Umstrittene Zwangsabgabe Zypern-Deal entzweit die Euro-Retter

Wer hat beim Zypern-Paket die umstrittene Zwangsabgabe auf Bankeinlagen durchgedrückt? Schäuble schiebt den Schwarzen Peter an Zypern, die EU-Kommission und die EZB. Die weist den Vorwurf energisch von sich.
Update: 18.03.2013 - 14:43 Uhr 6 Kommentare
Eine Ein-Euro-Münze wird unter Funkenflug zerteilt. Quelle: dpa

Eine Ein-Euro-Münze wird unter Funkenflug zerteilt.

(Foto: dpa)

BerlinVor dem Hintergrund der geplanten Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern bahnt sich ein Streit zwischen Deutschland und den anderen internationalen Geldgebern an. Die Zwangsabgabe ist ein Bruch mit der bisherigen Praxis. Nur wer ist für den drastischen Schritt verantwortlich?

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades erklärte, er habe die Zwangsabgabe akzeptieren müssen im Gegenzug für internationale Hilfe. Die Alternative sei die ungeordnete Insolvenz des Landes gewesen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte dagegen in der ARD, es hätte Möglichkeiten gegeben, nicht auf die Ersparnisse aller Bank-Kunden zurückzugreifen. "Das war die zyprische Regierung, auch die Europäische Kommission und die EZB, die haben sich für diese Lösung entschieden, und das müssen sie nun dem zyprischen Volk auch erklären", sagte der CDU-Politiker.

EZB-Direktor Jörg Asmussen wies das von sich. Die EZB bestehe nicht im Detail auf diesem Modell, das Ergebnis von Verhandlungen gewesen sei. Die Zyprer könnten selbst über die Struktur des Programms entscheiden - so lange die 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen, mit denen Privatanleger an dem Paket beteiligt werden sollen.

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Wie brisant die Debatte ist, zeigen Einschätzungen von Experten. "Die Investoren sind besorgt, dass die zyprische Sondersteuer einen Präzedenzfall schafft für andere Euro-Länder, die gerettet werden müssen", sagte Victor Shum von der Beratungsgesellschaft IHS Purvin & Gertz. Tomoaki Shishido von der japanischen Investmentbank Nomura sprach von einer bisher undenkbaren Variante: "Das ist eine recht gefährliche Lösung und birgt Ansteckungsgefahren."

Der renommierte US-Ökonom Paul Krugman schrieb in der "New York Times": "Das ist, als ob die Europäer ein Neonschild hoch halten, geschrieben in griechisch und italienisch, mit den Worten: 'Es ist Zeit, einen Ansturm auf die Banken aufzuführen'." An den Märkten herrschte entsprechend Verunsicherung: Neben dem Euro gab auch der Öl-Preis nach. In Frankfurt fiel der Dax um mehr als ein Prozent.

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6 Kommentare zu "Umstrittene Zwangsabgabe: Zypern-Deal entzweit die Euro-Retter"

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  • Zypern-Deal entzweit die Euro-Retter.

    Der Deal wurde in Brüssel von unseren fähigen Politikern vorläufig ausgehandelt. Die Abgeordneten in Brüssel sollten die Fähigkeiten besitzen und erkennen, wie und wo die Milliarden in Zypern abzuschöpfen sind.

    Der Bundestag wird das Abschöpfungsprogramm genüsslich debattieren und abstimmen.

    In der Tat ist das eine bittere Enteignung vom Sparbuch der zyprischen Bevölkerung. Mit viel Mühe und Not legte sich die arme Bevölkerung über viele Jahre eine kleine Sicherheit auf dem Sparbuch an. Das arbeitende Volk hat zuvor die geforderte Lohnsteuer brav bezahlt. Und jetzt werden diese Sparbücher beraubt.

    Was hat die Bevölkerung mit dem Schwarzgeld und den Spekulationen der Banken zu tun?

    Sicher ist nur, dass wir eines Tages in die Kiste gehen werden. Sobald der deutsche Staat in großer Not ist, werden auch die Sparguthaben in Deutschland geplündert.

  • volle Zustimmung

  • Das ist doch nur eine Testphase.
    Geplant ist das für ganz Europa.
    Kann Jeder hier nachlesen:

    http://dnv.xobor.de/t18f4-Zypern-Versklavung-Europas-laeuft-planmaessig-weiter.html

  • Da haben wir die Situation der Entscheidung - entweder beschleunigt in den Zusammenbruch oder ein Weiterwursteln gegen alle Regeln der ökonomischen Vernunft und gegen die Menschen in Europa - auf jeden Fall ein endlich sichtbares Zeichen der totalen politischen Aporie, aber das war schon ab 1918 so in Europa - die Geschichte wiederholt sich eben doch - Wählen Sie die "Alternative für Deutschland", damit sich die politischen Verhältnisse einmal grundlegend ändern.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • Volle Zustimmung!

    Im Kern geht es um das asoziale Verhalten seitens der sogenannten "Alphatiere".

    Ob wir die Themen anführen, die oben genannt sind, ob wir die Bonusdebatte, ob wir die Gehälter der DAX-Vorstände, die Kürzung der fälligen Lebensversicherungsleistungen, die Politikerpensionen oder die Einkommensverteilung, die Altersarmut, etc. nennen, soziales Verhalten der sogenannten Alphatiere ist so selten wie Beamtenschweis.

    Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen!

  • Was ich nicht so ganz verstehe, warum jetzt die Aufregung wegen einer Zwangsenteignung so hochbrandet.
    In allen Nettozahler Ländern der EU wurden und werden wir bereits „Zwangsenteignet“. Es gab mal einen Maastricht Vertrag, der finanzielle Unterstützung für andere Länder verbot. Dies ist bekanntlich seit langem ausgehebelt.
    Nun werden Steuergelder für vielerlei Stützungsmaßnahmen verwendet. Steuergelder, die im eignen Land nicht mehr eingesetzt werden können. Um konkret zu werden, die CSU plant die Einführung einer PKW Maut um den Straßenbau zu finanzieren … genau hierfür hätte man das Geld z.B. nehmen können.
    Man darf sich auch nicht vormachen, das Griechenland, Portugal, Italien etc. ihre Schulden jemals zurückzahlen werden können, mit dieser Währung wird das schlicht nicht möglich sein.
    Das Geld ist also weg … enteignet, es ging nur nicht so plump über einen Abzug auf dem Konto.

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