US-Finanzminister Geithner fordert Brandmauer gegen Krise

Die Schuldenprobleme der USA sind so groß, dass sie sich kein weiteres Ungemach aus Europa leisten können. Unmittelbar vor dem entscheidenden EU-Gipfel drängt Finanzminister Geithner zu durchgreifenden Maßnahmen.
Update: 07.12.2011 - 11:52 Uhr 32 Kommentare
US-Finanzminister Timothy Geithner vor der Europa-Fahne. Quelle: Reuters

US-Finanzminister Timothy Geithner vor der Europa-Fahne.

(Foto: Reuters)

ParisUS-Finanzminister Timothy Geithner hat eine „möglichst hohe Brandmauer“ gegen eine Ausbreitung der Euro-Krise gefordert. Nach einem Treffen mit dem französischen Finanzminister François Baroin am Mittwoch in Paris sagte Geithner, er wolle sicher sein, dass eine Mauer errichtet werde, um eine Ansteckung anderer Länder in der Krise zu verhindern.

Baroin hob dabei die Absicht hervor, den dauerhaften europäischen Stabilitätsmechanismus ESM bereits 2012 und damit ein Jahr früher in Kraft treten zu lassen. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine stärkere Einbindung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und eine zeitweise Erhöhung der IWF-Mittel. Die USA lehnen einen höhere Beteiligung an den IWF-Geldern ab; im Gespräch sind daher bilaterale freiwillige Einzahlungen von europäischen Staaten und Schwellenländern beim IWF.

In einem Rundfunkinterview kündigte Baroin gar einen „Vertrauensschock“ an, der die Euro-Zone wieder stabilisieren werde. Die Lage sei „ernst“ und so noch nie dagewesen, sagte er dem Sender Canal+. „Wir müssen einen Vertrauensschock schaffen“, forderte er und fügte hinzu, dabei gehe es darum, eine Antwort auf alle Probleme zu geben, die von den Anlegern durch ihren Rückzug aus dem Euro-Raum aufgeworfen worden seien. Die Staaten müssten schnell ihre Finanzen konsolidieren, ihre Defizite reduzieren, die Euro-Zone stabilisieren und ihre gemeinsame Steuerung ändern.

Geithner bekräftigte, dass er Vertrauen in die jüngsten Anstrengungen der Euro-Länder zur Beilegung der Schuldenkrise habe. „Ich bin zuversichtlich, dass sie Erfolg haben werden“, sagte er. Der US-Finanzminister hatte bereits am Dienstag bei einem Besuch in Berlin die aktuellen Pläne in der Euro-Zone gelobt. Er nahm dabei Bezug auf das Reformpaket der italienischen Regierung, auf Sparzusagen in Spanien und Griechenland sowie auf Bemühungen zur Schaffung eines Fiskalpakts. In Paris hob Geithner erneut hervor, wie wichtig es für die USA und die gesamte Weltwirtschaft sei, dass eine Stabilisierung der Euro-Zone gelinge.

Geithner will am Mittwoch in Paris auch den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy treffen und danach nach Marseille weiterreisen, wo ein Gespräch mit dem neuen spanischen Regierungschef Mariano Rajoy vorgesehen ist. Am Donnerstag will er sich in Italien mit Ministerpräsident Mario Monti austauschen.

  • afp
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32 Kommentare zu "US-Finanzminister: Geithner fordert Brandmauer gegen Euro-Krise"

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  • Wer schützt uns vor diesen beiden Pie-Jungen GEITHNER + OBAMA.

  • mehr darüber unter
    http://www.youtube.com/watch?v=hD2SRDql_jg
    http://www.youtube.com/watch?v=UQfm5Tgtszs
    http://www.krisennews.com http://www.krisenvorsorge.com/62/Die_Ursachen_der_Finanzkrise_.html
    http://vimeo.com/6222351
    http://www.wearechange.ch/
    http://newsbote.com/wirtschaft/die-flucht-aus-dem-euro-lauft-bereitet-deutschland-die-dmark-vor/
    http://www.hobinrood.info/
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/11/entweder-die-eu-oder-demokratie-beides.html
    http://lupocattivoblog.wordpress.com/2010/01/25/der-schlussel-die-verborgene-weltdiktatur-des-rothschild-imperiums-1/

  • Hey Peer , gestern wolltest Du noch von Illuminati regiert werden und heute findest Du das eine Unverschämtheit - also wo ist Deine Position ?

