Unterlagen fehlen Finanzminister sagen Griechenland-Treffen ab

Das für Mittwoch erwartete Treffen der Euro-Finanzminister zu Griechenland findet nicht statt. Es fehlen noch wichtige Unterlagen. Die griechische Regierung sucht derweil verzweifelt nach weiteren Sparmöglichkeiten.
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Euro-Gruppen-Präsident Jean-Claude Junker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Treffen abgesagt. Quelle: dpa

Euro-Gruppen-Präsident Jean-Claude Junker und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Treffen abgesagt.

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Athen/Berlin/BrüsselDas für Mittwoch angesetzte Treffen der Eurogruppe in Brüssel über das zweite Rettungspaket für Griechenland ist abgesagt. Da noch nicht alle Unterlagen fertig seien, sei ein persönliches Treffen nicht angebracht, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker bestätigte die Absage. Er habe die Minister stattdessen zu einer Telefonkonferenz eingeladen, um das reguläre Treffen am Montag vorzubereiten.

Pleitekandidat Griechenland sucht derweil verzweifelt nach letzten Einsparmöglichkeiten und will so rasch benötigte internationale Rettungsgelder loseisen. Im geforderten Sparplan über 3,3 Milliarden Euro klafft noch eine Lücke von 325 Millionen Euro. Die Regierung kam am Dienstag unter Vorsitz von Ministerpräsident Lucas Papademos zusammen, um die Lücke zu schließen.

Aus dem griechischen Finanzministerium hieß es am Abend nach einer Kabinettssitzung, Pläne für die 325-Millionen-Euro-Einsparungen würden „in den kommenden Tagen“ vorgelegt. Laut griechischen Medien könnten Gehälter etwa in der Armee, bei Polizisten und Richtern um zehn Prozent gekürzt werden. Auch soll es Einsparungen bei den Budgets der Ministerien geben. Bezüglich der politischen Zusagen für eine Umsetzung des Sparprogramms hieß es im Finanzministerium, ein entsprechender Brief werde bereits am Mittwoch fertig sein.

Die Wirtschaft des von Streiks und Unruhen erschütterten Landes liegt am Boden. Die Rezession verschärfte sich zuletzt weiter: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal um sieben Prozent.

Griechenland steht kurz vor der Pleite und braucht dringend ein neues Hilfspaket von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über 130 Milliarden Euro. Die beiden Geldgeber üben massiven Druck auf Athen aus, sich auf konkrete Einschnitte und Reformvorhaben zu verpflichten - ansonsten werde kein frisches Geld fließen. OECD-Generalsekretär Angel Gurria fordert einen schnellen Abschluss des neuen Hilfepakets. „Was im Moment nötig ist, ist, den Deal nun machen“, sagte der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin. Es lägen genügend Elemente für eine Lösung auf dem Tisch.

Die Rezession verschärft sich
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31 Kommentare zu "Unterlagen fehlen: Finanzminister sagen Griechenland-Treffen ab"

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  • Soeben entnehme ich den griechischen Nachrichten, dass der Präsident Griechenlands wegen der extrem krisenhaften Lage auf sein Jahresgehalt verzichtet.
    Das ist doch schon mal ein Anfang und auch die Richtung stimmt.
    Denn wenn schon der Präsident dieses kleinen Landes zweimal so viel verdient wie der deutsche Bundespräsident – nämlich um die 400.000 € im Jahr – wie mögen dann die Einkommen in der Wirtschaft aussehen, die der Manager und Reeder, der Inhaber von Supermarktketten und und und? Vielleicht fühlt sich ja nun der eine oder andere doch genötigt, auch mal etwas aus seiner Tasche herzugeben… bevor es sich womöglich andere holen. Wie sagte doch Papandreou vor der Wahl: „Geld ist genug da.“ Damit hat er zwar nicht DIESES Geld gemeint, aber was macht das schon.

  • Griech. Lohn- und Rentenkürzungen

    Bisher wurden Renten und Löhne nur im unteren Kostenbereich gekürzt, im oberen nur geringfügig. Ab 01.07.2012 soll lt. Troika gelten:

    Nautiker-Renten minus 7%
    Renten ab 1.300 € minus 20%
    DEKO-Renten minus 20%
    Olympic Airways Renten minus 20%
    Zusatz-(Hilfsrenten):
    bis 200 € minus 0%,
    201-300 € minus 15%,
    ab 301 € minus 20%.
    Uniformträger (Polizei, Militär):
    Renten 5100-6200 € minus 20%.
    Renten höher als 6200 € minus 30%.
    Diese Renten wachsen alle 2 Jahre um 4%.
    Quelle: www.newsit.gr

