Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Umstrittenes Pflanzengift US-Umweltbehörde hält Glyphosat weiter für nicht krebserregend

Die EPA bleibt bei ihrer Linie und widerspricht jüngsten Gerichtsurteilen zu Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren durch Glyphosat. Bayer ist mit rund 13.400 US-Klagen konfrontiert.
1 Kommentar
Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto, die von Bayer übernommen wurde. Quelle: Reuters
Glyphosat

Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto, die von Bayer übernommen wurde.

(Foto: Reuters)

ChicagoDie US-Umweltbehörde EPA betrachtet das Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend und widerspricht damit mehreren jüngst in den USA gefällten Gerichtsurteilen. „Die EPA sieht weiterhin keine Risiken für die öffentliche Gesundheit, wenn Glyphosat entsprechend der aktuellen Anweisungen verwendet wird“, bekräftigte die Behörde am Dienstag frühere Erklärungen. Glyphosat sei kein Karzinogen.

Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto, die im vergangenen Sommer vom deutschen Bayer-Konzern übernommen wurde. Inzwischen sieht sich Bayer in den USA mit rund 13.400 Klägern konfrontiert, die ihre Krebserkrankung auf das Herbizid zurückführen. Bayer äußerte sich zunächst nicht zu den neuen Aussagen der EPA.

In zwei Fällen wurde das Unternehmen bereits zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Ende März hat Bayer in den USA auch das zweite Verfahren um angebliche Krebsrisiken verloren. Die Jury des Bezirksgerichts in San Francisco hat in einem einstimmigen Votum den Monsanto-Konzern für die Krebserkrankung des Klägers haftbar gemacht. Sie verurteilte den Konzern zur Zahlung eines Schadenersatzes von 80 Millionen Dollar.

Bayer hat zwar Berufung eingelegt oder dies angekündigt, viele Experten gehen aber letzten Endes von einem teuren Vergleich aus. Manche Analysten prognostizieren dafür Kosten von 15 bis 20 Milliarden Euro. Die rechtlichen Risiken sind groß.

In den USA ist Glyphosat das am häufigsten verwendete Pflanzengift. Bauern versprühen das Mittel auf Feldern mit Sojabohnen oder andere Früchten, die genetisch so verändert sind, dass sie der für andere Pflanzen tödlichen Wirkung von Glyphosat widerstehen können. Privatleute nutzen das Herbizid auch im Garten.

Die Kläger stützen sich besonders auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen einstufte. Der Bayer-Konzern weist dies vehement zurück und argumentiert seinerseits mit zahlreichen Studien, die belegen sollen, dass die Produkte bei vorschriftsgemäßer Anwendung ungefährlich sind.

Brexit 2019
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Umstrittenes Pflanzengift - US-Umweltbehörde hält Glyphosat weiter für nicht krebserregend

1 Kommentar zu "Umstrittenes Pflanzengift: US-Umweltbehörde hält Glyphosat weiter für nicht krebserregend"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch in Deutschland ist Round Up ein allgemein anerkanntes Pflanzenschutzmittel und das seit vielen Jahren. Zwar verbieten Kommunen gern den Einsatz auf z.B. öffentlichen Fußwegen, Beobachtungen zeigen jedoch, dass auch städtische Gärtner das Mittel gern gebrauchen und das seit vielen Jahren.

    Ich bin gespannt, wie lange es dauert, dass nicht ideologische Argumente in den USA Gerichtsurteile beeinflussen.

Serviceangebote