Unruhen in Kairo In Ägypten geht das Sterben weiter

In der Nacht zum Sonntag sind 49 Menschen bei Demonstrationen in Ägypten ums Leben gekommen. Der Kampf um die politische Führung im Land geht weiter. Die Militärs haben ihre Macht noch nicht endgültig sichern können.
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In der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat es auch am Wochenende wieder schwere Unruhen gegeben. Quelle: dpa

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat es auch am Wochenende wieder schwere Unruhen gegeben.

(Foto: dpa)

KairoBei den Ausschreitungen am dritten Jahrestag der Revolution in Ägypten sind am Samstag mindestens 49 Menschen ums Leben gekommen. Rund 250 Menschen wurden in Kairo und anderen Orten verwundet, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag weiter mitteilte. Zunächst war von 29 Toten die Rede gewesen. Tausende Anhänger hatten am Samstag Militärmachthaber Abdel Fatah al-Sissi in Kairo gefeiert. Bei Gegendemonstrationen kam es zu teils schweren Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Die Polizei beschoss Demonstranten mit Schrot und Tränengas. Nach Angaben des Innenministeriums wurden auch mehrere Polizisten verletzt. 1079 Personen mit Gewehren, Brandsätzen oder anderen Waffen seien festgenommen worden.

Am Sonntag starben Polizeikreisen zufolge zudem vier Soldaten bei einem Angriff auf einen Bus der Armee im Sinai. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli häufen sich die Anschläge auf der ägyptischen Halbinsel vor allem an der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen.

Das Innenministerium teilte mit, 1079 Menschen seien festgenommen worden. Sicherheitskräfte hatten am Samstag Kundgebungen von Regierungsgegnern und Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zerschlagen. Dabei wurde ihnen von Zivilisten, die das Militär unterstützen, geholfen.

Zum dritten Jahrestag des Aufstands gegen den ehemaligen Machthaber Husni Mubarak hatte sich Ägypten am Samstag tief gespalten gezeigt. Tausende Unterstützer des Militärs feierten den Jahrestag mit Kundgebungen in Kairo und ermutigten Militärchef Abdel Fatah al-Sisi, bei der geplanten Präsidentschaftswahl zu kandidieren. Zeitgleich kam es zu den Ausschreitungen.

Mubarak musste 18 Tage nach dem Aufstand zurücktreten. Der erste, seitdem demokratisch gewählte Präsident Mohammed Mursi wurde nach wochenlangen Protesten gegen seine Politik am 3. Juli 2013 vom Militär entmachtet. Seine Anhänger protestieren seitdem fast täglich gegen seinen Sturz.

Angriffe auf die christliche Minderheit abgelehnt
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