US-Einreiseverbot trotz Greencard Gestrandet am Arabischen Golf

Trotz Arbeitserlaubnis darf der gebürtige Iraker Zain K. vorerst nicht in die USA zurück. Seine Geschäftsreise endete am Arabischen Golf. Kritik an Trumps Einreiseverbot kommt nun auch aus den eigenen Reihen.
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Zehntausende stellen sich gegen Trumps Einreiseverbote

Washington/New YorkEigentlich hätte Zain K. schon längst wieder zurück sein müssen. Er war aus Minnesota an in die Vereinigten Arabischen Emirate geflogen, eine normale Geschäftsreise. Zain K. arbeitet als Gesundheitsbeauftragter für ein großes Unternehmen. Doch als sein Heimflug am Freitag abhob, blieb sein Platz leer. Der 34-Jährige ist am Arabischen Golf gestrandet, ein Betroffener der Einreisesperren, mit denen Präsident Donald Trump Amerika geschockt und die Welt überrumpelt hat.

Zain K. hat eine unbefristete Arbeitserlaubnis, eine Greencard; die USA sind sein Zuhause, auch wenn er im Irak geboren wurde. Nächste Woche wollte er sich um die amerikanische Staatsbürgerschaft bewerben und im Mai seine Verlobte im kalifornischen Wüstenidyll Palm Springs heiraten. Doch jetzt muss er fürchten, seine eigene Hochzeit zu verpassen.

Trumps Einreiseverbot schließt Greencard-Besitzer mit ein, jedenfalls tat es das ursprünglich. Als der Regierung am Sonntag bewusst wird, welches Unheil sie mit ihrer Politik angerichtet hat, rudert sie zurück. „Jene, die eine Greencard besitzen, werden künftig nicht mehr betroffen sein“, verkündet Trumps Staatschef Reince Priebus im Fernsehen. Doch was bedeutet das für Reisende wie Zain K., die schon gestrandet sind? Wann dürfen sie zurückkehren? Niemand weiß es zurzeit, auch nicht die US-Botschaft in Abu Dhabi, mit der Zain K. in Kontakt steht. „Chaos-Kandidat“ wurde Donald Trump im Wahlkampf genannt, und er bleibt sich treu, auch im Weißen Haus. Die USA erleben ihren ersten Chaos-Präsidenten.

Schon nach zehn Tagen, in denen Trump nun offiziell im Amt ist, erkennen viele Amerikaner ihr Land kaum wieder, sie begreifen Trumps Einwanderungspolitik als Verrat an den Idealen der Nation. Auch am Sonntag gibt es Proteste, Tausende versammeln sich am Nachmittag vor dem Weißen Haus. Sie halten Schilder hoch: „Refugees Welcome“ und „Ban Trump“. Währenddessen sitzt der Präsident im Oval Office und telefoniert mit dem saudischen König Salman und Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan, dem Kronprinzen von Abu Dhabi. Der Versuch der Schadensbegrenzung hat begonnen.

Trump bestreitet, mit seinem Dekret ein generelles Einreiseverbot für Muslime erlassen zu haben, auch wenn er genau das im Wahlkampf angekündigt hatte. „Um klar zu sein“, teilt er in einer Mitteilung auf Facebook am Sonntag mit: „Das ist kein Verbot gegen Muslime, wie die Medien falsch berichten. Es geht nicht um Religion, es geht um Terror, und darum, unser das Land sicher zu machen.“

Am Freitag hatte Trump verfügt, dass Staatsbürger aus dem Irak, Syrien, Iran, Sudan, Libyen, Somalia und Jemen drei Monate lang nicht in das Land einreisen dürfen. Ein Regierungsprogramm zur Aufnahme von Flüchtlingen wurde für vier Monate ausgesetzt. Für Syrier gilt gar ein Einreiseverbot auf unbestimmte Zeit.

