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US-Hilfspaket Mit Helikoptergeld gegen die Coronakrise: Trump will Schecks an US-Bürger verteilen

Die US-Regierung will mit Konsumschecks für Bürger die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus eindämmen. Die Maßnahme ist Teil eines Billion-Dollar-Hilfspakets.
17.03.2020 - 19:24 Uhr 1 Kommentar

„Trump hat jetzt die Chance sich als Anführer und Dealmaker zu präsentieren“

New York, Washington Die US-Regierung plant, mit Helikoptergeld die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise zu lindern und den Bürgern direkt Geld auszahlen. „Wir wollen unverzüglich Schecks verschicken. Amerikaner brauchen jetzt Cash, und damit meine ich in den nächsten zwei Wochen“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin am Dienstag in in einer Pressekonferenz. (Alle aktuellen Entwicklungen können Sie hier im Newsblog verfolgen)

Wie hoch diese Schecks sein werden, werde derzeit noch ermittelt. Zudem plane die Regierung Hilfsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen, sagte Mnuchin.

Insgesamt soll das Hilfspaket über eine Billion Dollar umfassen und wäre damit das Größte in der Geschichte der USA. Größer sogar als der „Troubled Asset Relief Act“, mit dem die US-Regierung 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise den angeschlagenen Banken zu Hilfe eilte.

Hinter den Rekordhilfen steht das Eingeständnis der US-Regierung, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie weitaus dramatischer ausfallen werden als ursprünglich angenommen. In einer radikalen Kehrtwende zu seinen bisherigen Aussagen hatte Trump am Montag erstmals eingeräumt, dass das Virus in den USA „nicht unter Kontrolle“ sei und sich die USA „möglicherweise“ auf dem Weg in eine Rezession befänden.

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    Außerdem empfahl er der US-amerikanischen Bevölkerung, auf alle überflüssigen Reisen zu verzichten, sich nicht in Gruppen von mehr als zehn Personen zu treffen und nicht mehr in Restaurants zu essen. Die US-Börsen hatten nach Trumps Auftritt ihre Talfahrt beschleunigt.

    Handelsblatt Morning Briefing - Corona Spezial

    Am Dienstag kündigte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zudem an, künftig auch kurzfristige Schuldverschreibungen von Unternehmen zu kaufen, um den eingefrorenen Markt für diese so genannten Commercial Paper Markt wiederzubeleben.

    Die Wall Street reagierte positiv auf den Beschluss der Fed. Das Rettungspaket der US-Regierung gab dann zusätzlich Auftrieb. Der S&P 500 lag noch während der Pressekonferenz der Regierung 6,5 Prozent im Plus. Der Leitindex Dow Jones stieg um über vier Prozent.

    Unterstützung für Airlines

    Mnuchin stellte klar, man werde von Trumps ursprünglicher Forderung nach einer Aussetzung der Lohnsteuer Abstand nehmen. Stattdessen werde die Regierung Konsumschecks an die Bürger verschicken.

    Zuvor hatten mehrere amerikanische Medien übereinstimmend berichtet, dass die US-Regierung ein neues Hilfspaket plane. Es sollte den Berichten zufolge vor allem die Stundung von Steuerzahlungen für Arbeitnehmer und Unternehmen enthalten sowie Hilfskredite für kleine und mittlere Unternehmen. Ferner ging es um Unterstützung für die US-Fluggesellschaften, denen durch die Corona-bedingten Reisebeschränkungen ein großer Teil des Geschäfts weggebrochen ist.

    Der Luftfahrtbranche hatte US-Präsident Donald Trump bereits am Montag „hundertprozentige Unterstützung“ zugesagt. Am Dienstag nun hat Trump explizit Unterstützung für das größte US-Luftfahrtunternehmen in Aussicht gestellt: „Wir werden Boeing helfen“, betonte Trump. Die Aktie des Airbus-Konkurrenten hat seit Jahresanfang rund 60 Prozent verloren.

    Das Helikoptergeld – eine direkte Auszahlung einer Notenbank oder Regierung, deshalb von „oben“ – kommt nun überraschend, ebenso das gewaltige Volumen von über einer Billion Dollar. Das jetzt geplante Hilfspaket wäre das dritte, mit dem die US-Regierung auf die Coronakrise reagiert. Ein erstes, bereits verabschiedetes Maßnahmenbündel in Höhe von gut acht Milliarden Dollar soll vor allem das US-Gesundheitssystem für den erwarteten Ansturm von Corona-Patienten rüsten.

    Ein zweites Paket im Volumen von rund 100 Milliarden Dollar liegt derzeit dem Senat zur Zustimmung vor. Es soll unter anderem eine Verpflichtung für kleinere Unternehmen enthalten, ihren Arbeitnehmern im Krankheitsfall die Löhne weiter zu zahlen. So will die US-Regierung verhindern, dass Coronakranke in Geldnot geraten oder gar trotz Infektion zur Arbeit kommen.

    Das Repräsentantenhaus, die zweite Kammer des US-Parlaments, hat diesem Paket bereits zugestimmt. Einige republikanische Senatoren kritisieren jedoch, dass kleine Betriebe mit wegbrechenden Umsätzen durch die Pflicht zur Lohnfortzahlung in die Insolvenz getrieben werden könnten.

    Die Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus arbeiten derzeit zudem an einem eigenen Gesetzentwurf für weitere Coronahilfen.

    Mehr: Ökonom Felbermayr erwartet die „Mutter aller Rezessionen“.

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    1 Kommentar zu "US-Hilfspaket: Mit Helikoptergeld gegen die Coronakrise: Trump will Schecks an US-Bürger verteilen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mit Speck fängt man Mäuse. Ich würde Trump raten, die Schecks nur an Leute zu schicken, die im Gegenzug versprechen, ihn wiederzuwählen!

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