    Die Renten der Nautiker sowie die der DEKO-Beamten (alle, die nicht in der Verwaltung arbeiten, wie z.B. Bus, U-Bahn, Stromversorger, Wasserversorger) und der ehemaligen Olympic-Mitarbeiter sind enorm hoch.
    Es gibt Grundrenten (s.o.) und mind. 2 versch. Zusatzrenten. Die Zusatzrenten beginnen bei etwa 200 € und können 1500 € oder sogar mehr betragen. Sie werden auf Antrag bei Bedürftigkeit (wird kaum bis gar nicht geprüft) monatlich ausbezahlt.
    Da die griech. Gehälter bereits höher sind als deutsche Gehälter und der Prozentsatz der ausbezahlten Rente ebenfalls wesentlich höher ist, ergeben sich die abstrusesten Fälle. Ein griech. Professor z.B. erhält schon als Rentner mehr als der deutsche Professor als Gehalt hat. Vor diesem Hintergrund macht sich die Mühe des erfolgreich klagenden deutschen Professors um ein angemessenes Gehalt geradezu lächerlich aus.


  • @hardy

    ZEN und Balkanpatrons stehen sich sehr nahe...

  • @rapid

    Ah, vor allem haben Sie das mit dem Bauch, wie sagt man, in den falschen Hals bekommen - daran sollten sich andere verschucken.

    Natürlich haben Sie selbst zu so früher Stunde durchaus Recht, was Menschen zb. betrifft, bei komplexen Zusammenhängen kann es sich als fatal herausstellen - wovon wir hier ja Zeugen in Serie werden.

    Ich zb. werde ja Tag für Tag bei meinem "Hobby" mit "Zusammenhängen" konfrontiert, auf die ich natürlich wie jeder andere spontan und aus dem Bauch heraus reagiere, mich ärger, etwas total bescheuert finde und all das. An diesem Punkt erleichtert sich dann der hier mit Latrinenparolen hantierende Forist, sofort! JETZT! MIT MIST MIST!

    Ich tue mir da schwerer. Ich will da mal "drüber schlafen", eine Gegenmeinung hören, besser noch zwei oder drei. Niht daß ich dann "klüger" wäre, ich habe bloß angefangen, zu verstehen, warum ein "Zusammenhang" komplizierter ist, als zunächst gedacht. Am Ende weiss ich nichts. Aber ich bin gespannt, wie's weitergeht.

    Ich denke mal, das dürften Sie wahrscheinlich gut verstehen - halt dieses "Ich weiss, daß ich nichts weiß" im Zustand der Erfahrung und nicht des "Ja, ich verstehe schon..." Wir werden "abnippeln" und 99% dessen nicht wissen, was wir gerne wüssten, weil ja immer eins zum anderen führt.

    Mir geht es jedenfalls so. Natürlichhat man seine "Haltung", sie Orientierung, der Kompass, Maßstäbe. Und natürlich habe ich irgendwann tatsächlich eine "Meinung" zu einem Sachverhalt. Aber "weiss" ich etwas.

    Meditation halt. Mitgefühl, kein Mitleid. Distanz. Naja, so "verstehe" ich das halt, aber ich bin ja auch "viele" und ues gibt neben dem Zenfreak natürlich auch den Sansculotten, der "ah ca ira" intoniert.

    Grüße & einen fröhlichen Tag.

  • 4h30 Zeit wirklich wach zu werden und aufzustehen.
    Das Vorstehende war noch in halbem Dusel geschrieben und nicht wirklich ernstzunehmen.

    Guten Morgen liebe Sorgen und einen wunderschönen Tag

  • @hardy

    zum "Bauchgefühl"
    Veehrter hardy, als ZEN-Kundiger werden Sie wissen, dass für den Zenisten "Hara" also der "Bauch" mindestens ebenso wichtig, wenn ncht wichtiger ist als der "Kopf". Der "Bauch" denkt zwar nicht, aber weiß manchmal mehr als das Denkorgan, das sich oft in Widersprüchen Ablehnung, Zustimmung, eingeschliffenen Denkmustern und tausenderlei anderen Merkwürgigkeiten tummelt und bewegt.
    Als Mitteleuropäer bevorzuge ich ebenfalls den Kopf und habe mich inzwischen mit den Seltsamkeiten dieses seltsamen Organs abgefunden. "Hara" habe ich relativ spät entdeckt und bin mit der Erfahrung konfrontiert worden, dass man wohl meistens dann richtig liegt wenn "Bauch" und "Kopf" sich in Einklang befnden.
    Aber eben nicht immer und das macht die Sache spannend und hält die Dinge offen.
    Wenn man streng kausal in der Retropespektive eine Ereigniskette betrachtet kommt man allerdings zu dem Schluß "Es konnte gar nicht anders kommen" um es einmal populär auszudrücken. Freiheit der Entscheidung gibt es offenbar nur unmittelbar im Ereignisablauf auf einer Zeitschiene. Aber das ist schon eine banale Erkenntnis.

