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UN-Konferenz zu Syrien Außenminister suchen Ausweg aus Syrien-Dilemma

In Genf versuchen die UN-Außenminister eine Lösung für den Syrien-Konflikt zu finden. Kofi Annan hat vorgeschlagen, eine Übergangsregierung zu bilden. Streitpunkt ist, ob Assad Teil dieser Regierung sein soll oder nicht.
30.06.2012 - 17:05 Uhr 6 Kommentare
UN-Sondergesandter Kofi Annan und der russische Außenminister Sergej Lavrov im Gespräch bei der Genfer Syrien-Konferenz. Quelle: dapd

UN-Sondergesandter Kofi Annan und der russische Außenminister Sergej Lavrov im Gespräch bei der Genfer Syrien-Konferenz.

(Foto: dapd)

Genf Schwieriges Ringen um eine diplomatische Lösung für Syrien: Außenminister der Weltmächte und von Nahost-Staaten haben am Samstag bei einer Konferenz in Genf nach einem politischen Ausweg aus der immer blutiger werden Syrien-Konflikt gesucht. Dabei wurden erhebliche Differenzen zwischen Russland und dem Westen zur Rolle des syrischen Machthabers Baschar Assad im Falle der Bildung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit in Damaskus deutlich.

Der internationale Syrien-Vermittler Kofi Annan appellierte an die beteiligten Staaten, ihre Differenzen zu überwinden und gemeinsam den blutigen Konflikt zu beenden. Andernfalls drohe ein Übergreifen auf die gesamte Nahost-Region und „eine neue Front für den internationalen Terrorismus“, warnte Annan am Samstag bei der Eröffnung einer Konferenz der Außenminister der fünf UN-Vetomächte und mehrerer Nahost-Staaten in Genf. „Vereint können Sie Bedingungen schaffen, die es den Syrern ermöglichen, eine friedliche Lösung zu finden“, mahnte der ehemalige UN-Generalsekretär die Außenminister.

Den Ministern der USA, Russlands, Chinas, Frankreichs und Großbritanniens sowie der Türkei und mehrerer Staaten der Arabischen Liga lag ein von Annan erarbeiteter neuer Friedensplan vor. Kernpunkt ist der Vorschlag, in Damaskus eine Übergangsregierung der nationalen Einheit zu bilden. Russland lehnte dabei jedoch Formulierungen ab, die auf den Ausschluss des syrischen Machthabers Baschar Assad von der Übergangsregierung hinauslaufen könnten.

Die Differenzen in dieser Frage hätten jedoch im Vorfeld der Konferenz bei Verhandlungen auf der Ebene von Staatssekretären und Botschaftern nicht ausgeräumt werden können, sagte der britische Außenminister William Hague vor Reportern. Neun von elf Delegationen stünden uneingeschränkt hinter dem neuen Annan-Plan. Aber es sei vorerst nicht gelungen, „mit Russland und China eine Übereinkunft zu erzielen“. Es sei zweifelhaft, ob dies bei der Genfer Konferenz gelingen könne.

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    Weitgehend einig waren sich die Außenminister nach Angaben aus diplomatischen Kreisen darin, dass eine politische Lösung in Syrien die Bildung einer Übergangsregierung erfordert. Ihr sollen dem Annan-Plan zufolge Vertreter des bisherigen Regimes sowie der verschiedenen Zweige der bewaffneten Opposition und aller religiösen und gesellschaftlichen Gruppen angehören. Dieser Prozess müsse zu freien und fairen Wahlen führen.

    Vertreter der syrischen Opposition hatten bereits vor der Konferenz erklärt, es sei für sie nicht hinnehmbar, dass die Verantwortlichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit - darunter Massaker selbst an Frauen und Kindern - straffrei bleiben. Eine Beteiligung an einer Übergangsregierung mit „dem Schlächter“ Assad komme nicht in Frage, sagte Nadschi Tajjra von der Oppositions-Dachorganisation Syrischer Nationalrat (SNC).

