Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Unruhen Nordafrika im Aufruhr

Nicht nur in Ägypten gibt es massive Unruhen. Auch aus Libyen werden Angriffe auf Mitglieder der Muslimbruderschaft gemeldet. In Tunesien eskaliert die Lage ebenfalls. In beiden Ländern gibt es ähnliche Auslöser.
27.07.2013 - 15:10 Uhr 12 Kommentare
In Libyen protestieren zahlreiche Demonstranten gegen die Islamisten. Quelle: dpa

In Libyen protestieren zahlreiche Demonstranten gegen die Islamisten.

(Foto: dpa)

Tripolis/Tunis Die Ermordung eines prominenten Kritikers der Muslimbruderschaft hat am Samstag in mehreren libyschen Städten gewaltsame Proteste gegen die Islamisten ausgelöst. In der ostlibyschen Stadt Bengasi, wo am Freitag der Anwalt Abdelsalam al-Mosmari nach einem Moschee-Besuch aus dem Hinterhalt erschossen worden war, demonstrierten Hunderte gegen die Muslimbruderschaft. Sie setzten zwei Gebäude in Brand, eines der Bruderschaft und eines ihrer Partei JCP. In der Hauptstadt Tripolis zogen Demonstranten auf den Platz der Märtyrer. Zudem stürmten Jugendliche die Zentrale der JCP in der Hauptstadt, verwüsteten sie und zogen dann weiter zur Zentrale der größten Partei, der liberalen NFA.

Mosmari war landesweit unter anderem durch Fernsehauftritte bekannt, in denen er die Präsenz bewaffneter Milizen auf Libyens Straßen kritisiert und gegen die Muslimbruderschaft Stellung bezogen hatte. In Libyen ist die massive Gewalt zwei Jahre nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi ein großes Problem beim Wiederaufbau des nordafrikanischen Landes. In Bengasi waren am Freitag auch zwei Angehörige des Militärs erschossen worden.

"Packt Eure Sachen. Bengasi will, dass ihr verschwindet", riefen Demonstranten beim Sturm auf die Gebäude der Islamisten in Bengasi. Dort wie auch in Tripolis skandierten die Demonstranten Parolen gegen die Muslimbruderschaft, die sie für die Morde in Bengasi verantwortlich machten. Ein Sprecher der Islamisten wies die Vorwürfe zurück und verurteilte den Mord an Mosmari.

"Die Menschen sind auf die Straße gegangen, weil sie von allen politischen Parteien und vom Scheitern des Staates genug haben", sagte der Demonstrant Hischam Idirs auf dem Märtyrerplatz. Der Widerstand gegen die Muslimbrüder nehme zu, weil diese versuchten, ihre politischen Ziele unter dem Deckmantel der Religion durchzusetzen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Libyen ist nach den Nachbarn Ägypten und Tunesien das dritte nordafrikanische Land, in dem die Proteste gegen die Muslimbruderschaft in Gewalt umschlugen. Im benachbarten Ägypten sind bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi mehrere Hundert Menschen getötet worden, allein in der Nacht zum Samstag mehrere Dutzend.

