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Umleitung von Huawei-Paketen Neue Eskalation im Handelsstreit: China ermittelt gegen US-Paketdienst Fedex

Die USA haben den chinesischen Huawei-Konzern auf eine „schwarze Liste“ gesetzt. Nun nimmt Peking selbst ein US-Unternehmen ins Visier. Eine Vergeltungsaktion?
02.06.2019 - 10:28 Uhr Kommentieren
Huawei beschuldigt den Lieferdienst, mehrere Pakete an die FedEx-Zentrale in die USA geschickt zu haben, anstatt direkt an asiatische Huawei-Niederlassungen. Quelle: AP
US-Paketdienst FedEx

Huawei beschuldigt den Lieferdienst, mehrere Pakete an die FedEx-Zentrale in die USA geschickt zu haben, anstatt direkt an asiatische Huawei-Niederlassungen.

(Foto: AP)

Peking, Singapur Vor dem Hintergrund des Handelskriegs mit den USA hat China eine Untersuchung gegen den US-Paketdienst Fedex eingeleitet. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, wird dem Unternehmen vorgeworfen, mehrere Pakete des chinesischen Huawei-Konzerns in die USA umgeleitet zu haben. Fedex habe „die legitimen Rechte und Interessen von Kunden ernsthaft verletzt“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag.

Zuvor hatte Huawei den US-Lieferdienst beschuldigt, mehrere Pakete  an die Fedex-Zentrale in die USA geschickt zu haben, anstatt sie direkt an Huawei-Niederlassungen in Asien zu liefern. Fedex entschuldigte sich und sagte, dass die Pakete versehentlich fehlgeleitet worden seien. Es gebe keinen „äußeren“ Druck, Pakete umzuleiten.

US-Präsident Donald Trump hatte neben Strafzöllen gegen China den Handelskrieg mit dem Land in den vergangenen Wochen verschärft, indem er den chinesischen Telekom-Riesen Huawei auf eine „schwarze Liste“ setzte. Damit unterliegen dessen Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen. Mehrere Chiphersteller und der Internetkonzern Google teilten in Folge der Sanktionen mit, Geschäfte mit Huawei einzuschränken oder abzubrechen. 

Als Antwort auf die US-Sanktionen kündigte Peking am Freitag an, eine eigene Liste mit „unzuverlässigen“ ausländischen Firmen aufstellen zu wollen. Auf der Strafliste sollen Unternehmen, Personen und Organisationen geführt werden, die den Interessen chinesischer Unternehmen schaden, wie Chinas Handelsministerium mitteilte.

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    Auch drohte China mit einer Verknappung der Seltenen Erden. Die 17 Metalle, zu denen Neodym, Lanthan und Cer gehören, werden besonders in der High-Tech-Industrie benutzt - etwa für Smartphones, Computer und andere Elektrogeräte oder Windkraftanlagen und Autos. Die USA beziehen 80 Prozent dieser Metalle aus China.

    Handelsstreit hatte am Samstag neuen Höhepunkt erreicht

    Am Sonntag machte Peking die USA erneut für die Eskalation des Konflikts verantwortlich. „China will keinen Handelskrieg, hat aber auch keine Angst davor“, hieß es in einem vom chinesischen Staatsrat veröffentlichten „Weißbuch“. Man sei bereit, „mit den USA zusammenzuarbeiten, um Lösungen zu finden und ein für beide Seiten vorteilhaftes Win-Win-Abkommen zu erzielen“, hieß es in dem Positionspapier weiter. Es gebe jedoch Grenzen. So werde China in „Grundsatzfragen“ keine Kompromisse eingehen.

    „Die Souveränität und Würde eines Landes muss respektiert werden und jede Einigung zwischen den beiden Seiten muss auf Gleichheit und gegenseitigem Nutzen beruhen“, hieß es weiter. „China ist offen für Verhandlungen, wird aber bis zum Ende kämpfen, wenn es nötig ist.“ Die Regierung habe genügend Spielraum, um die Gesundheit der chinesischen Wirtschaft auch bei Spannungen zu gewährleisten. 

    Der Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften hatte an diesem Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht. In der Nacht zu Samstag traten als Vergeltung auf bereits verhängte Abgaben Washingtons neue Strafzölle der Chinesen in Kraft. Die Abgaben betreffen US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar. Je nach Produkt gelten Zölle von bis zu 25 Prozent. Insgesamt sind 5140 Produkte betroffen.

    Die amerikanisch-chinesischen Beziehungen trübten sich auch in Bereichen jenseits der Handelspolitik ein. Der kommissarische US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan kündigte bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur mit Blick auf China einen härteres Vorgehen an.

    Die vermutlich größte Gefahr für die Staaten in der Region käme von Akteuren, die die Regel-gebundene internationale Zusammenarbeit unterlaufen wollten, sagte Shanahan. „Wir werden das chinesische Benehmen nicht ignorieren und in der Vergangenheit hat man auf Zehenspitzen einen Bogen darum gemacht.“ Die USA stören sich unter anderem an chinesischen Gebietsansprüchen im Südchinesischen Meer und an Drohungen gegen Taiwan, das die Regierung in Peking als Teil Chinas betrachtet.

    Mehr: Auch an den Börsen schlägt der Handelsstreit durch. Neben China rückt vor allem auch Mexiko in den Blick.

    • dpa
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