Auch aus den eigenen Reihen hagelt es in der Sache Kritik für Trump. Die republikanischen Senatoren John McCain aus Arizona sowie Lindsey Graham aus South Carolina erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung, das Dekret sei nicht ordentlich überprüft worden. Den ranghohen Parteimitgliedern nach könnte der Entschluss als Abkehr von Muslimen verstanden werden, die als Militär-Übersetzer oder Diplomaten für die Staaten ihr Leben riskieren. „Letztendlich befürchten wir, dieses Dekret könnte eine selbst zugefügte Wunde im Kampf gegen Terrorismus werden. Die Anweisung könnte Terroristen das Werben um Anhänger erleichtern, anstatt unsere Sicherheit zu verbessern“, heißt es in der Meldung.

Donald Trump nutze wie so oft, wenn er sich angegriffen fühlt, seinen Twitter-Account, um den Senatoren zu antworten: „Die gemeinsame Stellungnahme des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten John McCain und Lindsey Graham ist falsch – traurigerweise sind sie sehr schwach, wenn es um Einwanderungspolitik geht.“

Auch US-Konzerne sind beunruhigt
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15 Kommentare zu "US-Einreiseverbot trotz Greencard: Gestrandet am Arabischen Golf"

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  • „Der Bann trifft viele unschuldige Menschen“ (Travis Kalanick).

    Nicht nur viele, die allermeisten, einschließlich der Menschen muslimischen Glaubens aus den betroffenen Ländern.

    Und laut Elon Musk (Tesla, Space X) ist der Bann „nicht der beste Weg, den Herausforderungen des Landes zu begegnen“.

    Das ist aber schon sehr diplomatisch ausgedrückt. Einen idiotischeren Weg gibt es gar nicht. Passt so gesehen perfekt zu Trumps "Politik".

    Musk lässt bei seiner Aussage allerdings auch durchblicken, DASS es Probleme gibt. Und dies leider nach allen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte mit Muslimen weitaus mehr als mit Angehörigen anderer Religionen.

    OHNE jetzt irgendjemanden angreifen zu wollen (bewahre), sondern einfach weil dies die Voraussetzung dafür ist, um diese Herausforderungen bewältigen zu können, wieder die Frage: Wie kommt’s?

  • "Hochinteressant, dass ausgerechnet Saudi-Arabien nicht von Trumps Einreisedekret betroffen ist. Wie kommt's?"

    Mit den Golfstaaten lassen sich doch super Geschäfte machen, da wird dann doch gerne mal ein rechtes Auge zugedrückt.

  • "Irak, Iran, Syrien, Libyen, Somalia, Sudan und der Jemen - Menschen aus diesen Ländern dürfen 90 Tage lang nicht in die USA einreisen."

    Hochinteressant, dass ausgerechnet Saudi-Arabien nicht von Trumps Einreisedekret betroffen ist. Wie kommt's?

  • Das sogenannte Deutsche Politiker mit 2 Pässen wie Nouripur von den Grünen als Iraner nicht nach Amerika reisen darf, zeigt den Irrsinn von Doppelpässen. Als Deutscher Bürger mit einem Pass , werde ich regiert von allen möglichen Nationalitäten nur gefühlsmässig nicht mehr von Politikern mit einem Pass.

    Sollte Erdogan weiter ausrasten und es Einreiseverbote für Türken geben sollte, dann sind ja alle Parlamente in Deutschland betroffen. Erdogan würde weiter ausrasten wenn er nicht mehr über uns frei bestimmen könnte. Oder???

    Ob das GG überhaupt Politiker mit 2 Pässen vorgesehen hat ist mehr als fraglich, da muss das GGG ein Urteil fällen.

