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Ungewöhnliche Stellenanzeige Du bist ein Freak? Dann bewirb dich als britischer Beamter!

In London wird eine ungewöhnliche Stellenanzeige diskutiert: Der britische Regierungsberater Dominic Cummings sucht via Blogeintrag neue Staatsbeamte.
03.01.2020 Update: 03.01.2020 - 13:12 Uhr Kommentieren
Der 48-Jährige, der bereits die „Leave“-Kampagne vor dem EU-Referendum 2016 leitete, gilt als Mastermind hinter Johnsons Politik. Quelle: Reuters
Dominic Cummings (links) und Boris Johnson

Der 48-Jährige, der bereits die „Leave“-Kampagne vor dem EU-Referendum 2016 leitete, gilt als Mastermind hinter Johnsons Politik.

(Foto: Reuters)

London Unter dem britischen Premierminister Boris Johnson sind neue Zeiten in Großbritannien angebrochen, und das liegt nicht zuletzt an seinem Chefberater Dominic Cummings. Der 48-Jährige, der bereits die „Leave“-Kampagne vor dem EU-Referendum 2016 leitete, gilt als Mastermind hinter Johnsons Politik – zum großen Leidwesen vieler altgedienter Politiker, die Johnsons Vorgehen mit Skepsis verfolgen.

Nun hat Cummings ein neues Projekt in Angriff genommen: Den Umbau des britischen Beamtenapparats. Via Eintrag auf seinem persönlichen Blog sucht Cummings dafür „ungewöhnliche Menschen“ mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen: Datenwissenschaftler und Softwareentwickler, Ökonomen, Projektmanager und Kommunikationsexperten sowie „Freaks und unangepasste Menschen mit merkwürdigen Fähigkeiten“.

„Die Leute hier im Regierungsviertel reden viel über Diversity, aber sie sprechen dabei fast nie über gedankliche Diversität“, kritisiert Cummings. „Sie brabbeln über Gender identity diversity blahbla“.

Man brauche aber kein Geschwafel über „Identität“ oder „Vielfalt“ von einem Geisteswissenschaftlicher der Eliteuniversitäten, sondern mehr „tatsächliche Vielfalt im Denken“. Der Blogeintrag sorgt in den britischen Zeitungen und in den sozialen Netzwerken für Diskussion, am Freitagmorgen war der Aufruf bereits über 4000 Mal weitergeleitet worden. 

Fast eine halbe Million Menschen arbeiten in Großbritannien für den Staat, seit dem Start der Brexit-Vorbereitungen sind es mehr geworden. Sie standen hoch im Ansehen – bis der geplante EU-Austritt zu Streit führte.

Der Vorwurf wurde laut, die Beamten, von denen viele aus guten Familien kommen und eine Ausbildung in Großbritanniens besten Schulen und Elite-Universitäten absolviert haben, wären gegen den Brexit und wären damit nicht mehr, wie es ihr Job erfordere, unabhängig. „Es gibt viele brillante Leute im öffentlichen Dienst und in der Politik“, lobt nun Cummings, „aber es gibt auch einige tiefgreifende Probleme im Kern, wie der britische Staat Entscheidungen trifft.“

„Anstrengend, aber interessant“

Der für den 31. Januar geplante EU-Austritt führe dazu, dass viele große Veränderungen in der Politikstruktur notwendig seien, und die neue Regierung brauche „sich keine großen Gedanken darüber machen, ob sie kurzfristig unpopulär ist“ – schließlich habe sie nach den Dezember-Wahlen eine deutliche Mehrheit und müsse nicht baldige Wahlen befürchten. Wer sich für einen Job interessiert, solle ihm eine Mail schicken und auch nachhaken, wenn er nicht reagiere.

Auch eine Stelle als sein persönlicher Assistent schreibt Cummings aus – und vor allem diese Person sollte sich auf harte Zeiten einstellen: Denn dieser Job wird „sehr interessante Arbeit und vielen uninteressanten Kleinigkeiten beinhalten, die mein Leben leichter machen und die Du nicht mögen wirst. Du wirst nicht mehr unter der Woche abends ausgehen können und viele Wochenenden opfern – ehrlich gesagt wird es schwer sein, überhaupt eine Beziehung zu führen“, warnt Cummings.

„Es wird anstrengend, aber interessant sein, und wenn Du es bringst, wirst Du im Alter von etwa 21 Jahren in Dinge verwickelt sein, die die meisten Menschen nie sehen“, frohlockt Cummings – und warnt: „Ich möchte keinen Bluffer. Ich möchte Menschen, die viel schlauer sind als ich, die in einer extremen Umgebung arbeiten können. Wenn Du im Job Spiele spielst, wird das auffallen und Du wirst sofort gefeuert“.

Mehr: Was 2020 die internationale politische Bühne bestimmt.

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