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US-Kandidat für Weltbank-Vorsitz sucht Kontakt zu Nicht-Regierungsorganisationen Wolfowitz will auf Kritiker zugehen

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Das Interview im Wortlaut:

Handelsblatt: Mister Wolfowitz, nach Ihrer Nominierung zum Weltbank-Präsidenten stehen Sie zum Teil kräftig unter Beschuss. Wie fühlen Sie sich dabei?

Wolfowitz: Ich bin unheimlich eingespannt. Es ist, wie wenn man Wasser aus einem Hydranten trinken würde. Aber ich bin begeistert und nehme die Herausforderung an.

Ihre Kritiker bemängeln, dass ausgerechnet der Chef-Architekt der Irak-Invasion nun einer multilateralen Organisation wie der Weltbank vorstehen soll. Wie gehen Sie damit um?

Diese Leute kennen mich nicht. Sie haben sich ihr Urteil zum Teil aus Karikaturen über mich gebildet. Oder sie stützen sich nur auf die Kontroverse über den Irak-Krieg. Aber ich habe ein sehr breites Spektrum. Ich glaube sehr stark an die Mission der Weltbank, die Menschen aus der Armut zu heben. Das ist ein nobler Auftrag im Interesse der ganzen Welt. Ich freue mich sehr darauf, an diesem Projekt mitarbeiten zu können. Wer mich kennen gelernt hat, weiß, dass der erste Eindruck nicht stimmt.

Werden Sie besondere Anstrengungen unternehmen, um Ihre Kritiker ins Boot zu holen?

Absolut. Die Position des Weltbank-Präsidenten ist kein Amt der amerikanischen Regierung. Es geht um die Leitung einer multinationalen Institution mit mehr als 180 Mitgliedern. Da ist es nicht möglich zu führen, ohne Konsens herzustellen. Ich beziehe das ausdrücklich auch auf die Kooperation mit NGOs, also mit Organisationen, die außerhalb der Regierungen stehen. Die Suche nach Übereinstimmung gehört zum Kern des Jobs eines Weltbank-Chefs.

Gerade die NGOs haben sehr scharf auf Ihre Nominierung reagiert. Wie wollen Sie hier Brücken schlagen?

Ich möchte zunächst einfach nur darum bitten, meine komplette Vita zu berücksichtigen. Als ich 1986 bis 1989 US-Botschafter in Indonesien war, hatte ich den Ruf, über die Regierungsebene hinaus auch den Draht zu NGOs zu pflegen. Ich hatte die indonesischen Machthaber damals gedrängt, dem Aufbau einer zivilen Gesellschaft mehr Raum zu geben. Es wäre ein großer Fehler, nur bei den offiziellen Stellen nach Antworten zu suchen. Die NGOs spielen eine entscheidende Rolle. Sie verfügen über eine wichtige Stimme und haben sehr viel beizutragen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

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