  • @koboldo

    Mal ehrlich, ich höre von Euch immer den selben Quark und habe meines dazu gesagt: Ihr verwechselt Eure zugenagelte Realität mit dem, was da draussen passiert. Und Ihr verwechselt dieses Gefühl im Bauch, was Ihr sofort habt, wenn Ihr mit etwas konfrontiert seid, mit einem Gedanken.

    Ob Griechenland nun in Pleite geht oder nicht, machen Sie sich mal mit dem Gedanken vertraut, daß die Merkelsche auch noch Ende nächsten Jahres Bundeskanzlerin ist.

    Es geht den Leuten nämlich nicht darum, wieviel theoretisches Geld sie verballert, es geht ihnen darum, ob sie sich "beschützt" fühlen. Das mag man mögen oder nicht, aber irgendwie ist es ihr bislang gelungen, dieses Gefühl zu füttern.

    Wenn heute Wahlkampf wäre - hätten wir morgen Schwarz/Grün. Was, können Sie sich nicht vorstellen?

    Eben ... Ich kann mir einiges vorstellen, wenn es keine FDP aber die Piraten im Bundestag gibt, die nicht koalieren werden wollen.

    By The Way: Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, daß nur Europafreundliche Parteien von 0 auf 100 wachsen? Und so was wie "dei Freiheit" sofort wieder verschwindet? Denken Sie mal _darüber_ nach ...

  • @Rapid

    "Virus"

    Also ich hatte dieses Bld im KOpf von Leuten, diein einem Keller stehen und sich gegen eine Tür stemmen, weil es draussen eine Überschwemmung gibtund das Wasser gegen die Tür drückt. Hinter ihnen stehen andere und basteln an Kisten, auf die sich alle stellen können, wenn draussen der Druck zu groß wird und das Wasser einströmt.

    Keiner weiss, wie hoch das Wasser in diesem Keller steigen wird, ob man nicht besser kleine Boote aus dem Holz gebaut hätte, ob man besser die Tür mit den Brettern verstärken hätte sollen und und und ...

    Mit der "Presse" tue ich mir schwer - "Herdentrieb" und "Mainstream" und "Keine Ahnung mehr". Ich höre wie gesagt lieber dem Streit der Stimmen im "systemfunk" zu - das Zittern in diesen Stimmen, das man nach ein aar Jahrzehnten zu hören gelernt hat, war noch nicht da.

    Zu Harry Graf Kessler - der kannte ja wohl wirklich jeden von Bedeutung. Als er in "Gewaltfrieden", dieser brAlpha-Doku-Fiction sozusagen als tragendes Element auftauchte, habe ich fast geheult vor Glück. Sehenswert.

    Zur Beruhigung der Nerven ist _das_ da hörenswert:

    Jens Beckert vom Prof. Max Plank Institut in der SWR2 Aula von vor drei Wochen:

    http://mp3-download.swr.de/swr2/aula/swr2aula_20120129_vertrauenskrise.6444m.mp3

    Eine halbe Stunde, die noch mal alles Revue passieren läßt, was seit 2 Jahren passiert ist.

  • Alte Männer beim Abendklatsch.

    Wie funktioniert Ideologie?
    http://bewusst.tv/podpress_trac/web/952/0/WagandtIdeologie.wmv

  • Es kann keine zündende Idee geben, weil die Realität gnadenlos ist. Ich halte es mit R.Rath, der griechische Staatsbankrott ist wirklich nicht zu vermeiden. Darauf sollten sich Merkel und Schäuble einstellen, um nicht noch mehr Geld in Griechenland zu verbrennen. Es muss alles getan werden, damit uns diese unvermeidbare griechische Pleite nicht selbst in den Abgrund reißt. Das Verschieben der Ministerrunde zeigt überdeutlich, man kann mit den Griechen keine sauberen Vereinbarungen treffen. Sie haben sich in betrügerischer Manier in den Euro-Raum eingeschlichen, zehn Jahre hervorragend damit gelebt, bis jetzt nichts begriffen, das muss es dann aber auch gewesen sein. Zum Glück haben wir in naher Zukunft Bundestagswahlen. Die derzeitige Regierung kann sich also nicht erlauben, im Fall Griechenland weiter experimentell tätig zu werden. Jeder ab jetzt vergeudete Euro wird im Wahlkampf eine Rolle spielen.

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