    Tausende bei Trauerfeier für ermordeten Politiker in Tunesien
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Unruhen - Nordafrika im Aufruhr
    12 Kommentare zu "Unruhen: Nordafrika im Aufruhr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "3.4.6 Ägypten
      Am Beispiel Ägyptens lässt sich nicht nur die Bewegung feministischer Frauen, sondern auch die Entstehung heutiger politischer und sozialer Verhältnisse aufzeigen.
      Die gesellschaftliche Situation ägyptischer Frauen vor 30 Jahren unterschied sich von der heutigen Situation in vielerlei Hinsicht. So z.B. trugen die Frauen in der sozialistischen Ära Ägyptens keine Kopftücher und es herrschte die Trennung von Staat und Religion, der Glaube war Privatangelegenheit. Mit Hilfe der Sowjetunion versuchte Präsident Nasser einen modernen, fortschrittlichen Staat aufzubauen. Der Schulbesuch war auch für Mädchen selbstverständlich. Frauen kämpften auch in dieser Zeit aktiv für die Gleichberechtigung und gegen Zwangsehen und Diskriminierungen. Der Einfluss islamistischen Gruppierungen war gering, die Regierung ließ die Anführer der Muslimbrüderschaft inhaftieren. (195) Die Glaubwürdigkeit säkularer Ideen wurde allerdings durch den Sechstagekrieg von 1967 erschüttert. Ägypten erlebte eine verheerende Niederlage gegen Israel, die Halbinsel Sinai (196) wurde mit Unterstützung der USA besetzt. Diese „Katastrophe“ ist ins kollektive Gedächtnis der Araber“ eingegangen (197) und stellte die radikale Neuorientierung in der gesamten Arabischen Welt dar. Fundamentalistische Imame predigten in den Moscheen, dass die Niederlage „ein Ausdruck von Gottes Zorn „ ist, weil das Land in Unglauben gefallen sei.Die Schuld wurde den Frauen zugeschoben, die nicht rechtmäßig verhüllt gewesen seien. Die Rückkehr zum Islam sah man als einzig möglichen Weg aus der Krise. (198) ..."
      (Zitat aus "Gender-Jihad: Der Kampf islamischer Feministinnen für Frauenrechte und eine Neuauslegung des Korans" von Kerry Herrmann)

      So viel für "verfluchte" Kommunisten und "demokratische" Kapitalisten.
      Bin ich zu optimistisch zu denken, dass jeder ehrlicher Mensch mit Normalverstand die Zusammenhänge sieht?
      Oder bin ich zu optimistisch, weil es schon nicht genug solche Menschen gibt und die Erde ist hin?

    • Diese und andere Revolutionen laufen sehr oft ab wie die Mutter aller Revolutionen, die Französische. Erst lehnt sich die gemäßigte Opposition auf. Sie ist wenig handlungsfähig, weil das Alte Regime immer noch das SAGEN hat. Dann kommt die Stunde der Radikalen Menschenschinder. Es braucht Zeit bis die Überlebenden des Terrors der Minderheit über einen Diktator wieder Rechtssicherheit erlangen und dann Peu a Peu die wirtschaftliche Sicherheit und die Menschenrechte. Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft ohne Gefahr durch die Staatskirche, haben wir im Islam seit seiner Entstehung immer die Dominanz der Religion im öffentlichen Raum. Und der Islam ist als einzige Religion das geschriebene Wort Gottes. Weder die Bibel noch das neue Testament berufen sich auf die Buchstabentreue der Schrift. Wir im Westen haben die Möglichkeit der Interpretation - im Islam ist das nicht vorgesehen. Die wörtliche Umsetzung des Koran also nichts anderes als der umgesetzte Willen Gottes. Und das sind die Salafisten. Natürlich sind die Mehrheit der Moslems Menschen mit ihren typischen Schwächen, die auch wir so haben. Nur unsere Schwächen sind keine Verstöße gegen Gottes Wort, wohl aber die der verwestlichten Moslems. Und die sind härter zu bestrafen als ungläubige. Grund: Moslems wissen, dass sie gegen Allahs Willen verstoßen, Ungläubige nicht. Über diese Auseinandersetzung haben wir in diesen Ländern natürlich auch den Kampf der Habenichtse gegen die erfolgreichen Raffgierigen Minderheiten; die persönlichen Rachegelüste aller, die seit Generationen geschunden werden und natürlich die Bodenschätze dieser Länder, um die sich die Großmächte dieser Erde balgen. Dazu kommt natürlich noch die Angst Europas durch massenhafte Fluchtbewegung in das Europäische Paradies. Das alles und noch mehr, schön durchgequirlt führt zu einer Situation, vergleichbar des klassischen gordischen Knotens. Dieser wurde mit dem Schert gelöst. Kein Wunder, dass unsere Strategen dieses Mittel in Betracht ziehen.

    • In der Türkei kämpfen auch weiterhin junge moderne Türken gegen den Steinzeitislam von Erdogan und Kurden wieder gegen die AKP, die die Kurden verraten haben. Deutsche Medien und Politik versuchen alles zu vertuschen und berichten nicht mehr aus der Türkei. Erdogans Dank an seine Freunde und Anhänger. Irgendwann explodieren die Gefühle in den Völkern und sie schütteln das ab, was sie seit Jahren und seit Jahrzehnten stört. Nicht nur in Afrika und der Türkei auch Europa und vor allen Deutschland wird davon nicht verschont werden.

