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Umstrittene Region Indien lockert kurzzeitig Ausgangssperre in Kaschmir – Lage weiterhin angespannt

In der Region Kaschmir kommt es trotz der Entsendung indischer Sicherheitskräfte zu Protesten. Das Verhältnis zwischen den Nachbarn Indien und Pakistan bleibt weiter angespannt.
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Soldaten bewachen eine verlassene Straße in der Stadt Srinagar in der Region Kaschmir. Quelle: dpa
Kaschmirkrise in Indien

Soldaten bewachen eine verlassene Straße in der Stadt Srinagar in der Region Kaschmir.

(Foto: dpa)

Neu Delhi Im indischen Teil Kaschmirs ist die Ausgangssperre kurzzeitig für die muslimischen Freitagsgebete gelockert worden. Bewohnern der größten Stadt in der Region, Srinagar, sei es teils erlaubt worden, in Moscheen zu beten, teilte der regionale Polizeichef Dilbagh Singh der Nachrichtenagentur AP mit. Trotz hoher Präsenz von Sicherheitskräften versammelten sich Demonstranten zu Protesten gegen die indische Kontrolle der Region. Seit der Aufhebung des Sonderstatus der Region durch die Regierung in Neu Delhi gilt in dem überwiegend von Muslimen bewohnten Kaschmir eine Ausgangssperre. Telekommunikations- und Internetverbindungen sind fast vollständig abgestellt worden, um Unruhen und Demonstrationen zu verhindern.

Nach der Lockerung der Ausgangssperre war in Fernsehaufnahmen aus Srinagar zu sehen, wie kleine Gruppen von Gläubigen in Moscheen beteten. „Wir sehen Ruhe und Normalität. Es gab keinen Fall von Gewalt“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Neu Delhi. Allerdings versuchten im Viertel Mochu in Srinagar manche Menschen offenbar einen Protestmarsch gegen die Regierung zu beginnen. Sie warfen Steine auf Sicherheitskräfte, die versuchten, sie zu stoppen. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sagte, Paramilitärs hätten unter anderem Tränengas eingesetzt, um die Gruppe auseinanderzutreiben. Zwei Menschen seien verletzt worden.

Die Nachrichtenagentur Press Trust of India meldete unter Verweis auf nicht näher beschriebene Beamte, in Sopore im nördlichen Kaschmir seien ebenfalls Steine geworfen worden. Sicherheitskräfte hätten die Situation sofort unter Kontrolle gebracht. International wurde Indiens Vorgehen kritisiert. In der iranischen Hauptstadt Teheran sagte Ajatollah Mohammed Ali Mowahedi Kermani vor Hunderten Gläubigen am Freitag, Indiens Abschaffung des Sonderstatus für Kaschmir sei ein „hässlicher Schritt“ gewesen. Er warnte Indien laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars, keine Konfrontation mit Muslimen zu provozieren.

Auch Pakistan, unter dessen Kontrolle der andere Teil Kaschmirs steht und das die Himalaya-Region ebenfalls vollständig für sich beansprucht, drängte Indien zu einer Rücknahme der Statusänderung. Der pakistanische Außenminister Shah Mahmood Qureshi wollte chinesische Vertreter in Peking treffen, um über Kaschmir zu beraten. Verkehrsminister Sheikh Rashid Ahmad gab am Freitag außerdem bekannt, die letzte verbliebene Zugverbindung zum Nachbarland sei ausgesetzt worden. Bereits ausgewiesen wurde der indische Botschafter in Pakistan, und der Handel wurde auf Eis gelegt.

Pakistan hat außerdem erklärt, wegen Indiens Vorgehen möglicherweise den Internationalen Gerichtshof einzuschalten. Indien rief Pakistan am Freitag wiederum über einen Sprecher im Außenministerium auf, dies zu überdenken. Islamabad müsse die Realität akzeptieren und „aufhören, sich in innere Angelegenheiten anderer Länder einzumischen“. Derweil demonstrierten vor Ort in Islamabad rund 8000 Unterstützer der islamistischen Partei Jamaat-e-Islami gegen Indiens Kaschmir-Politik. Sie versuchten, zur indischen Botschaft zu marschieren. Daran wurden sie aber von annähernd 2000 Polizisten und Sicherheitskräften gehindert. Auch in anderen Gegenden Pakistans hielten Hunderte Aktivisten Proteste ab.

Mehr: Im Streit um Kaschmir will Pakistan den indischen Botschafter ausweisen und die Eisenbahnverbindung nach Indien kappen. Militärisch will das Land aber nicht vorgehen.

  • ap
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