UN-Chef António Guterres „Unsere Welt steckt im Chaos“

Wenige Tage nach dem Klima-Streit mit den USA beim G7-Gipfel macht der UN-Generalsekretär Druck. Die Umsetzung des Pariser Klimaabkommen sei unverzichtbar. Trump will dies Woche entscheiden, ob er am Abkommen festhält.
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UN-Generalsekretär António Guterres hat einen Fünf-Punkte-Plan im Kampf gegen den Klimawandel vorgelegt. Quelle: AFP
Vereinte Nationen

UN-Generalsekretär António Guterres hat einen Fünf-Punkte-Plan im Kampf gegen den Klimawandel vorgelegt.

(Foto: AFP)

New York Das Pariser Klimaabkommen verbuchen die Vereinten Nationen als einen ihrer größten Erfolge der vergangenen Jahre. Doch mit Donald Trumps Weigerung, sich zum Klimaschutz zu bekennen, droht es zur Makulatur zu werden. UN-Generalsekretär António Guterres Druck hat nun einen Fünf-Punkte-Plan für mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel vorgelegt.

„Unsere Welt steckt im Chaos“, sagte Guterres bei einer Rede an einer New Yorker Universität. „Ich plädiere dafür, dass es absolut unverzichtbar ist, dass wir das Abkommen von Paris umsetzen - und diese Pflicht mit erhöhtem Engagement erfüllen.“

In dem Abkommen hatten sich 195 Staaten im Dezember 2015 darauf geeinigt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf „deutlich unter zwei Grad“ im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. US-Präsident Donald Trump hatte sich allerdings beim G7-Gipfel in Sizilien am Wochenende nicht zum Klimaschutz bekennen wollen, sondern angekündigt, diese Woche zu entscheiden, ob er an dem Abkommen festhält.

Die Trumps zu Besuch im „Höllenloch“
Ankunft am Flughafen
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Nach seinem Treffen am Mittwochmorgen mit Papst Franziskus ist Donald Trump zusammen mit seiner Frau Melania nach Brüssel gereist. Der US-Präsident will am Donnerstag dort die Nato-Partner auf höhere Verteidigungsaufgaben einschwören.

Treffen im Königspalast
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Seinen ersten offiziellen Termin hatte Trump am Mittwoch mit dem belgischen König Philippe und Königin Mathilde.

Empfang durch den Regierungschef
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Nach dem Gespräch mit Charles Michel erklärte Trump, sie würden bei „verschiedenen Problemen“ zusammenarbeiten. Dabei sei Terrorismus die „Nummer eins“. Wenn man etwas wie den Bombenanschlag am Montagabend im britischen Manchester erlebe, erinnere man sich daran, wie wichtig es sei, den Kampf zu gewinnen, sagte Trump. „Wir werden gewinnen. Hundertprozentig.“

Friedliche Proteste
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Etwa 9000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Mittwoch gegen den Besuch von Donald Trump in Brüssel protestiert. Ihr Demonstrationszug durch die Innenstadt unter dem Motto „Trump not welcome“ begann friedlich.

Proteste gegen den Trump-Besuch
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Einige Trump-Gegner waren auch aus dem Ausland angereist, die Veranstalter hatten mit 10.000 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei hatte zunächst rund 6000 Teilnehmer gezählt und später von 9000 Demonstranten gesprochen.

Proteste gegen Trump
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Etliche Teilnehmerinnen liefen als Freiheitsstatuen verkleidet mit. Am Abend schlossen Kundgebungen und Konzerte die Protestveranstaltung ab.

Proteste gegen Trump
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Trump hat sich im Wahlkampf kritisch über Brüssel ausgelassen, dem Sitz der Hauptquartiere der Nato und der Europäischen Union. Nach den Problemen der Stadt mit Terrorismus in jüngerer Zeit hatte Trump Brüssel als „Höllenloch“ bezeichnet.

Der Klimawandel sei eine allgegenwärtige Bedrohung und wissenschaftlich zweifellos bewiesen, sagte UN-Chef Guterres vor den Studenten und Mitarbeitern der New York University. Auch die Wirtschaft profitiere vom Kampf gegen den Klimawandel. An US-Präsident Trump, der genau das in der Vergangenheit immer wieder öffentlich bezweifelt hatte, wandte sich Guterres nur indirekt. „Wenn irgendeine Regierung den globalen Willen und den Bedarf für das Abkommen in Frage stellt, ist das für alle anderen Grund, sich noch stärker zusammenzutun und auf diesem Pfad zu bleiben.“

Der UN-Chef betonte, seine Tür sei „immer offen“ für all diejenigen, die den „weiteren Weg“ diskutieren wollten - „auch für diejenigen, die vielleicht abweichende Perspektiven haben“. „Die Klima-Diskussion darf kein Schreiduell mehr sein.“

Sein Fünf-Punkte-Plan sehe folgendes vor, sagte Guterres: Stärkeres Engagement auf politischer Ebene, stärkeres Engagement der UN, verstärkte Zusammenarbeit der UN mit Regierungen auf der ganzen Welt beim Übergang zu erneuerbaren Energien, verstärkte Zusammenarbeit der UN mit Regierungen bei der Erarbeitung nationaler Klimaschutzpläne sowie das Knüpfen neuer Partnerschaften beim Kampf gegen den Klimawandel. Außerdem wolle er bei einem Gipfel 2019 ein erstes Fazit zum Pariser Klimaabkommen ziehen.

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  • dpa
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  • Wenn ich sehe , dass in Hamburg eine einzige Landstromplattform für Kreuzfahrschiffe eingerichtet wurde und der Strompreis für einen halben Tag
    10 000,.Euro kostet ,also
    erheblich mehr , als wenn das Schiff Eigenstrom nutzt stellen sich ein paar Fragen.

    Warum gibt es nicht mehr von diesen Plattformen. Warum ist der Strom nicht kostenlos? Denn alle Menschen am (im Hafen würden gesünder leben.

    Was ich damit sagen will, es gibt Möglichkeiten etwas für den Umweltschutz zu tun, aber man will wie der Hamburger Senat noch abkassieren.

    Also das Fazit, die Forschungsgelder müssen massiv erhöht werden und nicht immer nach dem Mammon sehen ,sondern nach dem Ergebnis.

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