Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Unabhängigkeitskonflikt Es gelingt den katalanischen Separatisten nicht, den Nationalfeiertag für ihre Ziele zu nutzen

In Katalonien demonstrieren Hunderttausende für die Unabhängigkeit. Doch die Katalanen bleiben eine gespaltene Gesellschaft. Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Kommentieren
Katalonien: Separatisten demonstrieren für Unabhängigkeit Quelle: dpa
Demonstration zum katalanischen Nationalfeiertag

Jährlich demonstrieren am katalanische Nationalfeiertag, dem Diada, Hunderttausende für die Unabhängigkeit der Region.

(Foto: dpa)

MadridDie katalanischen Separatisten wollen sich und der Welt heute erneut beweisen, dass der Wille zur Trennung von Spanien ungebrochen ist. Seit Jahren demonstrieren am katalanischen Nationalfeiertag, der Diada, Hunderttausende samt Kind, separatistischen Fahnen und Bannern in Barcelona für einen eigenen Staat.

Doch nach dem erfolglosen Aufstand des vergangenen Jahres wird es für die Anführer immer schwieriger, die Bewegung aktiv zu halten. „Nach allem, was passiert ist, ist es schwer, die Leute weiter zu mobilisieren ohne sie anzulügen“, sagt Elisenda Paluzie, Chefin der separatistischen Bürgerbewegung ANC vor der ausländischen Presse in Madrid ein. Der ANC ist Hauptorganisator der Diada.

Mehr zum Thema:

Die Separatisten hatten am 1. Oktober 2018 ein illegales Unabhängigkeitsreferendum organisiert und am 27. Oktober die katalanische Republik ausgerufen. Der spanische Staat hat daraufhin die katalanische Regierung abgesetzt und die Region unter Zwangsverwaltung gestellt. Die separatistischen Regierungsmitglieder und zwei führende Aktivisten wurden wegen Rebellion, Aufruhr und Untreue angeklagt. Neun von ihnen sitzen seit dem vergangenen Herbst in Untersuchungshaft.

Es ist klar, dass der unilaterale Weg nicht funktioniert hat. Inzwischen hat zwar die neue sozialistische Regierung in Madrid Gespräche mit der katalanischen Regierung aufgenommen. Ein legales Referendum über die Unabhängigkeit will aber auch sie nicht gewähren. Es verstößt gegen die spanische Verfassung, die die Unteilbarkeit des Landes vorsieht.

„Eine Zeit lang sah es so aus, als würde innerhalb der Separatisten der Pragmatismus siegen”, sagt der katalanische Politologe Oriol Bartomeus von der autonomen Universität Barcelona. Der wollte zwar auch nicht auf die Unabhängigkeit verzichten, aber zumindest eine Zeit lang zur Normalität zurückkehren – seit mehr als einem Jahr überlagert die Unabhängigkeit alle übrigen Themen.

Aber dann hat Puigdemont eine neue Bewegung gegründet, „Crida per la democracia“ und damit wieder die Mehrheit seiner Partei hinter sich versammelt. „Puigdemont will die Spannung weiter aufrechterhalten”, sagt Bartomeus. „Politisch können die Separatisten nichts ausrichten, deshalb geht es jetzt um Inszenierungen.“

Die heutige Diada ist nur der Auftakt dafür. Die Teilnehmerzahl gilt als erster Test dafür, wie mobil die Anhänger nach den vergangenen elf Monaten noch sind. Im Herbst sind zahlreiche weitere Großdemos geplant – etwa zum Jahrestag des Referendums oder zum Beginn des Gerichtsprozesses gegen die inhaftierten Separatisten.

Madrid hat erneut Polizisten nach Katalonien entstand, die die katalanische Regionalpolizei Mossos d’Esquadra unterstützen sollen. Dieses Jahr sind es aber nur noch 1000, zu dem Referendum im vergangenen Oktober waren es noch 6000. Laut der letzten Umfrage des katalanischen Meinungsforschungsinstituts CEO sind 46,7 Prozent der Katalanen für die Trennung von Spanien und 44,9 Prozent dagegen.

Wie schwer diese Spaltung das Zusammenleben in der Region macht, zeigt der Streit um die gelben Schleifen: Die Separatisten hängen sie an Straßenzäune, Bänke und Laternen – als Zeichen des Protestes gegen ihre inhaftierten Anführer.

Die Nicht-Separatisten schneiden sie wieder ab – meistens nachts und vermummt, um Auseinandersetzungen mit den Unabhängigkeitsbefürwortern zu vermeiden. Es wird Jahre dauern, bis sich dieser Graben zwischen beiden Gruppen wieder schließen lässt. Noch ist daran nicht zu denken. Im Gegenteil: Die politische Situation ist so verfahren wir eh und je.

„Werde weiter für Katalonien kämpfen“ – Puigdemont will zurück nach Brüssel

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Unabhängigkeitskonflikt - Es gelingt den katalanischen Separatisten nicht, den Nationalfeiertag für ihre Ziele zu nutzen

0 Kommentare zu "Unabhängigkeitskonflikt: Es gelingt den katalanischen Separatisten nicht, den Nationalfeiertag für ihre Ziele zu nutzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%