Unruhen in der Ost-Ukraine Demonstranten rufen souveräne Volksrepublik aus

Die Führung in Kiew hat Angst, dass Russland den Osten und Süden des Landes annektieren könnte. Auch die Bundesregierung äußert sich besorgt über die Lage. Kanzlerin Merkel ist vor allem von Putins Verhalten enttäuscht.
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Regierung in Kiew alarmiert

Kiew/MoskauIn der Ukraine droht der Zentralregierung die Kontrolle über Teile des Ostens zu entgleiten. Prorussische Demonstranten in der Großstadt Donezk riefen nach der Besetzung des Hauptverwaltungsgebäudes eine „souveräne Volksrepublik“ aus, die von Kiew unabhängig sein soll. Nach einem Medienbericht forderten die Aktivisten wie im Fall der Halbinsel Krim auch eine Aufnahme des Gebiets in die Russische Föderation. Zuvor waren mehrere öffentliche Gebäude von prorussischen Kräften gestürmt und besetzt worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist enttäuscht über das jüngste Vorgehen der russischen Regierung in der Ukraine-Krise. Der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigte Truppenrückzug von der ukrainischen Grenze sei „noch nicht nachweisbar umgesetzt“, sagte Merkels Sprecher Steffen Seibert. „Das kann einen enttäuschen, das muss einen auch enttäuschen.“

Außerdem äußerte sich die Bundesregierung besorgt über die Erstürmung mehrerer öffentlicher Gebäude im Osten der Ukraine. Regierungssprecher Steffen Seibert appellierte am Montag in Berlin an „alle Verantwortlichen, zur Stabilisierung der Region beizutragen und solche Eskalationen zu vermeiden“. Zugleich erneuerte er gegenüber Russland die Drohung mit einer weiteren Stufe von Sanktionen. „Wir wünschen uns das nicht“, sagte Seibert. „Aber es soll sich niemand täuschen: Die Bereitschaft dazu besteht.“

Die Situation in den Städten Charkow, Lugansk und Donezk weiter instabil. Es gebe von außen gesteuerte Provokationen, um die Lage gezielt zu destabilisieren, sagte der Leiter der Gebietsverwaltung in Charkow, Igor Baluta, einer Mitteilung zufolge. Die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko warnte am Montag vor der Präsidentenwahl am 25. Mai vor Versuchen Russlands, die Gebiete zu annektieren. Als Präsidentenkandidatin forderte sie ein hartes Vorgehen gegen die „Separatisten“. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte in Kiew, er sehe weiterhin die Gefahr einer russischen Militärintervention.

In Charkow erwarteten moskautreue Aktivisten Verstärkung aus anderen Städten, um ein Zeltlager zu organisieren – wie zuletzt bei antirussischen Demonstrationen auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew, dem Maidan. Dort hatten blutige Proteste zum Machtwechsel in der Ex-Sowjetrepublik geführt. Gegen die neue prowestliche Führung in Kiew gibt es in südlichen und östlichen Teilen der Ukraine Proteste.

Auf dem besetzten Gebäude der Gebietsverwaltung in Charkow weht Medien zufolge die russische Fahne. Die zum Teil Maskierten fordern ein Referendum über einen Anschluss an Russland nach dem umstrittenen Vorgehen auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim.

Tödlicher Zwischenfall auf der Krim
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10 Kommentare zu "Unruhen in der Ost-Ukraine: Demonstranten rufen souveräne Volksrepublik aus"

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  • Hoffentlich haben alle putin Kämpfer hier, ihre Gagen in West Währungen ausgehandelt.
    Für die restlichen Idealisten empfehle ich einen längeren Aufenthalt in UdSSR 2.0 am besten in der Provinz.
    Wirkt Wunder, danach ist die Mutti der Nation auch nicht mehr so schlimm und der Mythos "putin der große Führer" auch zerstört

  • Einen "Führer" möchte eigentlich nicht, aber einen Politiker, der Politik ohne Machtmißbrauch und Korruption für die Menschen macht. Dafür soll er auch anständig vergütet werden.

  • Einen "Führer" möchte eigentlich, aber einen Politiker, der Politik ohne Machtmibrauch und Korruption für die Menschen macht. Dafür soll er auch anständig vergütet werden.

  • na irgendwo läuft das mit der Ukraine aus der Bahn der EU Planung. Jetzt wollen noch mehr Ukrainer unabhängig sein und dieses Mal ist Russland anscheinend nicht beteiligt. Was sagt die EU jetzt ? Es bleibt spannend.....