    Der Iran, der engste Verbündete des Assad-Regimes wurde auf Druck Washingtons nicht zum Genfer Treffen eingeladen. In einem Telefongespräch mit Annan würdigte Außenminister Ali-Akbar Salehi dessen Friedensbemühungen und wünschte ihm Erfolg für die Konferenz. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens sagte Salehi, dass die Krise in Syrien nur über einen internen Dialog zu lösen sei und dass „vom Westen aufgedrängte Pläne jenseits jeglicher Logik“ seien.

    • dpa
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    6 Kommentare zu "UN-Konferenz zu Syrien: Außenminister suchen Ausweg aus Syrien-Dilemma"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für die Tötung Osama Bin Ladens haben die USA insgesamt 900.000.000 USD aufgebracht, 300.000 Menschen umgebracht sowie eine Weltwirtschaftskrise mit zu verantworten, die die Wirtschaftspartner der USA voll reingerissen haben.

      Wählt Republikaner USA, dann wird der Menschheit auch nicht noch soviel Geld helfen können.

      Die Freiheit zur Auslöschung der Menschheit steht schließlich auch in den Constitutions der USA.

    • Wann eigentlich haben die USA zuletzt Ihre Mitgliedsbeiträge zur UNO eigentlich bezahlt?
      Oder sind die Zahlungen an die UNO durch die USA immer noch ausgesetzt?

    • Fast könnte man annehmen es handele sich nicht um Aufständische, sondern um marodierende Söldnertruppen unterschiedlichster Herkunft, die die Causa Syrien "zukunftsfähig" gestalten sollen.
      Gleichwie, scheint man sich von der weiteren gezielten Destabilisierung der gesamten Region finanziell und politisch insgesamt eine Menge zu versprechen.
      Was mit der Erreichung dieses "milestones" tatsächlich erreicht werden wird steht dabei in den Sternen.

      Von verantwortungsvoller Politik kann bislang jedenfalls, wie es aussieht nicht unbedingt die Rede sein, nochzumal der Status Quo der als Zielvorgabe ausgegeben scheint die nachfolgenden Komplikationen und weiteren Dauerkriege überhaupt nicht im Blick zu haben scheint.

      Ganz abgesehen davon, dass das syrische Volk von selbsternannten "Geostrategen" zum Abschuss freigegeben zu sein scheint.

      Was das mit der Menschenrechtspolitik der UNO zu tun haben soll, wird vielleicht nur die UNO selbst erklären können.

    • Der "Ausweg" wäre ganz einfach:

      1. Saudiarabien hört damit auf die aufständischen Terroristen zu finanzieren.

      2. Die Kriegstreiber USA und Großbritannien stellen ihre propagandistische Unterstützung der Terroristen ein und hören damit auf den Aufstand mit der vagen Inaussichtstellung einer Intervention anzuheizen.

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      Dazu sind die Kriegshetzer in Washington und London, Paris und Ankara aber zur Zeit nicht bereit. Sie versuchen weiter, einen "Regimechange" zu erzwingen, indem sie den Aufstand weiter anheizen.

      Das wird ihnen diesmal aber nicht gelingen - jeder Tag an dem die erhoffte Intervention nicht eintrifft schwächt die Entschlossenkeit des zusammengewürfelten Haufens von Aufständischen.

    • @Thomas-Melber-Stuttgart: Weil es, wie schon zuvor in Ägypten und Libyen, eine inzidierte "Revolution" ist. In allen drei Ländern wurden die fundamentalistischen islamistischen "Rebellen" von der NATO/USA unterstützt und in unseren Medien als "Freiheitskämpfer gegen Terrordikatoren" beschrieben. Jetzt ändert sich die Darstellung wieder und aus den Freiheitskämpfern werden wieder Terroristen.

      Die Verluste in der Zivilbevölkerung sind verheerend.

    • Weshalb wird eigentlich nicht mit der Opposition in Syrien gesprochen? Diese ist ja z.T. sogar im Parlament vertreten! Statt dessen wird mit dem SNC "verhandelt", der überhaupt kein Mandat des sysrischen Volkes hat und der auch keinen Einfluß auf die FSA besitzt ganz zu schweigen von den zahlreichen Extremisten-Gruppen.

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