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Unterhaus-Wahl Das sind die spannendsten Fakten zur Wahl in Großbritannien

Nach der Unterhaus-Wahl feiern vor allem die Tories und die schottischen Nationalisten. Das sind die Gewinner und Verlierer der Großbritannien-Wahl.
13.12.2019 - 08:32 Uhr Kommentieren

„Johnson steuert möglicherweise auf eine Verfassungskrise zu“

New York, London Leigh, Wrexham, Workington, Blyth Valley: In zahlreichen Wahlkreisen hat die konservative Regierungspartei von Premier Boris Johnson gewonnen. Nun steht offiziell fest: Boris Johnsons konservative Partei holt sich die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus. Der Brexit am 31. Januar 2020 rückt damit näher.

Boris Johnson trat am frühen Freitagmorgen vor die Presse und bedankte sich bei seinen Wählern. Seine Tories hätten ein „mächtiges neues Mandat“ erhalten, „den Brexit zu erledigen“, sagte Johnson. Er sprach von einem „historischen“ Ergebnis.

Die Partei errang nach Auszählung von 649 der 650 Wahlkreise am Freitagmorgen mindestens 364 Sitze. Berechnungen zufolge zeichnete sich eine deutliche Mehrheit für die Tories ab.

Eine Übersicht über die spannendsten Fakten zur Wahl:

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    • Johnson ist mit dem Wahlsieg der bei Wahlen erfolgreichste konservative Parteichef seit Margaret Thatcher. Er holt für die Tories die größte Mehrheit seit 1987. Thatcher war damals auf 102 Sitze Mehrheit gekommen.
    • Johnson gelang es, seinen Londoner Wahlkreis Uxbridge mit klarer Mehrheit zu halten. Der Tory-Chef versammelte rund 7000 Stimmen mehr auf sich als sein Labour-Mitbewerber Ali Milani, wie die örtliche Wahlleitung am frühen Freitagmorgen bekannt gab. Im Vorfeld waren Spekulationen laut geworden, Johnson könnte seinen Parlamentssitz verlieren, seine Partei die Wahl aber insgesamt gewinnen. Dies hätte die Position des Premierministers schwächen können.
    • Für Labour-Chef Jeremy Corbyn und seine Partei ist das Ergebnis dagegen ein Desaster. Nach Berechnungen erhält Labour 203 Mandate – das ist das schlechteste Ergebnis seit 1935, als die Partei nur auf 154 Sitze kam. Es sei „sehr enttäuschend“, sagte Corbyn und kündigte seinen Rückzug an. Bei der Wahl 2017 hatte Labour 262 Sitze geholt, die Tories 318. Damals hatte Corbyn den Konservativen noch mehr als zwei Dutzend Mandate abgejagt und sie in eine Minderheitsregierung gezwungen. Zum Vergleich: 2015 hatte Labour-Spitzenkandidat Ed Miliband 232 Sitze geholt, Gordon Brown 2010 immerhin 258.
    Schmerzliche Niederlagen für die beiden Labour-Politiker. Quelle: Reuters
    Jeremy Corbyn, Laura Pidcock (v.r.)

    Schmerzliche Niederlagen für die beiden Labour-Politiker.

    (Foto: Reuters)
    • Die Nachwuchshoffnung der britischen Sozialdemokraten hat ebenfalls ihren Sitz im Parlament verloren. Laura Pidcock konnte sich nicht gegen ihren konservativen Gegenkandidaten behaupten. „Ein weiterer großer Moment“, twittere Sky-Reporterin Kate McCann – wie so viele in dieser Nacht.
    • In Blyth Valley, einem Wahlkreis im Nordosten Englands, der seit fast 70 Jahren immer an die Labour-Partei gegangen war, gewann dieses Mal der konservative Kandidat Ian Levy vor der Labour-Kandidatin Susan Dungworth. Die Strategie von Premier Johnson, die Stimmen enttäuschter Brexit-Befürworter in den Reihen von Labour einzusammeln, hat offenbar gewirkt. 2016 hatten 60,5 Prozent der Wähler von Blyth Valley für den Brexit gestimmt. Das Ergebnis könnte damit wegweisend für den Rest des Landes sein.
    • Gespannt hatten viele Briten auch auf das Ergebnis im Wahlkreis Esher and Walton gewartet. Dort hatte bislang der konservative Abgeordnete und aktuelle Außenminister Dominic Raab das Sagen. In seinem Wahlkreis in unmittelbarer Nähe zu London leben aber viele Brexit-Gegner, die im Referendum 2016 mit einer Mehrheit von 58 Prozent gegen den EU-Ausstieg gestimmt hatten. Dennoch konnte Raab seinen Wahlkreis halten und sitzt auch wieder im neuen Parlament.
    • Die Chefin der Liberaldemokraten, Jo Swinson, hat ihren Wahlkreis verloren und wird nicht mehr im neuen Parlament sitzen. Sie wurde von der SNP-Kandidatin Amy Callaghan um 149 Stimmen geschlagen. Swinson erklärte am Morgen ihren Rücktritt. Sie hatte die Führung der Partei erst im Juli übernommen. Ex-Energieminister Ed Davey und die Oberhaus-Abgeordnete Sal Brinton sollen den Parteivorsitz kommissarisch übernehmen. Die Liberaldemokraten, bisher mit 20 Mandaten ausgestattet, holten insgesamt nur 11 Sitze. Umfragen hatten zuletzt auf ein besseres Abschneiden hingedeutet.
    Hat ihren Rücktritt erklärt. Quelle: Reuters
    Jo Swinson

    Hat ihren Rücktritt erklärt.

    (Foto: Reuters)
    • Die schottischen Nationalisten (SNP) gewinnen nach dem aktuellen Stand der Auszählung 48 der 59 Sitze für Schottland. Regierungschefin Nicola Sturgeon fordert ein neues Unabhängigkeitsreferendum. „Boris Johnson mag ein Mandat haben, England aus der EU zu führen“, sagt Sturgeon Sky News. „Er hat aber ausdrücklich kein Mandat, Schottland aus der EU zu führen. Schottland muss über sein Schicksal selbst bestimmen.“ Die SNP schneidet deutlich besser ab als vor zwei Jahren, als sie 35 Mandate errungen hatte. Interessant: Die Tories gewinnen in Schottland nur sechs Sitze (2017: 13), Labour lediglich einen (2017: 7).
    • Die Nationalisten in Nordirland haben bei der Wahl erstmals seit der Abspaltung von Irland 1921 mehr Stimmen erhalten als die pro-britischen Unionisten. Die führende Nationalistenpartei Sinn Fein verteidigte ihre sieben Sitze, die pro-irische SDLP gewann zwei Mandate. Zusammen liegen sie damit vor der DUP, die zwei Sitze verlor und nun auf acht Mandate kommt.

    Mehr: Bei der Parlamentswahl in Großbritanniens sind die meisten Stimmzettel ausgezählt. Die absolute Mehrheit ist den konservativen Tories nicht mehr zu nehmen.

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