  • Berlin ruft beide Seiten zur Deeskalation auf. In der Ukraine gibt es offensichtlich mehrere Volksgruppen, die einfach in einem gemeinsamen Staat nicht miteinander können. Das Vorliegen eines Staates setzt voraus, daß man von einem Staatsvolk reden kann, ein Staatsgebiet vorliegt und eine stabile Volksregierung vorhanden ist. Wenn auch für die Russen das Selbstbestimmungsrecht gilt, schreit dies geradezu nach einer föderalistischen Regelung, wahrscheinlich sogar nach einer völlig eigenständigen Ostukraine ohne Abhängigkeit von Kiew. Die Kiew-Regierung besteht doch offensichtlich ausschließlich aus Russenhassern. Wenn der Westen die Lage in der Ukraine dazu benutzen will, sein Machteinflußgebiet geopolitsch auf das Gebiet der Ukraine aszudehnen, so ist dies völlig fehl am Platze. Mit einer Konfrontation zwischen dem Westen und Rußland wegen der Regelung der Probleme in der Ukraine, die bis zur Grenze zu einem heißen Krieg geht, wird von Machtpolitikern allen Menschen in der Ukraine ein Bärendienst erwiesen. Wenn also Berlin nichts Besseres einfällt, als beide Seiten(welche Seiten eigentlich) zur Deeskalation aufzurufen, so ist dies nur Ausdruck höchster Hilflosigkeit.
    Gefordert wären eigentlich die Christen in der Ukraine(gleich welcher Volkszugehörigkeit)um die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander im Sinne von Jesus Christus zu schaffen. Die Union Christlicher Demokraten sollte dabei Hilfestellung leisten können, in dem sie u.a. keinen Sanktionen-Blindflug initiiert.

  • @popo

    "wenn unsere Volksvertreter auch nur einen Funken Anstand hätten,"

    Wieso "unsere"???

    Glauben Sie wirklich, Politiker haben in dieser geldgesteuerten Welt Macht?

    Politiker sind nur Marionetten der Schattenregierung. ( Die Bilderberger )

    Präsident Kennedy war der letzte Politikschauspieler der es wagte, sich gegen die Schattenregierung zu stellen!

    Präsident Kennedy unterzeichnete am 4. Juni 1963 ein präsidiales Dokument die"executive order number 11110". ( Sein Todesurteil )

    Dieser präsidiale Beschluss ermächtigte den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Herstellung von Geld wieder in die Gewalt des Staates zurückzubringen!
    Weg vom Schuldgeld der privaten FED die damit die ganze Welt verschuldet/versklavt!

    Ich kann zu dieser Thematik jedem nur das Buch
    "Barack Obama Wie ein US-Präsident gemacht wird" von G. Edward Griffin empfehlen.

    und

    "Die Kreatur von Jekyll Island" Das geheime Machtkartell des Weltbankensystems von G. Edward Griffin empfehlen.

    Eine wichtige Frage die auch nie gestellt wird, lautet:

    Welche Macht haben die privaten Medienkonzerne bzw. Medienmacher in unserer Gesellschaft?

    Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

    Die Antwort finden Sie im "Schuldgeldsystem" der internationalen Bankster!

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" oder "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" suchen.

  • zitat: ".....die Ukraine wirkt vollkommen zerissen als kaum demokratiefähig."

    Na dann. Das klingt doch nach dem perfekten EU-/NATO- Beitrittskandidaten.

  • Ich würde gern auch für einen Anschluss der BRD an Russland demonstrieren. Dies ist die einzige Chance, um hier wieder eine funktionierende Marktwirtschaft mit niedrigen Steuern, freiem Markt, und das ohne Grüne, Sozis und andere Abzocker und Gutmenschen zu etablieren.
    Putin ist einer der ganz wenigen Politiker der Welt, der wirklich Arsch in der Hose hat und zu dem man aufschauen kann. Ein echter Führer eben. Ich wünsche ihm viele Erfolg, dass es ihm gelingt, wieder ein russisches Großreich zu schaffen.

  • wenn unsere Volksvertreter auch nur einen Funken Anstand hätten, würden sie die Möglichkeit, den Janukowitsch wieder zu installieren, in die Diskussion einwerfen.

  • andere Meinung:
    Was der Westen in Kiew gemacht hatte: daneben.
    Aber was der Osten da mit der Ost-Ukraine verantalten will: ebenso daneben.
    Synthese: die Ukraine wirkt vollkommen zerissen als kaum demokratiefähig.

    Putin weiß das, Soros hat allerdings auch keine Peilung.

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