  • Wenn eine Person, die es mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt, andere Personen als Lügner bezeichnet, so wußten schon die alten Griechen, wer in diesem Fall der Lügner ist, d.h. wem die Pinocchio-Nase wächst. Offensichtlich gibt es in Trumps Charakter eine riesige Schwachstelle: er kann es nicht ertragen, wenn er nicht der Größte ist! Deshalb die angekündigte Untersuchung des angeblichen Wahlbetrugs! Deshalb die angeblich 1-1,5 Millionen von den Medien unterschlagenen Besucher seiner Inaugurationsfeier! ... Gönnt ihm doch seine egomanische alternative Realität: Trump ist der Größte - Lügner!
    Mehr muß man über diesen Präsidenten nicht berichten!
    Übrigens, eine seiner Schwachstellen hat Trump selbst offenbart: er möchte die Verhältnisse der USA zu Rußland "auf Augenhöhe" verbessern. Da muß er aber noch um einiges wachsen!

    Verkehrte, postfaktische Welt?
    http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS: Wer einen Clown zum Präsidenten wählt, darf sich nicht wundern, wenn das Land zum Circus degeneriert.

  • HB : "Die republikanischen Senatoren John McCain aus Arizona sowie Lindsey Graham aus South Carolina erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung, das Dekret sei nicht ordentlich überprüft worden. Den ranghohen Parteimitgliedern nach könnte der Entschluss als Abkehr von Muslimen verstanden werden,"

    Trump : (Original auf Twitter)
    ".Senators should focus their energies on ISIS, illegal immigration and border security instead of always looking to start World War III."

    Es ist natürlich verständlich, wenn "Regime-Change"-Politiker Mc Cain etc. dagegen protestieren,
    dass diejenige Klientel, die bisher die "Gotteskrieger" für Regime-Change-Kriege stellte, durch Mr. Trump administrativ belästigt wird, der nun gerade diesen Gotteskriegern den totalen Krieg erklärt hat, weil die Regime-Change-Politik der USA unter seiner Präsidentschaft beendet ist, diese "Kämpfer" nicht mehr gebraucht werden.
    Frau Nuland, die massgebliche Strippenzieherin beim ukrainschen Maidan wurde übrigens zwischenzeitlich auch von Mr. Trump "gefeuert".
    Fazit : Der totale Krieg gegen den radikalen Islam (Umsetzung des Korans 1:1) wird den USA bei den Muslimen - weltweit -Hass und Wut einbringen und die Terrorgefahr in den USA massiv erhöhen. Deshalb die Einreisesperre für Muslime aus den Problemländern --- bis zum Abschluß eines umfassenden Screenings der Einzelpersonen auf ihre Demokratiefähigkeit !!

  • Hallo Herr Hoffmann, üblicherweise trägt der Antragssteller die Visagebühren (Visabürokratie).

    Auch in den genannten Ländern gibt es Geschäftsleute und andere produktive Personen ohne bombige Vorstellungen die Umsätze zugunsten der USA generieren.

    Insofern hätte ich mir seitens der Trump Administration eine durchdachtere, differenziertere Einreisepolitik gewünscht.

  • Die Schilder "Refugees welcome" und sogar "All are welcome" seh´ich wohl, alleine mir fehlen die Teddybären.

  • Die verschäfte Visapflicht gehört auch auf EU-Bürger ausgedehnt, da sich auch in der EU massenhaft die Terroristen befinden. Es ist im Gegenteil zu den europäischen Staaten, die Plicht des amerikanischen Staates, seine Bürger zu schützen.

  • Vorweg erst einmal: "Trump hält sich nur an das, was er vor der Wahl versprochen hat".

    Ich weiß, so etwas ist schlimm, denn Politiker von allen demokratischen Ländern, dürfen lügen, dass sich die Balken biegen und sie dürfen auch einen Meineid schwören. Und nun kommt der Trump und hält Wort. schlimm, einfach schlimm.

    Jetzt regen sich alle so massiv auf, nur weil Herr Trump sich an das hält, was er versprochen hat. wo war denn der weltweite Aufschrei, als Obama Nordafrika bombardiert hat ?

    Tote zählen offenbar weniger, als ein paar Menschen, die in die USA wollten und nun nicht "ins gelobte Land" einreisen dürfen.




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