    • Mit Rassismus hat das überhaupt nicht zu tun. Ich kenne islamische Kulturen sehr gut, schätze diese aber weiss ebenso um die nicht passenden Ansichten die mit unserer Gesellschaft sehr schnell ins Chaos führen.

      Ich kenne genug Moslems die ehrliche und gute Menschen sind weil sie Religion, Glauben vom Alltag trennen können....GENAU DIESE MEnschen bestätigen mir aber ebenso dass viele Moslems dazu nicht in der Lage sind aber so tun als ob. Dass es mit diesen HErrschaften in ganz Europa Probleme gibt und zwar massiv, ist absolut NICHT abzustreiten, sogar in Australien oder Russland ist das Problem bekannt (auch auf politischer Ebene), also erzählen Sie mir hier nichts von Rassismus, womit das ganze Theater überhaupt nichts zu tun hat.

    • Das ist also der "nordafrikanische Frühlig", die Wiege der islamischen Demokratie...

      So, oder so ähnlich hat das "unser" Auslandsminister Westerwelle, FDP ausgedrückt und "unsere" Einheitspresse...

      Unsere politischen "Fachkräfte" haben schon manchen "Bock" geschossen!

      Nach den Wahlumfragen werden diese "Fachkräfte" auch noch wiedergewählt...

      Da kann man sich nur angewidert abwenden, oder die AfD wählen!



    • Tja, in den arabischen Ländern haben die Leute keine Lust mehr auf Verschleierung, Zwangsverheiratungen, Unterdrückung jedeweder Art von Andersdenken und zurück in die Steinzeit Gesellschaft.
      Aber macht ja nix. Her mit den Islamisten zu uns. Es gibt ja genügend Politiker die wollen mehr Islam in Deutschland.

    • Es geht dort (beim gesamten "Arabischen Twitter-Frühling") um die Gasfelder des Östlichen Mittelmeers. Darum wird im Hintergrund vom anglo-amerikanischen Bank- und Energieadel gekämpft und deshalb sterben die "Bauern". Wie immer in solchen Fällen in der Geschichte. Auch uns bzw. der Weltöffentlichkeit erzählt man Märchen, z.B.es ginge hier um Demokratie oder Religion.

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/washingtons-islamisten-strategie-geraet-durch-mursis-sturz-in-die-krise.html

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/bruch-zwischen-saudis-und-washington-ueber-haltung-zu-aegypten.html

      Überblick über die Gasfelder:

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/die-krise-in-griechenland-und-verborgene-oelkriege.html

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

    • Da wären wir doch fast bei Syndromen von Paranoia angelangt, wie sie Oswald Spengler in "Der Untergang des Abendlands" skizziert hatte.
      Und, ja: es gibt keine Parallelkulturen.
      Aber es gibt unterschiedliche Zeitschienen in unterschiedlich gewachsenen Kulturen.

      Islamisten brauchen genausowenig Lehren wie Adolf Hitler, beide wissen alles.
      Und damit dürfte sich jedweder weitere kulturhistorische Aspekt recht eigentlich erübrigt haben.

      "Clash of Cultures" rekuriert recht egtl auf "Der Untergang des Abendlandes.


      Betrachtet man, was das Abendland im Orient angerichtet hat kann man die Wut dort vlt verstehen.

      Billigen sollte man sie imao indes nicht.

    • Handelsblatt berichtet
      ----------------------------
      Auch aus Libyen werden Angriffe auf Mitglieder der Muslimbruderschaft gemeldet.
      ----------------------------

      Kein Wunder - überall haben die Leute von der mittelalterlichen Kopf-ab/Hand-ab/Schwanz-ab Religion, die sich anmaßt nicht nur ihren bedauernswerten Anhängern sondern auch allen anderen das Leben zu vermiesen, die Nase GESTRICHEN VOLL.

      ...

      Die Muslim-Brüder haben Wind gesäht und ernten Sturm.

    • die Gefahr besteht nicht? Interpretieren denn Islamisten die Lehre anders? Wenn ja wie anders? Gibt es keine Parallelkultur?

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%