritt oder Verbleib gestimmt haben, niemand hat für diesen chaotischen Brexit gestimmt, der unseren Lebensstandard und die öffentlichen Dienste schädigen wird.“

Egal, mit welchem Endprodukt die Brexit-Unterhändler letztlich dastehen, wollen 45 Prozent der Briten über die endgültige Brexit-Vereinbarung abstimmen, während 34 Prozent dagegen sind. 25 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass das britische Parlament entscheiden sollte, ob Großbritannien im Falle eines Zusammenbruchs der Austrittsverhandlungen in der EU bleiben sollte oder nicht.

Im Vereinigten Königreich scheint sich angesichts der schleppenden Verhandlungen und des Chaos im May-Kabinett die Stimmung zu wenden. Am 29. März 2019 soll die Scheidung offiziell durch sein. Doch weniger als acht Monate vor dem geplanten EU-Austritt hat May noch immer keinen Vorschlag gefunden, der sowohl in ihrer Partei als auch von der EU akzeptiert wird. Einem zweiten Brexit-Referendum hat sie bisher wiederholt eine Absage erteilt.

May und die britischen Unterhändler bereiten sich auf eine neue Gesprächsrunde mit Brüssel Ende des laufenden Monats. Sollten beide Seiten keine Einigung über die irische Grenze erzielen, könnte das Vereinigte Königreich 2019 ohne Deal dastehen.

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