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Uran-Anreicherung Verstoß gegen Atomdeal: Iran beschleunigt Urananreicherung

Teheran macht Ernst: Neue und schnelle Zentrifugen sollen mehr Spaltmaterial anreichern. Das setzt Europa massiv unter Druck.
Update: 04.11.2019 - 18:24 Uhr 2 Kommentare
Iran bricht erneut den Atomvertrag Quelle: dpa
Uran-Anreicherung

Der Iran verstößt erneut gegen das Atomabkommen.

(Foto: dpa)

Berlin Ausgerechnet am 40. Jahrestag des Sturms der US-Botschaft in Teheran hat die iranische Führung die umstrittene Urananreicherung weiter hochgefahren. Das Land kam damit dem Ultimatum nach, das es den Vertragsstaaten des internationalen Atomabkommens angekündigt hatte. Sein Institut reichere nun mit 60 statt bisher 30 IR-6-Zentrifugen Uran an, sagte der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, am Montag im Staatsfernsehen.

Salehi kündigte außerdem an, dass der Iran eine Zentrifuge entwickele, die künftig 50-mal schneller arbeite als im Atomvertrag zugelassen. Ferner wird erwartet, dass der iranische Präsident Hassan Ruhani Ende der Woche weitere Schritte zur Wiederaufnahme des Atomprogramms verkünden werde, hieß es aus Regierungskreisen.

Vor 40 Jahren hatten islamische Studenten die US-Botschaft in Irans Hauptstadt gestürmt und amerikanische Diplomaten 444 Tage gefangen gehalten– bis heute ein Trauma in den USA.

Mit dem Schritt setzt der Iran seine Strategie fort, schrittweise wieder in sein Atomprogramm einzusteigen. Teheran begründet das damit, dass nach dem einseitigen Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem 2015 geschlossenen Nukleardeal die verbliebenen Vertragsstaaten – die EU-Länder, China und Russland – nichts täten, um die von Trump verhängten Sanktionen auszugleichen.

Im Atomdeal war Teheran im Gegenzug für einen weitgehenden Urananreicherungs-Stopp eine deutliche Zunahme des Außenhandels zugesagt worden. Die US-Sanktionen, die Firmen weltweit bedrohen, haben aber zu einem drastischen Einbruch der Ölexporte und des weiteren Wirtschaftsaustauschs geführt.

Auch das von der Bundesregierung zusammen mit Frankreich und Großbritannien gegründete Zahlungsvehikel Instex, das US-Finanzsanktionen umschiffen soll, ist fast ein Jahr nach Etablierung noch immer nicht arbeitsfähig. Die meisten Banken lehnen den Zahlungsverkehr mit dem Iran und mit Instex aus Angst vor Bestrafung durch das US-Finanzministerium und die Außenhandelsaufsichtsbehörde Ofac ab.

Die Erhöhung der Urananreicherung setzt die verbliebenen Vertragsstaaten des Atomdeals weiter unter Druck. Schon nach den ersten gegen das Abkommen initiierten Ausweitungen der Anreicherung von Nuklearmaterial hatten die EU-Staaten Teheran aufgerufen, dieses zu stoppen. Und für den Fall einer weiteren Wiederaufnahme des Atomprogramms wurde bereits die Option eines europäischen Ausstiegs aus dem Deal ins Spiel gebracht.

Mehr: Am Persischen Golf könnte sich ein Wettrüsten entwickeln. Europa könnte handeln und sich deutlich von Trumps Politik abwenden.

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2 Kommentare zu "Uran-Anreicherung: Verstoß gegen Atomdeal: Iran beschleunigt Urananreicherung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das sehe ich genau so - unser Finanzvehikel kommt auch nicht in die Gänge.

  • Es gibt keinen Atomvertrag mehr. Die USA haben ihn aufgekuendigt - ohne die USA ist
    der Vertrag nicht mehr existent.