US-Haushaltsstreit „Die Wall Street sollte besorgt sein“

Die Chefs der Deutschen Bank, Goldman Sachs und anderen Banken haben von Obama eine schnelle Lösung im Haushaltsstreit gefordert. Ein Reißen der Schuldenobergrenze, hieß es, sei „extrem ungünstig“ für die Finanzwelt.
Update: 03.10.2013 - 03:00 Uhr 19 Kommentare

US-Haushaltsstreit dauert an

WashingtonHochrangige Wirtschaftsvertreter haben nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama eine schnelle Lösung im Haushaltsstreit gefordert. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein sagte am Mittwoch, die Teilnehmer hätten zwar unterschiedliche politische Ansichten. Einig sei man sich jedoch, dass ein langfristiger Haushaltsnotstand und ein Reißen der Schuldenobergrenze „extrem ungünstig“ für die Finanzwelt sein würde. An dem Treffen nahmen auch die Chefs der Deutschen Bank, Citigroup, JPMorgan und Bank of America teil.

Obama hat die Finanzwelt vor negativen Folgen des Budgetstreits in Washington gewarnt. Es handele sich derzeit nicht um das übliche politische Haushaltsgerangel, sagte Obama am Mittwoch in einem Interview des TV-Senders CNBC. „Ich glaube, diesmal ist es anders. Diesmal sollte die Wall Street besorgt sein.“

Ein US-Notenbanker glaubt zudem, dass die Blockade den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik verzögern könnte. Die US-Notenbank Fed könnte Schwierigkeiten damit haben, zu beurteilen, wie es um die US-Wirtschaft stehe, sagte der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren. „Wenn wir keine guten, verlässlichen staatlichen Statistiken haben, ist es deutlich schwerer, zu sagen, was los ist“, sagte er. „Bei mir sinkt die Bereitschaft, die Konjunkturstützen auslaufen zu lassen, so lange, bis wir gute Daten haben.“

Im September hatte die Fed überraschend ihr Wertpapier-Ankaufprogramm nicht angetastet. Die Notenbanker wollen zunächst noch weitere Anzeichen dafür sehen, dass die US-Wirtschaft wieder in Schwung kommt.

Auch ein 90 Minuten langes Spitzengespräch zwischen Obama und führenden Vertretern beider Parteien im Kongress am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington blieb ohne Ergebnis. Die oppositionellen Republikaner und Obamas Demokraten können sich weiter nicht auf ein Übergangsbudget einigen, um die geschlossenen öffentlichen Einrichtungen wieder zu öffnen. „Der Präsident bekräftigte heute Abend einmal mehr, dass er nicht verhandeln wird“, sagte der republikanische Parlamentsvorsitzende John Boehner.

Beide Kammern des Kongresses setzen die nächsten Sitzungen für Donnerstagvormittag (Ortszeit) an.

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19 Kommentare zu "US-Haushaltsstreit: „Die Wall Street sollte besorgt sein“"

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  • Die USA haben noch gar nicht angefangen zu sparen und jammern schon und jammern und jammern-ohne Sinn und Verstand.

  • 'Israel muss möglicherweise wegen des Haushaltsstreits auf Geld für sein Militär warten'
    Das waere natürlich das allerschlimmste, was der Welt passieren könnte

  • Besorgt sein sollte man, daß in der vermeintlichen "Supermacht" inzwischen 40 Millionen Menschen Lebensmittelkarten-Empfänger sind.
    USA schafft sich selbst ab....

  • Für die Repräsentanten eines Polizeistaates, und auch den
    Nutznießern desselben, ist so ein politisches Drama was sich in einem freien Land wie die USA abspielt natürlich unverständlich.
    Die Amerikaner haben Angst, das ihr Land so nach und nach genauso wird. Die vielen kleinen Schritte dorthin
    sind ausschlaggebend dafür, daß es irgendwann kein zurück
    mehr gibt.

  • @Ehkloa

    Sie sagen sicher viel Richtiges, nur sehe ich trotzdem nicht, was an dem Satz von Charly falsch sein soll (abgesehen davon, dass Verallgemeinerungen natürlich nie auf den Einzelfall zutreffen müssen). Was die FED dort betreibt ist der Wahnsinn und das ganze Finanzbetrugssystem nickt es aus tumber verantwortungsloser Profitgier ab und puscht es. Denn diese blank und feinen Herren Hans Landaus wissen: wenn die Musik ausgeht und das wird sie (erste Anzeichen, dass die FED die Kontrolle über ihr Falschgeldimperium verliert, gibt es) wird eine Welt zusammen brechen aber sie werden ihren Stuhl haben und ihren Cocktail schlürfen.

  • "Goldman-Sachs beherrscht die Welt", war kürzlich bei ARTE zu sehen. Auch in der Satire-Sendung "neues aus
    der Anstalt" wurde ein Diagramm der Vernetzung von Goldman-Sachs bis hinein in die EZB und EU-Kommission gezeigt. Die Inflationspolitik der Federal Reserve werden
    die Normalbürger mit wachsender Armut bezahlen müssen und
    langfristig die Weltbevölkerung mit einem großen Crash.

  • Sehr beeindruckend, diese "gefestigte Finanzwirtschaft" in beiden "Vereinigten Staaten".
    Wenn da paar Derivatennutten verrückt spielen und den Rock hochziehen. Kann ja sehr schnell eine Frühgeburt einleiten.
    Wenn ich mir die Bankerführung weltweit so anschau: das so auserwählte Volk/Kaste war scheinbar nicht immer gesund-fruchtbar, siehe die nun rumagierenden Kretins..

  • Gebt den Drogendealern Ihre Drogen! Wir alle sind doch süchtig nach dem Zeug...

  • FlashGordon finanziert das mit seinen immer wieder selbst therapeutisch wiederholten 400.000 EUR für sein unnötiges Autofahrzeug, das ihm einen materiellen Orgasmus ermöglicht.

  • Warum eigentlich immer jene, die nichts dafür können? Warum zahlt nicht Blanckfein mit seinen 21 Mio Jahreseinkommen einen großen Teil für sein Heimatland? Oder die amerikanischen Rothschilds, Warburgs, JPMorgan, MStanley, also die systemrelevanten Banken neben Bill Gates, Warren Buffet, Apple, dem notorischen Steuerhinterzieher auf amerikanischem also heimatlichem Boden; zumindest soll Apple alle im Ausland ersparten Steuern in den USA in den Staatstopf einzahlen.
    Nun bekommt die hier zitierte Finanzelite die Hosen voll, sie sieht, dass auch sie selbst in den Abgrund gerissen werden würde. Sie geht an die Öffentlichkeit ala Blanckfein wie einst Murksel in 2008 mit Steinbrück vor die Fernseher trat: "die Einlagen sind sicher". Doch, in den USA ist nichts sicherer als der Bankrott, wie will sich so ein einknickendes Imperium in Syrien durchsetzen?? - Weltmacht: ade!

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