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Umfrage KPMG: Schlechtes Zeugnis für Wirtschaftsstandort Deutschland

Deutschland wird für ausländische Investoren als Wirtschaftsstandort immer unattraktiver. Die Folgen zeigen sich in ihren Investitionsplänen.
17.11.2021 - 05:34 Uhr 4 Kommentare
Nur noch 19 Prozent der befragten internationalen Konzerne planen in den kommenden fünf Jahren in Deutschland zu investieren. Quelle: dpa
Brandenburger Tor

Nur noch 19 Prozent der befragten internationalen Konzerne planen in den kommenden fünf Jahren in Deutschland zu investieren.

(Foto: dpa)

München „Zu teuer und zu langsam bei der Transformation“: Ausländische Konzerne sehen den Wirtschaftsstandort Deutschland nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zunehmend kritisch und fahren ihre Investitionen zurück. Für das Steuersystem und die digitale Infrastruktur gab es besonders schlechte Noten: Hier habe Deutschland „im EU-Vergleich weiter an Wettbewerbsfähigkeit verloren“, teilte KPMG am Mittwoch mit.

Die Wirtschaftsprüfer hatten 360 Finanzvorstände von deutschen Tochtergesellschaften internationaler Konzerne aus den USA, China, Japan und Europa befragt. Demnach planen nur noch 19 Prozent, in den kommenden fünf Jahren mindestens zehn Millionen Euro pro Jahr in Deutschland zu investieren. Vor vier Jahren wollten dies noch 34 Prozent.

Als größtes Investitionshemmnis nannten die befragten Konzernvorstände eine unzureichende digitale Infrastruktur. Für 9 Prozent der Befragten ist sie „die schlechteste in der EU“, für weitere 24 Prozent zählt sie „zu den fünf schlechtesten in der EU“.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: „Deutschland ist zu teuer – bei Strom, Steuern und Arbeitskosten.“ Bei Industriestrom sei Deutschland mit Kosten von 18,18 Cent pro Kilowattstunde inzwischen das Schlusslicht in der EU. Das deutsche Steuersystem stuften die befragten Finanzvorstände „als nicht wettbewerbsfähig“ ein.

Marode Straßen, Brücken und Schienen

Bemängelt würden inzwischen auch marode Straßen, Brücken und Schienen. Nur noch 59 Prozent der befragten Konzernvorstände stuften die logistische Infrastruktur unter den Top Fünf in der EU ein.

Die besten Bewertungen erhält der Wirtschaftsstandort für Lebensstandard (81 Prozent), öffentliche Sicherheit (80 Prozent) und politische Stabilität (80 Prozent). Als Forschungsstandort sehen 56 Prozent der befragten Manager Deutschland im EU-Vergleich in der Spitzengruppe. Deutliche Fortschritte gebe es bei der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte: Laut der KPMG-Umfrage sehen 38 Prozent der Konzerne Deutschland in diesem Punkt unter den Top Fünf in der EU.

Allerdings liegen die Arbeitskosten mit durchschnittlich 36,60 Euro pro Stunde weit über dem EU-Durchschnitt von 28,50 Euro. Aufgrund der hohen Arbeitsproduktivität hätten internationale Investoren dies bislang in Kauf genommen. Für 72 Prozent der Befragten zählte Deutschland hier zur Spitze. „Jedoch nehmen Investoren die seit 2018 währende Stagnation der Arbeitsproduktivität in Deutschland mit Sorge wahr.“

Auch zähle nur noch jeder dritte Befragte Deutschland zu den Top-Fünf-Standorten mit einem innovationsfördernden Umfeld. Die Attraktivität des Standorts schwinde. „Ein weiteres Anwachsen von Regulierung und Bürokratie infolge der geplanten EU-Umweltgesetzgebung“ sei eine Bedrohung für den Investitionsstandort Deutschland, warnte KPMG-Bereisvorstand Andreas Glunz.

Mehr: Neue Machtverhältnisse auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Telekom und O2 hängen Vodafone ab

  • dpa
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4 Kommentare zu "Umfrage: KPMG: Schlechtes Zeugnis für Wirtschaftsstandort Deutschland"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Lobbyistengeschwätz, extrem durchschaubar.

  • Wie sich Deutschland blamiert ist kaum fassbar. Faxe in Gesundheitsämtern. 2015 während der Flüchtlingskrise konnte ein Flüchtling in jedem Bundesland einen Antrag stellen und sich Geld auszahlen lassen. Die Bundesländer waren nicht fähig, Daten abzugleichen. 13 Identitäten keine Seltenheit, wie beim Weihnachtsmarkt-Attentäter peinlich bekannt wurde. Wer will sein Kapital solch einem Staat ausliefern? 200.000 Asylanträge werden wohl dieses Jahr weit überschritten werden, Einwanderung in die Sozialsysteme, wie der ehem. Minister Beckstein es formuliert hat - CSU wohlgemerkt, nicht die AfD.

  • Wer verbreitet eigentlich immer die Mär vom Musterschüler Deutschland?
    Die EU hat es geschafft, dass wir die/den südeuropäische/n Kulter/Lebensstil übernommen haben und anscheinend gut damit leben.

  • Absolut nachvollziehbar der Artikel: Zu hohe Steuern, massive Regulierungen, eine überbordende Bürokratie und zudem extrem hohe Energiepreise und zusätzliche CO2 Abgabe schaffen eine Situation, in dem jedem Investor klar wird: Die Regierung ist ideologisch und chaotisch, hier investiere ich nicht!

    Die Investitionen werden ins Ausland fließen wohl auch außerhalb der EU!

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