  • sad sorry and right !!
    if a common "FED and Rothschild &Co'S GO HOME " is impossible
    we must say so

  • Dass Finanzmärkte immer den schwächsten Punkt suchen und die Spekulation sich auf diesen schwächsten Punkt konzentriert, weiss ein Herr Geithner. So sorgt er sich letztlich nur darum, daß der EURO dieser schwächste Punkt auch bleiben soll, denn sonst - wenn ein besserer Stabilitätspakt 2.0 zustande kommen sollte - normalisieren sich die Märkte in Europa schneller. Die Spekulanten (der Begriff schliesst uns alle ein) konzentrieren sich dann evtl. auf den ebenso hoch (oder höher) verschuldeten Dollar oder den Yen. Das will Geithner auf keinen Fall, also reist er mit dem Tross europäischer Staatschefs umher und treibt sie zu hektischer Betriebssamkeit an. Im Vertrauen bekommt er aus erster Hand Informationen, was die größten Sorgen jedes Einzelnen sind, also wo die größten Schwachstellen im diffizilen Eurosystem noch verbleiben. Dagegen hilft auch nicht die Beste Zurückhaltung der Merkosys.

    Zuhause in New York wird Geithner sowieso nicht so sehr gebraucht, wie er es gerne hätte... also macht er sich nützlich.

  • fällt deutschland, fällt europa, fällt amerika, fällt china, ist doch ganz einfach!

  • Fortsetzung:
    Mit einer gewissen Ehrfurcht betrachten wir monofunktionale Wolkenkratzer. Doch Otto Normalverbraucher kann sich derart komplizierte innere Strukturen nicht leisten. Alleine für die Fundamente kann man eine entsprechende Siedlung bauen. Und dann betrachten wir einmal den zu- und abgehenden Verkehr, das tägliche Verkehrschaos und den Smog. In Peking glaubt man in eine Nebelwand zu fahren und fliegt man über New York, ist von der Stadt nichts zu sehen. Ist das gesund? Aber Städte wollen auch Wasserversorgung und ihren Müll loswerden. Die Problemkette ist riesig, kostet unglaublich viel Geld, und das fehlt.
    Nun, die Politik soll Zukunft gestalten und die Gesetze so verändern, dass ein sinnvoller Stadtumbau für Familien möglich wird.

    Und weil Frau Merkel jeden Tag meine göttlichen Botschaften liest, bringe ich es einmal auf physikalisch: Die Verlängerung der Molekularverbindung bewirkt eine Zustandsveränderung und kann zu einer plötzlichen Entladung führen. Peng nennt man das.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Ohje, die bisherigen Kommentare sind wie das Wetter; es regnet.
    Nun gut, wir werden in einen Lebensraum hineingeboren und dieser drückt uns unsere Verhaltensweisen wie durch ein Brenneisen auf.: Der Clan hat Recht, alle anderen liegen mehr oder weniger Falsch. Wer sich nicht daran hält, ist isoliert. So auch die gutgemeinten “konstruktiven” Kommentare. Mit dieser Denke kommen wir nicht weiter, denn kein Ding ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden kann.

    Pure Geldmengenvermehrung ist ein Ausdruck gescheiterter Politik. Die Wirtschaft soll angekurbelt werden. Schön. Doch ist es sinnvoll noch mehr Autos oder Gebäude bei begrenzter Nachfrage auf den Markt zu werfen? Nein! Das billige Geld dient dem Kassenloch und dem Aufkauf von Unternehmungen. Über Abschreibungen entledigt man sich der Steuerschuld; durch Freisetzungen und Dumping abermals. So erreicht man genau das Gegenteil und schliddert immer tiefer in die Krise. Und weil das Strickmuster (Charta von Athen) rund um den Globus gleich ist, sind je nach Entwicklungsstand Probleme und Gefahren gleich. Da gibt es keine bösen Gruppen oder Staaten, die uns an den Kragen wollen. Im Gegenteil: Die Welt freut sich auf “Made in Germany” und will auch erfolgreiche Produkte herstellen.

  • Geithner wollte sich ja schon verdrücken und ist nur auf nachdrückliche Bitten von US-Präsident Obama im Amt geblieben. Offenbar hat Obama - wie bei vielen seiner gescheiterten Pläne - keine andere Lösung parat gehabt.

  • International beachtlich ist auch die Auslandsverschuldung der Euro-Zone im Vergleich zu den USA (in Relation zum BIP sieht leider auch unser Land nicht gut aus): http://ddp-ext.worldbank.org/ext/ddpreports/ViewSharedReport?REPORT_ID=13532&REQUEST_TYPE=VIEW

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