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Umweltschutz Frankreich will Autohersteller mit gemeinsamer Abwrackprämie unterstützen

Frankreich will die heimische Autoindustrie mit einer gemeinsamen Abwrackprämie unterstützen. Damit wählt Paris einen deutlich anderen Weg als Berlin.
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Frankreichs Finanzminister plant am Montag ein Spitzentreffen mit Umweltminister Francois de Rugy und Autoherstellern. Quelle: Reuters
Bruno Le Maire

Frankreichs Finanzminister plant am Montag ein Spitzentreffen mit Umweltminister Francois de Rugy und Autoherstellern.

(Foto: Reuters)

Paris Der französische Finanzminister Bruno Le Maire will mit einer höheren Abwrackprämie ältere Autos schneller von den Straßen bekommen und durch neuere, umweltfreundlichere Fahrzeuge ersetzen. Zusammen mit Umweltminister Francois de Rugy und Autoherstellern wolle er am Montag besprechen, wie die Konzerne zu einer Umtauschprämie beitragen könnten, sagte Le Maire der Zeitung „Le Parisien“.

Was genau die Hersteller dazu beitragen könnten, müsse diskutiert werden. Laut Agenda des Ministers ist für Montag ein Treffen mit Vertretern von Renault und PSA anberaumt.

Frankreich hebt sich damit in seiner Dieselpolitik deutlich von Deutschland ab. Die französische Regierung in Paris unterstreicht vielmehr ihre Bereitschaft, ihren eigenen Anteil zum Austausch alter Dieselfahrzeuge zu leisten. Paris orientiert sich damit offenbar an den Förderprogrammen aus der Zeit der Finanzkrise vor rund zehn Jahren.

Um die Fahrzeugverkäufe nach dem weltweiten Zusammenbruch der Konjunktur wieder anzuschieben, gab es damals in vielen Ländern der Welt Umtauschprämien für Altfahrzeuge. Die schwerwiegenden realwirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise konnten damit vergleichsweise schnell abgemildert werden. Die französische Regierung hat heute wieder keine Probleme damit, den eigenen Herstellern Renault und PSA (Peugeot, Citroën, Opel) finanziell zu helfen.

Die Bundesregierung in Berlin hat sich für eine andere Förderpolitik entschieden. Der Austausch älterer Dieselmodelle ist in Deutschland ausschließlich eine Sache der Hersteller. Volkswagen, Daimler und BMW haben dafür eigene neue Förderprogramme aufgelegt. Die deutsche Regierung hält sich dabei komplett zurück: Es gibt weder eine unmittelbare Förderung zum Dieselaustausch durch Geldbeträge noch gibt es steuerliche Vorteile.

Berlin gibt nur Geld zum Austausch kommunaler Fahrzeuge wie etwa bei älteren Stadtbussen mit Dieselantrieb. Bei Diesel-Pkw liegt das finanzielle Risiko zum Austausch der Flotte damit ausschließlich bei den Herstellern und bei den Fahrzeughaltern. Anfang Oktober hatten die deutschen Autohersteller auf einem neuen Dieselgipfel mit der Regierung die Umtauschprämien für ältere Fahrzeuge zugesagt.

„Die französische Regierung verteidigt wenigstens ihre eigene nationale Automobilindustrie“, beklagt sich ein deutscher Topmanager aus der Fahrzeugbranche. Die Regierung in Berlin lege den deutschen Unternehmen hingegen immer wieder neue Steine in den Weg. Für die überhöhten Emissionswerte beim Diesel mache Berlin zudem ausschließlich die deutschen Hersteller verantwortlich. An der Grenze zur Legalität habe sich jedoch die gesamte Branche beim Diesel bewegt. Die Bundesregierung versäume es, auch ausländische Hersteller zur Kasse zu bitten.

Angesichts der in Deutschland sehr stark aufgeheizten Diskussion in Sachen Diesel und um Fahrverbote ist eine finanzielle Förderung der Autohersteller zum Austausch der Dieselflotte sehr unwahrscheinlich. Hierzulande wird die Diskussion hauptsächlich darüber geführt, wie und ob die deutschen Hersteller wegen der Dieselemissionen noch zusätzlich bestraft werden sollten.

Auch in Frankreich gibt es eine öffentliche Diskussion um Dieselemissionen, Durchfahrtsbeschränkungen und das Ende für den Verbrennungsmotor. Es gibt auch immer mehr französische Städte und Regionen, die neue Umweltzonen einführen.

Mit Material von Reuters

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1 Kommentar zu "Umweltschutz: Frankreich will Autohersteller mit gemeinsamer Abwrackprämie unterstützen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Frankreich wusste, weiß und wird immer seine Industrie unterstützen wissen.
    Das hat nichts mit rechts oder national zu tun, sondern einfach mit Wohlstand für die gesamte Bevölkerung.
    Deutschland geht einen anderen Weg: Es wird auf verschiedene Industriezweige eingeschlagen, bis sie am Boden liegen - siehe Eon, RWE, Commerzbank, Deutsche Bank und aktuell die Automobilindustrie.
    Die Überregulierung in allen Bereich ist die Keule.

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