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US-Kandidat für Weltbank-Vorsitz sucht Kontakt zu Nicht-Regierungsorganisationen Wolfowitz will auf Kritiker zugehen

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Was bleibt noch von der Wolfensohn-Agenda?

Wolfensohn hat die sehr schwierige Aufgabe begonnen, einzelne Regierungen auf Transparenz, Verantwortlichkeit und Korruptions-Bekämpfung festzunageln. Ich habe während meiner Zeit in Indonesien aus erster Hand erfahren, wie viel Schaden für den wirtschaftlichen Fortschritt angerichtet werden kann, auch wenn das Land ansonsten eine relativ gesunde Struktur aufwies. Bei internationalen Umweltfragen spielt die Weltbank übrigens auch eine herausragende Rolle.

Wo hat die Bank den stärksten Innovationsbedarf?

Offen gestanden, ich muss erst noch eine Menge lernen, bevor ich mir ein Urteil über mögliche Neuerungen erlauben kann. Dennoch: Eine der großen Herausforderungen besteht ganz klar in der Frage, in wieweit wir armen Ländern nicht eher mit Zuschüssen anstelle mit Krediten unter die Arme greifen sollten.

Die US-Regierung setzt in ihrer Entwicklungspolitik vor allem auf Zuschüsse, die an gewisse wirtschaftliche und soziale Reformen gekoppelt sind. Wäre das ein Modell für die Weltbank?

Als Präsident der Weltbank vertrete ich alle Anteilseigner und Empfänger und nicht nur die USA. Ich muss erst alle Meinungen einholen, bevor ich darlegen kann, welchen Kurs die Bank einschlagen sollte. Es gibt allerdings eine breite Übereinstimmung, dass wir zumindest bei hoch verschuldeten Ländern über Zuschüsse nachdenken sollten.

Tendieren Sie nicht auch prinzipiell eher zu Zuschüssen?

Allgemein würde ich das so nicht stehen lassen. Es gibt allerdings Fälle, bei denen Zuschüsse das bessere Mittel sind. Ich bin jedoch gegen Extremlösungen: Ich würde nicht so weit gehen wie diejenigen, die die Weltbank aus dem Kreditvergabe-Geschäft völlig ausklinken möchten.

Die Bank verfügt über ein Darlehens-Volumen in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar pro Jahr. Kritiker behaupten, das Geld könnte effizienter eingesetzt werden...

Ich kenne keine einzige Organisation, die nicht effizienter gemacht werden könnte. Und wenn ich dazu beitragen kann, dass die Weltbank hier zulegt, wäre das eine gute Sache. Es gibt ja durchaus auch auf internationaler Ebene Lerneffekte: So wurden aus der Finanzkrise in Asien 1997/98 viele Lehren gezogen, und einige Lektionen sind auch umgesetzt worden. Ich habe das sehr genau verfolgt, als ich noch an der Universität tätig war.

Was wäre eine dieser Lehren aus der Asienkrise?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass ein reiner Wachstumspfad in die Sackgasse führt, wenn er nicht von einer institutionellen Struktur, Transparenz und Verantwortlichkeit flankiert wird.

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