Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Untersuchungsbericht US-Senatsausschuss bekräftigt Kontakte von Trump-Team nach Russland

Nach drei Jahren haben die Senatoren ihre Untersuchung zur russischen Beeinflussung der Wahl 2016 abgeschlossen. Auf eine vor zentrale Frage gibt ihr Bericht aber weiter keine Antwort.
18.08.2020 - 21:44 Uhr Kommentieren
Laut dem aktuellen Bericht des Geheimdienstausschuss im US-Senat habe Russland es „ausgenutzt, dass Mitglieder des Übergangsteams relativ unerfahren in Regierungsfragen waren“. Quelle: dpa
Trump und Putin

Laut dem aktuellen Bericht des Geheimdienstausschuss im US-Senat habe Russland es „ausgenutzt, dass Mitglieder des Übergangsteams relativ unerfahren in Regierungsfragen waren“.

(Foto: dpa)

Washington In seinem fünften und letzten Bericht zur Russland-Affäre 2016 hat der Geheimdienstausschuss im US-Senat schwere Vorwürfe gegen das Wahlkampfteam des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bekräftigt. Das Trump-Team habe Kontakte mit russischen Geheimdienstleuten gehabt, die eine ernsthafte Gefahr für die US-Spionageabwehr dargestellt hätten, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Bericht.

Auf fast 1000 Seiten wird dargelegt, wie Russland nach Erkenntnissen des republikanisch geführten Ausschusses die US-Wahl 2016 zugunsten von Trump beeinflussen wollte. Über die Frage, ob Trump oder sein Team wissentlich mit Russland konspirierten, um dieses Ziel zu erreichen, gab der Ausschuss aber keine Einschätzung ab.

Der Bericht verweist unter anderem auf die engen und mannigfaltigen Kontakte zwischen Trumps damaligen Wahlkampfchef Paul Manafort und Konstantin Kilimnik, der nach Auffassung des Ausschusses als russischer Spion arbeitete. Manafort habe Kilimnik interne Umfragedaten zugespielt und es gebe Hinweise, dass er mit dem russischen Hackerangriff auf die Demokraten in Verbindung gestanden habe, bei dem interne Mails des Wahlkampfchefs der Trump-Rivalin Hillary Clinton und der Demokratischen Partei an die Öffentlichkeit gelangt waren. Verweise auf Manaforts mögliche Verwicklung in die Hacker-Attacken sind in dem Dokument allerdings geschwärzt.

Manafort war im Zuge der Untersuchung von Russland-Sonderermittler Robert Mueller angeklagt worden, aber nicht im Zusammenhang mit den Hacker-Angriffen. Manaforts Anwalt sagte in einer Reaktion, es gebe vertrauliche Informationen, die auch Mueller vorlagen, die die Darstellung des Senatsausschusses widerlegten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der Bericht nach einer mehr als dreijährigen Untersuchung sei die „bisher umfassendste Beschreibung von Russlands Aktivitäten und der Bedrohung, die sie darstellen“, heißt es in dem Bericht. Er deckt sich in den meisten Punkten mit den Erkenntnissen der davon unabhängigen Mueller-Ermittlungen. Zwei weitere Untersuchungen von Senatsausschüssen laufen noch, allerdings mit Fokus auf mögliche Pannen beim FBI.

    Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses des Senats, Marco Rubio, betonte, man habe „absolut keine Beweise dafür gefunden, dass der damalige Kandidat Donald Trump oder sein Wahlkampfteam mit der russischen Regierung zusammengearbeitet hätten, um sich in die Wahl 2016 einzumischen“.

    Laut dem Bericht habe Russland es „ausgenutzt, dass Mitglieder des Übergangsteams relativ unerfahren in Regierungsfragen waren“. Auch andere Länder - Verbündete und Gegner der USA - hätten in dieser Zeit versucht, Einfluss zu nehmen. Durch das Fehlen einer ausreichenden Kontrolle über solche Interaktionen sei das Übergangsteam „offen für Einflussnahme und Manipulation durch ausländische Geheimdienste, Regierungsbeamte und Geschäftsleute“ gewesen.

    Die Enthüllungsplattform WikiLeaks spielte dem Bericht zufolge eine Schlüsselrolle bei einem Versuch Russlands, die US-Präsidentenwahl 2016 zu beeinflussen. Wikileaks dürfte dabei klar gewesen sein, dass sie dem russischen Geheimdienst half, hieß es. Demnach leitete Russlands Präsident Wladimir Putin selbst die Bemühungen, in Computer und Netzwerke der US-Demokraten einzudringen und daraus Informationen zu veröffentlichen, die schädlich für ihre Kandidatin Hillary Clinton seien.

    WikiLeaks hatte in den Wochen vor der Abstimmung 2016 Tausende gestohlene E-Mails aus Clintons Wahlkampfteam veröffentlicht, was eine negative Berichterstattung über die Demokratin zur Folge hatte. Der Gründer der Plattform, Julian Assange, sitzt in Großbritannien in Haft. Ein Verfahren über eine Auslieferung an die USA soll im September fortgesetzt werden. Assange soll seinem Anwalt zufolge von Trump Straffreiheit angeboten bekommen haben im Gegenzug für eine Aussage, dass die Veröffentlichung der Dokumente in keinem Zusammenhang mit Russland stehe. Die US-Regierung wies diese Darstellung als Lüge zurück.

    Trump tritt am 3. November gegen den jetzigen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden an. Die US-Spionageabwehr hat vor massiven Einmischungen in die diesjährige Wahl gewarnt, unter anderem aus Russland.

    Mehr: Europa und die USA – Eine mühsame Annäherung

    • ap
    • rtr
    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Untersuchungsbericht - US-Senatsausschuss bekräftigt Kontakte von Trump-Team nach Russland
    0 Kommentare zu "Untersuchungsbericht: US-Senatsausschuss bekräftigt Kontakte von Trump-Team nach Russland"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%