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Uno kündigt strikte Gegenmaßnahmen an Entsetzen über Missbrauch durch Blauhelme

Blauhelmsoldaten sollen sich im Kongo an Minderjährigen vergangen haben. Vertreter der Uno zeigten sich entsetzt.

HB BERLIN. Vertreter der Vereinten Nationen haben die Sexvergehen von Blauhelmsoldaten im Kongo zutiefst bedauert und strikte Gegenmaßnahmen angekündigt Unter-Generalsekretär Jean-Marie Guehenno sagte am Freitag in New York: «Dies ist ein großer Flecken auf unserer Weste. Es demoralisiert unsere Missionen und zerstört das Vertrauen.» Ein wenige Stunden zuvor veröffentlichter Bericht der Uno hatte bestätigt, dass UN-Friedenshüter im Kongo in mindestens 19 Fällen mit jungen Mädchen unter 18 Jahren Sex hatten und dafür zahlten. In einem Fall sei ein 13-jähriges Kind für ein Hühnerei zum Sex überredet worden.

>«Je mehr Ermittler wir vor Ort haben, desto mehr Fälle werden uns bekannt», räumte Guehenno ein, der für die Leitung aller UN-Friedensmissionen zuständig ist. Nachdem die Abteilung für interne Verfahren erste Vergehen aufgedeckt habe, sei eine Kommission zur Untersuchung von Ausbeutung und sexuellem Missbrauch durch Friedenshüter in die Provinz Ituri im Nordosten Kongos geschickt worden.

Gleichzeitig habe er Ausgangssperren verhängen lassen. Zudem würden jetzt UN-Mitarbeiter in der Beratung und psychologischen Betreuung junger Frauen ausgebildet, die von UN-Soldaten zum Sex überredet oder erpresst wurden.

Nach dem UN-Kodex dürfen Blauhelm-Soldaten im Kriseneinsatz zwar mit Frauen über 18 Jahren, aber nicht mit Minderjährigen Sex haben. Guehenno räumte ein, dass diese Vorschrift für normale Zeiten ausreichen möge, aber nicht für eine angespannte Nachkriegssituation wie im Kongo. Dort waren 2003 rund 4500 Blauhelme stationiert worden. Inzwischen sind mehr als 10 000 UN-Soldaten 105 verschiedener Nationalitäten im Nordosten des Landes zur Überwachung der Waffenruhe eingesetzt.

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