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US-Handelspolitik Trumps gefährliches Spiel mit den Importzöllen

Der US-Präsident will seinen Handelskurs durchziehen. Doch der Widerstand wächst. Selbst sein wichtigster Berater wirft frustriert hin.
7 Kommentare
Präsident Trump blickt auf seinen Besuch aus Schweden: Premierminister Stefan Löfven. Quelle: AP
Donald Trump

Präsident Trump blickt auf seinen Besuch aus Schweden: Premierminister Stefan Löfven.

(Foto: AP)

Washington Das Stichwort Handelspolitik genügt, und Trumps Furor ist entfacht. Er schimpft dann auf Handelspartner, die die USA „jahrzehntelang mies behandelt“ hätten. Im Ostflügel des Weißen Hauses nutzte Donald Trump am Dienstag die Gelegenheit für eine seiner Tiraden.

An seiner Seite stand der Auslandsgast des Tages, Schwedens Premierminister Stefan Löfven. Eigentlich ist bei solchen Anlässen Harmonie Pflicht, also betonte Löfven, dass „Freunde auch mal unterschiedlicher Meinung sein können“. Er drückte sich ziemlich diplomatisch aus. Trump nicht.

Der Präsident pries seine geplanten Strafzölle auf Stahl und Alu. Sollte die EU Vergeltung wagen, mit Zöllen auf Jeans, Whiskey oder Motorräder, dann würden die USA zurückschlagen, bekräftigte Trump. „Dann belegen wir ihre Autos mit einer Steuer von 25 Prozent. Und glaubt mir, dann machen sie es nicht sehr lange.“ Den deutschen Autobauern hatte Trump bereits kurz nach seinem Amtsantritt eine Sondersteuer von 35 Prozent auf importierte Autos angedroht.

Vieles bleibt ungewiss

Doch die provokante Ansage kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass abseits von scharfen Drohungen vieles weiter ungewiss ist. Fast eine Woche ist es her, dass Trump die Welt mit seiner Ankündigung schockierte: Mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent will er Stahleinfuhren belegen, Aluminiumimporte mit zehn Prozent. Die möglichen Auswirkungen werden heute auch auf der Handelsblatt-Stahltagung diskutiert.

Allerdings liegt noch immer kein Konzept vor, das Trumps Pläne konkretisieren würde. Er lässt selbst internationale Verbündete im Dunkeln. Zunächst hatte Trump versprochen, die Zölle würden in dieser Woche beschlussreif sein. Von einem genauen Zeitpunkt ist nun keine Rede mehr.

„You're fired!“ – Die Galerie der geschassten Trump-Mitarbeiter
Tom Bossert, Homeland-Security-Berater
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Nach dem Amtsantritt des nationalen Sicherheitsberaters John Bolton muss Tom Bossert seinen Posten räumen.

(Foto: AFP)
David Shulkin, Veteranenminister
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Und der nächste Bitte: Ähnlich wie schon Tom Price, dem ehemaligen Gesundheitsminister, war auch Shulkin in die Kritik geraten, opulente „Geschäftsreisen“ mit seiner Frau auf Kosten der Steuerzahler abzurechnen. Ende März wurde er vom Präsidenten persönlich rausgeworfen. Das Veteranenministerium ist die zweigrößte Bundesbehörde der USA. Zukünftig soll es von Trumps Leibarzt Ronny Jackson geführt werden.

(Foto: AFP)
H.R. McMaster, Sicherheitsberater
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Donald Trump trennt sich von seinem nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster. Dieser teilte mit, er wolle in den Ruhestand gehen. Die Nachfolge tritt der frühere US-Botschafter bei der UN, John Bolton, an - ein Hardliner in vielen außenpolitischen Fragen.

(Foto: AFP)
Rex Tillerson, Außenminister
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Zwischen Trump und seinem Außenminister hatte es schon seit Monaten Ärger gegeben: Tillerson vertrat in außenpolitischen Fragen oft eine gemäßigtere Position als der US-Präsident. Trump soll ihn intern sogar einen „Schwachkopf“ genannt haben. Für Tillerson war der Job als Außenminister das erste Amt in der Politik. Zuvor hatte der 65-Jährige bei ExxonMobil Karriere gemacht und war 2004 zum Chef des Ölkonzern aufgestiegen.

(Foto: Reuters)
Gary Cohn, Chefökonom
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Der wichtigste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten setzte sich bis zum Ende seiner Amtszeit gegen harte Strafzölle ein. Der Demokrat gilt als Freihandelsbefürworter und stand laut Medienberichten bereits nach den Neonazi-Angriffen in Charlottesville vor seinem Rücktritt. In der Finanzbranche wird spekuliert, dass der ehemalige Goldman-Sachs-Investmentbanker bei einem Hedgefonds oder einer Private-Equity-Firma anheuern könnte.

(Foto: AFP)
Hope Hicks, Kommunikationschefin
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ecDie Beraterin von Donald Trump gab am 28.02.2018 ihren Rücktritt vom Posten der Kommunikationschefin bekannt. Hicks galt als enge Vertraute und „Ziehtochter“ der Trumps. Einige Tage vor ihrem Rücktritt war Hicks neun Stunden lang von einem Kongressgremium zur Russland-Affäre befragt worden, das habe aber nichts mit ihrem Rücktritt zu tun.

Hicks reiht sich damit in die lange Reihe der Amtsinhaber ein, die nicht lange auf ihrem Posten blieben – für sie waren es nur sechs Monate. Ihr Vorgänger Anthony Scaramucci hatte nach nur elf Tagen seinen Hut genommen.

(Foto: dpa)
Dina Powell
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Trumps Vize-Sicherheitsberaterin kündigte am 8. Dezember ihren Rückzug an. Die Ex-Investmentbankerin sagte damals, sie gehe im gegenseitigen Einvernehmen.

