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US-Konjunktur 22 Millionen neue Arbeitslose in der Krise – US-Wirtschaft unter Druck

Die Coronakrise hat den amerikanischen Wirtschaftsboom dramatisch beendet. Die steigende Arbeitslosigkeit verschluckt die Erfolge Präsident Trumps.
16.04.2020 - 18:46 Uhr Kommentieren
Die Arbeitslosenzahlen in den USA steigen stark an. Quelle: SEPTEMBER DAWN BOTTOMS/The New Y
Schlange vor dem Arbeitsamt

Die Arbeitslosenzahlen in den USA steigen stark an.

(Foto: SEPTEMBER DAWN BOTTOMS/The New Y)

New York, Washington Mit dem Boom auf dem US-Arbeitsmarkt hat Präsident Donald Trump gern angegeben. Noch im Februar lag die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent und damit so niedrig wie zuletzt vor rund 50 Jahren. Nun jedoch setzt eine neue Realität ein. In vier Wochen hat die US-Wirtschaft mehr Jobs verloren, als seit dem Ende der Finanzkrise 2009 geschaffen wurden. Allein in der vergangenen Woche reichten 5,2 Millionen Amerikaner Anträge auf Arbeitslosengeld ein, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Seit Mitte März sind es insgesamt über 22 Millionen.

Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt unter Trump und dessen Vorgänger Barack Obama ist somit dahin. Politiker, Ökonomen und Investoren stehen vor zwei Fragen: Wie schlimm kann es noch werden, und wie schnell kann sich die größte Volkswirtschaft der Welt von diesem Schock erholen?

In fast allen Branchen herrscht Krisenstimmung. Die Einzelhandelsumsätze sind im März um 8,7 Prozent gesunken. Das ist der größte Einbruch seit Beginn der Erhebung 1992, er ist mehr als doppelt so tief wie der vorherige Rekord im November 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Analysten von Forrester Research gehen davon aus, dass sich die Lage im April noch einmal deutlich verschlechtern könnte. Der Einzelhandel stellt jeden zehnten Arbeitsplatz in den USA, der Konsum ist ein wichtiger Motor der amerikanischen Wirtschaft. Und selbst nach dem Abebben der Coronakrise werden die finanziell angeschlagenen Verbraucher ihre Ausgaben nicht sofort wieder hochfahren, warnen Ökonomen.

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    Die Umsätze der Supermärkte steigen zwar. Doch „das ganze Klopapier der Welt kann diese hässlichen Zahlen nicht kompensieren“, kommentierte Michael Feroli, Chefökonom von JP Morgan Chase, mit einem Seitenhieb auf die Panikkäufe. Die Industrieproduktion fiel um 5,4 Prozent, das war der größte Einbruch seit 1946. Feroli zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt der USA im ersten Quartal um knapp elf Prozent gesunken. Und die Lage werde sich in den kommenden Monaten noch deutlich verschlechtern. Für das zweite Quartal erwartet der Ökonom, dass die Wirtschaftsleistung um 40 Prozent einbrechen könnte.

    Grafik

    Die Arbeitslosenquote im April könnte unterdessen auf 17 Prozent nach oben schnellen, erwartet Torsten Slok, Chefökonom der Deutschen Bank. „Wie groß die negativen Effekte auf die Wirtschaft sein werden, hängt vor allem von der Lage am Arbeitsmarkt ab“, gibt er zu bedenken.

    Die düstere Lage in der Wirtschaft erhöht den Druck auf die US-Regierung. Das zwei Billionen Dollar schwere Hilfspaket kommt nur mit Verzögerung an und reicht doch nicht aus. Die 350 Milliarden Dollar, die für kleine und mittelständische Unternehmen vorgesehen waren, sind fast komplett zugeteilt – doch nur ein Bruchteil der Notkredite wurde bislang ausgezahlt. Finanzminister Stephen Mnuchin will das Programm aufstocken, braucht dafür jedoch die Unterstützung des Kongresses.

    Unternehmen wollen mehr Tests

    Ähnlich ist es mit den 1200-Dollar-Konsumschecks, die viele Amerikaner erhalten sollen. Ein Großteil davon soll erst in den kommenden Wochen ausgezahlt werden. Hinzu kommt Unmut über eine Gesetzeslücke, die es Banken erlaubt, das Geld einzuziehen, falls der Empfänger ausstehende Schulden bei dem Institut hat. Die Unterstützung der Regierung würde damit eher den Banken als den Verbrauchern zugutekommen.

    Präsident Trump arbeitet an einem Plan, um die Corona-Beschränkungen wieder zu lockern. Konkrete Schritte wollte der Republikaner in der Nacht zum Freitag verkünden. Trump, der für sein spätes und chaotisches Handeln in der Krise schwer in die Kritik geraten ist, lässt sich von Vertretern der Wirtschaft beraten.

    In einer Telefonkonferenz am Mittwoch drängten Unternehmenschefs den Präsidenten dazu, mehr Tests einzuführen, bevor die Wirtschaft wieder hochfährt. Nur so könnte verhindert werden, dass infizierte Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und eine neue Welle der Pandemie auslösen.

    Mehr: Amerikas Offenbarungseid – Corona und die Systemfehler der USA.

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