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Unfreie Präsidentschaftswahl Tokajew bleibt kasachischer Präsident – Wahlbeobachter „zutiefst beunruhigt“

Kassym-Schomart Tokajew gewinnt die Präsidentenwahl in Kasachstan. Nach Einschätzung internationaler Wahlbeobachter ist diese nicht fair verlaufen.
Update: 10.06.2019 - 11:52 Uhr Kommentieren
Kassym-Schomart Tokajew hatte das Präsidentenamt im März von Nursultan Nasarbajew übernommen. Quelle: dpa
Kasachstan

Kassym-Schomart Tokajew hatte das Präsidentenamt im März von Nursultan Nasarbajew übernommen.

(Foto: dpa)

Nur-Sultan In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan an der Grenze zu China hat Übergangspräsident Kassym-Schomart Tokajew die Wahl zum Staatsoberhaupt wie erwartet gewonnen. Die Wahlkommission sprach dem 66-Jährigen am Montag 70,76 Prozent der Stimmen zu.

Die Abstimmung am Sonntag war von Protesten überschattet worden. Es seien fundamentale Freiheiten verletzt worden, teilten Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Montag in der kasachischen Hauptstadt Nursultan mit. Besonders kritisierten sie, dass bei friedlichen Demonstrationen Hunderte Menschen festgenommen worden waren. Dies sei zutiefst beunruhigend gewesen, hieß es.

Hunderte Menschen hätten sich in der Hauptstadt Nursultan (früher Astana) und in Almaty zu Protesten versammelt. Es waren die größten Demonstrationen seit Jahren. Viele Menschen in dem ölreichen Steppenstaat klagen über Korruption und soziale Missstände.

Präsident Tokajew hatte das Amt im März von Nursultan Nasarbajew übernommen, der sich nach rund 30 Jahren an der Macht zurückgezogen hatte. Nasarbajew hält allerdings weiter mehrere einflussreiche Ämter und gilt noch immer als mächtigster Mann des Landes.

Tokajew hatte die Abstimmung angesetzt, um sich von den Wählern legitimieren zu lassen. Insgesamt waren rund zwölf Millionen Wahlberechtigte zur Präsidentenwahl aufgerufen. Sieben Kandidaten waren angetreten.

An zweiter Stelle landete nach Angaben der Wahlkommission der Oppositionskandidat Amirschan Kossanow mit 16,2 Prozent der Stimmen. Tokajew konnte damit nicht annähernd so viele Stimmen holen wie Nasarbajew bei der Abstimmung 2015. Damals stimmten rund 97 Prozent der Kasachen für ihn. Auch die Wahlbeteiligung lag mit nach offiziellen Angaben 77,4 Prozent deutlich niedriger als damals.

  • dpa
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