(Foto: Reuters)

Wichtige Fragen, etwa nach einer Sonderbehandlung für bestimmte Länder oder mögliche Ausnahmen im Einzelfall, sind offen. Prominente Protektionisten der US-Regierung, wie Handelsminister Wilbur Ross und Wirtschaftsberater Peter Navarro, ziehen seit Tagen durch die TV-Studios der Nation, um Trumps Kurs zu verteidigen. „Was immer seine finale Entscheidung sein wird, ist das, was passieren wird“ sagte Ross. Das heißt so viel wie: Alles ist im Fluss.

Trumps Chefökonom tritt zurück

Am Dienstag verlor der Präsident auch noch seinen Chefökonom. Der 57-jährige Gary Cohn trat als Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus zurück. Der chaotische Prozess um die Einführung der Strafzölle wird damit zusätzlich erschüttert. Cohn wollte eigentlich in dieser Woche einen Handelsgipfel organisieren, der Trump mit Industrievertretern zusammengebracht hätte, die dringend von pauschalen Importzöllen abraten.

Doch offenbar legte der US-Präsident auf kritische Meinungen keinen Wert. Laut der Website „Axios” sagte Trump das Meeting ab, bevor es überhaupt stattfinden konnte. Ein direkter Affront gegen Cohn, der als Freihandelsbefürworter gilt und bis zuletzt üppige Strafzölle verhindern wollte.

„Ich gebe bei Strafzöllen nicht nach, denn wir werden ausgenommen“

Vergangene Woche hatte sich Trump mit Befürwortern der Strafzölle getroffen. Als er seine Entscheidung überraschend im Alleingang verkündete, war er flankiert von 15 CEOs der größten Stahl- und Aluminiumhersteller der USA.

Um glaubwürdig zu bleiben, muss Trump bald einen konkreten Plan liefern. Voraussetzung dafür ist ein Team, das ihm die Grundlage dafür erarbeitet. Der Personalschwund im Weißen Haus erschwert die Umstände und bringt chronische Unruhe in den Laden. Auf der anderen Seite könnte Cohns Rücktritt auch Prozesse beschleunigen – und Protektionisten wie Navarro zum Durchbruch verhelfen.

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7 Kommentare zu "US-Handelspolitik: Trumps gefährliches Spiel mit den Importzöllen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Leute von der AfD werden nicht mit regiren, Herr Maidan, sondern regieren.
    Der erste Spruch sollte lauten, das Massaker an unserer Kultur, Wirtschaft u.s.w. hat hier und heute ein Ende. Das ist natürlich von Herrn Trump sinngemäß übernommen und wie Sie wissen, hat der Präsident und Führer der Freiheit und des Rechts immer recht.

  • Furchtbar. Was sagt eigentlich die AfD zu diesem ganzen Chaos, das ihr Idol Trump da anrichtet? Planen die Stammtischbrüder von der AfD ähnliches, sollten sie mal mitregieren?

  • NIX GENAUES Weiss man nicht.....

    Worauf bezieht sich der Import-Zoll?
    nur auf Vorprodukte wir Flach-Walzstahl, Rund-Walz-stahl, Profile,
    Kalt- oder warm-verarbeitet...
    welche Sorten von Stahl?
    z.B. unlegierter Baustahl, legierter Bau-St.
    Werkzeugstahl.
    Edelstaehle,
    Edelstaehle, Rostfrei

    beschichtete Staehle ( verzinkt) oder z.B. vermissingte Draehte ( Reifeneinlegedraehte ect.)
    bei Al- die gleichen Fragen ??


    Z.B. Al-Alloy Schweissdraht wird in den USA fast ausschliesslich importiert... weil es kaum Fertigungen hierfuer gibt in den USA

  • Verständlich, dass ein Land mit verrotteter Infrastruktur, das einen Großteil seines Bruttosozialprodukts für Rüstung ausgibt, wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig ist. Das mit Protektionismus zu bekämpfen, ist allerdings das Dümmste was ein Volkswirt machen kann. Schlimm nur, dass die Europäer sich von den USA haben abhängig machen lassen, statt sich um verlässlichere Partner wie etwa Russland zu bemühen. Leider lecken wir weiterhin US-amerikanische Stiefel.

  • @Peter Spiegel
    " Da wird nix importiert?" AUWEIA

    Ich bezog mich auf 25% Zoll auf Autos aus der EU, womit Trump gedroht hat, falls die EU Gegenmaßnahmen umsetzt. Ein Großteil für den US Markt wird bereits vor Ort hergestellt.

    Ich finde es recht seltsam, dass Trump drauf haut und wenn man sich wehrt er mit noch mehr Haue droht.

  • Herr Hans Gans
    07.03.2018, 09:18 Uhr
    Verstehe ich nicht. Wieso Importzölle auf Autos aus der EU? Die großen produzieren doch bereits in den USA oder Mexico Autos für den US Markt. Da wird nix importiert?

    " Da wird nix importiert?" AUWEIA

    Audi
    Porsche
    Maschinen
    Anlagen
    Pharma
    usw. usw.




  • Verstehe ich nicht. Wieso Importzölle auf Autos aus der EU? Die großen produzieren doch bereits in den USA oder Mexico Autos für den US Markt. Da wird nix importiert?

    - BMW US Manufacturing Company -> EU
    - Fiat Chrysler Automobiles -> EU
    - Honda of America Mfg.
    - Hyundai Motor Manufacturing Alabama
    - Kia Motors Manufacturing Georgia
    - Mercedes-Benz U.S. International -> EU
    - Toyota Motor Manufacturing Kentucky
    - Volkswagen Group of America -> EU

    Was fehlt sind die Franzosen Autos.

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